Bene Büromöbel
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Der Stoff, aus dem die Räume sind
14. Nov. 2011

Der Stoff, aus dem die Räume sind

Textiles hält Einzug in die Büros. Die Ära glatter, kühler Werkstoffe in Reinkultur scheint passé. Denn heutzutage sind Arbeitsumgebungen gefragt, die Emotionales zulassen und Atmosphäre schaffen – mit Stoffen und Farben. Und deshalb ziehen sich die Büros jetzt warm an.

Jahrzehntelang spielte Stoff in Büroräumlichkeiten eine untergeordnete Rolle. Sicherlich, der eine oder andere Spannteppich als Fußbodenbelag und die gelegentliche Gardine des Typs 08/15 waren anzutreffen, aber man wollte praktisch sein, nicht anheimelnd. Wer sich modern und zeitgeistig gab, brachte sein Savoir-Vivre durch Glas und Metall zum Ausdruck: "Ästhetisch, aber kühl" war die Maxime. Melamin repräsentierte die Werkstoff gewordene Botschaft einer Ära: hart, glatt, kühl – und abwaschbar.


Freilich, dieser funktionalistische Zugang zur Ausstattung von Bürointerieurs und Möbeln hat eindeutige und bewährte Vorzüge. Alles wirkt stets sauber, neu. Kein Kaffeehäferl hinterlässt nachhaltig Spuren auf der spiegelnden Schreibtischoberfläche. Weniger optische Ablenkungen lassen den Benutzer sich auf das Wesentliche konzentrieren. Vermittelt wird Seriosität und Kompetenz.

So musste sich in den letzten 50 Jahren auch Holz, wenn vorhanden, dem Diktat der polierten Funktionalität unterordnen. Bei Sitzmöbeln spielten Textilien eine untergeordnete Rolle: Wo harte Materialien nicht gefragt waren, dominerte – ebenfalls glatt – Leder.


Shift happens


Aber jetzt birgt die aktuelle Umdefinition klassischer Büroarbeit und die damit einhergehende Neudefinition klassischer Büroräume die Chance, einen frischen Blick auf die Werkstoffe zu werfen. Enter: Textil!

Denn nicht überall ist Kühle und Distanz gefragt, sondern vermehrt entspannte Atmosphäre, Aufforderung zum zwischenmenschlichen Austausch! Teambesprechungen und Kundenkontakte verlaufen besser, wenn sie in einer Umgebung stattfinden, die das Emotionale zulässt oder sogar betont. Genau hier kommen Textilien als Material zum Zug und vermehrt wieder in die vier Bürowände.


Trendwende? Ja bitte!


Wer aktuelle Kataloge und Designbücher durchblättert, kann ihn direkt spüren, den Befreiungsschlag des EQ´s (der Emotionalen Intelligenz) gegen unmenschlichen Funktionalismus. Fast mutet es an wie ein kollektives Aufatmen: Wir wollen keine Metall-Stühle, auf denen wir nicht hüpfen können. Dafür braucht es ein Sofa, Wohnzimmer-Atmo und jede Menge Stoff, Stoff, Stoff... Unternehmen wie Google & Co. zeigen inzwischen weltweit vor, wie das Kindsein im Büro zu kreativen Höchstleistungen anspornen kann. Lasst uns eine Kissenburg bauen!

Kurzum: Der Einsatz von Stoff transportiert eben andere kommunikative Botschaften. Lebendigere. Und Kommunikation, horizontale wie vertikale, ist nun mal die zentrale Säule gut funktionierender Unternehmen. Die Zonen, in denen Kommunikation stattfindet, dürfen zwar weiterhin funktionell sein, aber "menscheln" dürfen sie eben auch. Zudem verlangt die voranschreitende Verdichtung der Arbeitsplätze danach, den Mitarbeitern auf eine andere Art als bisher Wertigkeit und Identität zu vermitteln.

PARCS von Bene kann hier als einer der Vorreiter der neuen Entwicklung angesehen werden: ein Raum bildendes Möbelensemble mit dem erklärten Ziel, ein inspirierendes Arbeitsumfeld für Meetings, Teamwork, Präsentationen, Warten und Entspannen zu schaffen. Ach ja: Dass dabei Textilien eine entscheidende Rolle spielen, versteht sich fast von selbst...


Guter Stoff


Wer Stoff verwendet, braucht möglichst den besten. Im Falle von PARCS entstand deshalb eine immer engere Zusammenarbeit von Bene mit der dänischen Firma KVADRAT. Auch deshalb, weil neben Qualität eine umfassende Auswahl an Farben, Texturen, Stoffen und Mustern gefragt war und ist. Das trifft sich gut: Als bedeutender global player in ihrem Sektor ist KVADRAT weltweit bekannt und gesucht – gerade wegen ihrer Stoffe für Büro- und Objektbedarf.

Im Jahr 1968 wurde das Unternehmen als kleine Textilfirma gegründet und ist in Ebeltoft an der dänischen Ostküste beheimatet, wo sich auch das Lagerhaus mit insgesamt 800.000 Metern an Stoffen befindet. Weltweit ist KVADRAT in 20 Ländern vertreten und macht 90 Prozent seines Gesamtumsatzes im Export.

In den letzten Jahren hat sich KVADRAT zu einem wichtigen Faktor nicht nur in der Textilherstellung, sondern auch in den Bereichen Design und Kunstförderung entwickelt – ein Beispiel dafür ist das Projekt "Textile Field" der Erfolgsdesigner Ronan & Erwan Bouroullec. Und gemeinsam mit BMW entwickelte KVADRAT Concepts Cars.

Ein Hauptaugenmerk von KVADRAT liegt auf der sorgfältigen Auswahl der Farben und Muster ihrer Kollektionen, denen man nachsagt, vom klaren Licht Skandinaviens beeinflusst zu sein und vom Blick aufs Meer, den jedes Büro bei KVADRAT bietet. Natürliche Textilien und nachhaltige Produktion sind eine Selbstverständlichkeit, das zeigen unter anderem die ISO 14001 Zertifizierung und mehrere Auszeichnungen durch Öko-Labels wie die EU-Blume.


Material, Funktionalität, Wirkung


Was sind nun die Ansprüche an Textilien, an Stoffe – besonders im Bürokontext?
Allem voran sollten sie feuerfest oder zumindest schwer entflammbar sein. Außerdem robust, im Falle der Polstermöbel bedeutet das scheuerbeständig: Abnutzungsspuren dürfen sich nicht allzu schnell bemerkbar machen. Gemessen wird das in sogenannten "Scheuertouren". In einem Prüfverfahren wird die Robustheit des Stoffes danach bestimmt, wie viele "Touren" er übersteht.

Aber auch biologische Aspekte, die Herkunft und Verarbeitung der Materialien, der Garne und Farben, spielen eine große Rolle. Nicht bloß aus ökologischer Verantwortung, sondern auch um ein gesundes Büroklima zu garantieren. Nur biologisch unbedenkliche Natur-Produkte verhindern das Ausdampfen von Chemikalien und sind so ein wertvoller Beitrag für eine produktive, gesundheitlich unbedenkliche Atmosphäre in den Arbeitsräumen.

In den Bereich der Funktionalität fallen so diverse Aspekte wie harmonische Anpassung an das Design, attraktives Aussehen oder einfach Gemütlichkeit und Sitzkomfort. Der Körper erfasst bewusst wie unbewusst die Qualität, die Textur der Stoffe und reagiert darauf mit positiven Emotionen und mit Wohlbefinden. Dabei sind die Grenzen zwischen Funktionalität und Wirkung fließend. Haptik, Optik – hier vor allem Farben, aber auch Muster, sowie die sichtbaren Aspekte der Textur und Oberfläche – wirken schon beim Betreten des Raumes stark auf die Psyche und beeinflussen sofort die Stimmung des Eintretenden.

"Farbe ist untrennbar verbunden sowohl mit Textur als auch Form – sie ist mehr als der Pantone-Code", lautet hier das Credo des Textildesigners Giulio Ridolfo, einer der zahlreichen Designer, mit denen KVADRAT bei der Stoffentwicklung zusammenarbeitet. Er bezieht sich dabei auf die international gebräuchliche und tausende Nuancen umfassende Kodierung von Farben durch das amerikanische Unternehmen Pantone LLC.

Berücksichtigung findet dieses Credo auch in der Bene Sitzmöbel-Kollektion, für die nicht weniger als 350 Farben zur Auswahl stehen... Aktuell sind neben der Trendfarbe Senfgelb auch Blautöne in verschiedenen Schattierungen gefragt, insbesondere der Blau-Grünton Cyan; darüber hinaus auch warme Grautöne, ergänzt durch die Farbe Lava.

Doch welche Farbe eignet sich wofür?
Wer dem eigenen Gefühl misstraut oder einfach einmal eine etwas objektivere Einschätzung sucht, kann sich an "Fabric Inspiration" orientieren, einem Leit-Faden auch im wörtlichen Sinne, der von den PARCS-Designern PearsonLloyd entwickelt wurde. "Fabric Inspiration" ist eine Kombinationshilfe: Eine Auswahl an etwa 45 Farben steht hier in einem definierten Zusammenhang und leitet dazu an, wie PARCS idealer Weise farblich, aber auch hinsichtlich der Textur gestaltet werden kann.

So eröffnen sich neue Wege, die Antworten auf aktuelle Fragen der Bürogestaltung geben sollen. Damit aus dem Stoff Ihrer Träume der Stoff Ihrer Räume wird.


Nicole Kolisch






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