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11. März 2009

T.C. Boyle - Die Frauen

Autor: Tom Coraghessan Boyle
Verlag: Carl Hanser Verlag, München
Frank Lloyd Wright (1869 – 1959) zählt zu den berühmtesten Architekten der Welt, Amerikas sowieso: das spiralenförmige Guggenheim Museum in New York hat er entworfen, ebenso das Haus "Falling Water" in Pennsylvania, ein Meisterwerk, großartig in die Landschaft gesetzt.

Mitten in der Prärie hat Wright einen Traum verwirklicht: das Anwesen Taliesin. Hier lebt und arbeitet er mit seinen treuen Schülern und seinen geliebten Frauen: der aparten Tänzerin aus Montenegro, der exaltierten Morphinistin und - natürlich - Mrs. Wright. Sie alle führen erbitterte Kämpfe gegen ihre Nebenbuhlerinnen und gegen die bigotte amerikanische Gesellschaft.

T.C.Boyle, der "Alt-Punk der US-Literatur", hat so das Leben des exzentrischen Architekten in seinen neuen Roman "Die Frauen" verwandelt. Inspiriert haben ihn seine eigenen vier Wände – der Schriftsteller ("The Descent of Man", dt. "Tod durch Ertrinken") lebt mit Frau und Kindern in einer Villa von F.L.Wright. Das Leben des grandiosen Architekten erzählt Boyle aus der Perspektive eines fiktiven japanischen Assistenten und der Frauen, die sein Leben prägten, er erfindet fiktionale Situationen und Dialoge. Ausreichend Stoff bietet der Kult um Wright´s Person und Arbeit, das Atelier des Genies als Anziehungspunkt für Jungarchitekten aus aller Welt, als Schauplatz von Ausbeutung und rücksichtslos ausgelebter Egomanie. Dennoch ist "Die Frauen" weniger ein Künstlerroman, als vielmehr ein Gesellschaftsporträt des bigotten Amerikas der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Gelungen sind dem Autor auch Architekturbeschreibungen wie diese:
"Sie war fast überrascht, als Taliesin in Sicht kam, der zugefrorene See, der unter einer weißen Decke lag, das Haus, das sich flach an den Boden schmiegte, geduckt unter der Last des Schnees und dem Wald von Eiszapfen am Dachgesims. Es sah aus wie etwas, das die alten Kelten oder noch frühere Völker hätten gebaut haben können: mystisch, aus der Zeit gerissen, uralt wie die Erde, auf der es stand, und der Stein der Säulen, die es stützten. Was hatte sie noch gleich gesagt, als sie die gewundene Auffahrt hinauffuhren? Dass es wunderschön sei, magisch? Ach nein: dass es lebendige Kunst sei. So hatte sie es genannt: lebendige Kunst."







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