Digitale Wirklichkeiten
Let´s take it easy – if you can!
Instant Messenger, Webforen, Blogs, RSS-Feeds, Social Networking Websites und mehr – Kommunikationsformen ändern sich. Und uns.
Wie oft haben Sie heute schon zum Handy gegriffen, wie viele E-Mails gelesen? Keine Frage: Internet und Mobiltelefonie haben unsere Kommunikation gewaltig erweitert. Eine SMS wie "komme 10min später" oder eine E-Mail "Bitte angehängten Text bis morgen prüfen und ggf. anpassen" überraschen uns mittlerweile nicht. Viel eher, wenn das "Gegenüber" sein Handy nicht mit hat oder seine E-Mails nur wöchentlich liest. Also wirklich, wie kann man nur? ;-)
Die gewonnene Zeit
Je schneller ein Weg zurückgelegt werden kann, desto weniger Zeit verbringt man mit dem Zurücklegen von Wegen. Klingt logisch, ist aber nicht so. Jedenfalls im Verkehrsbereich hat sich diese Annahme nicht bewahrheitet. Es werden einfach die zurückgelegten Strecken länger. Und in der Kommunikation?
"Je schneller ich Nachrichten austauschen kann, desto weniger Zeit verbringe ich mit dem Austauschen von Nachrichten." Hallo!? Wie lange sind Sie heute vor Ihrem Posteingang gesessen? ;-) Aber klar doch: Sie erhalten mehr Informationen und können mehr Informationen aussenden. Wie schön, wenn die Technik die Arbeit so erleichtert….o;)
Der erweiterte Horizont
Dass uns das Internet eine Vielzahl an Informationen in kürzester Zeit zugänglich macht, ist inzwischen ein alter Hut. Dass man in der Flut an Informationen nicht immer gleich die gewünschte findet, bei der man sich auch sicher sein kann, dass sie richtig ist, ebenso. Doch klar ist auch, dass das World Wide Web unseren Horizont erweitert – nicht nur geografisch. Es kommt also vor allem auf Ihre Selektionsfähigkeit an und auf Ihr Gespür, was könnte stimmen oder nicht. Früher hieß es, glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht. Heute hat sich nur das Trägermedium verändert. Mit dem großen Unterschied, dass jeder kann und jeder darf – nämlich seine Inhalte ins Netz stellen.
Immerhin hat kürzlich sogar Wikipedia-Gründer Jimmy Wales vorgeschlagen, die Editierfunktion in Wikipedia einzuschränken, nachdem 2 US-Senatoren von Wikipedia-Autoren für tot erklärt wurden, als sie der Inauguration von Barack Obama nicht bis zum Ende gefolgt waren. Doch das – wie auch der Einfluss des Internets auf unsere politische Kultur - ist eine andere Geschichte.
Die digitale Kontaktbörse
Apropos Netz: Open your mind and meet new friends! Soziale Netzwerke waren für den Menschen immer schon wichtig. Die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft bietet zahlreiche Vorteile, wie Sicherheit, Unterstützung, Ansprache u.v.m.
Auch in der modernen Arbeitswelt läuft ohne das Knüpfen und Pflegen von Kontakten so gut wie nichts mehr. "Networking" ist in den letzten Jahrzehnten zu einem wesentlichen Bestandteil nicht nur beruflicher Tätigkeiten, sondern auch beruflicher Identität geworden. Und die IT hat mit ihren Entwicklungen maßgeblich dazu beigetragen.
In der Informatik bezeichnet der Begriff "Soziales Netzwerk" ja Netzgemeinschaften bzw. Dienste, die über Web 2.0 Anwendungen und Portale realisiert werden – bekannte Beispiele sind MySpace, Facebook, MyLOL, Xing und wie sie alle heißen. Auf solchen Webseiten können User persönliche Profile erstellen, Fotos hochladen, Nachrichten versenden und Empfangen, Kontaktlisten und Blogs (Tagebücher/Journale) führen und noch vieles mehr. Solche Webangebote haben sich in den letzten Jahren betreffend Userzahlen gewaltig entwickelt. Um bei den vorigen Beispielen zu bleiben: MySpace hat mit seinen rund 5,5 Jahren bereits 260 Millionen registrierte Mitglieder, Facebook nach 5 Jahren 150 Millionen aktive Nutzer. Im Durchschnitt hat ein Facebook-User dort 120 Freunde und Bekannte. Weltweit zusammengerechnet, werden auf Facebook 3 Mrd. Minuten pro Tag verbracht und mehr als 850 Millionen Fotos pro Monat hochgeladen.
Ein Teil dieser sogenannen social networking sites zielt rein auf den privaten Bereich ab - auch Single-Börsen gehören dazu. Andere können aufgrund intelligenter Zutrittsfunktionen zu den einzelnen Profilen sowohl privat als auch geschäftlich genutzt werden und manche (wie z.B. XING) dienen als reine Business Netzwerke.
Deshalb sitzen Sie nicht dem Irrtum auf - Netzwerken per Facebook und Co hätte bei der "Arbeit" nichts verloren. Es ist die Kommunikationsform der Zukunft, und die hat bereits begonnen!
Was das Business erobert
Ob es nun der Drang zum Exhibitionismus ist oder verstecktes "Productplacement" - YouTube ist in. Bei der Fülle von hochgeladenen Videos glaubt man es kaum, aber tatsächlich wurde YouTube erst vor vier Jahren gegründet. Inzwischen gehen bereits zehn Prozent des gesamten Datenverkehrs im World Wide Web auf YouTube-Videos zurück. Broadcast Yourself – Privates, Schräges und Lustiges… die Videofreudigkeit scheint kein Ende zu nehmen. Aber nicht nur "just for fun" wird YouTube verwendet – auch Informatives lässt sich finden, ob Wissenschaftliches, Journalistisches oder einfach Firmen- und Produktpräsentationen. Kritisches Hinterfragen vorausgesetzt – wie das bei allen Web 2.0 Anwendungen notwendig ist –, kann YouTube auch für die Arbeit nützlich sein.
Ebenso das bereits erwähnte Wikipedia - vielfach bewährt. Natürlich: In wissenschaftlichen Arbeiten wird die freie Online-Enzyklopädie als Quellenangabe nicht gern gesehen, aber für den Alltag (sowohl privat als auch geschäftlich) gibt’s keine schnellere Informationsquelle, die so umfassend ist.
Chatten und Twittern
Und was ist mit chatten während der Arbeit? – Also das geht ja wohl gar nicht! Früher sollte man sich dabei lieber nicht erwischen lassen, heute sind Instant Messenger wie ICQ oder Skype oftmals schon durchaus gewünschte Tools zur Kommunikation am Arbeitsplatz, die durchaus helfen, den Datenmüll auf firmeneigenen Servern zu reduzieren. Denn kurze Fragen lassen sich so schneller stellen und beantworten als per E-Mail, zumal ankommende Mails nicht immer gleich bemerkt werden. Und wenn man gerade nicht gesprächsbereit ist, kann man mit nur zwei Klicks sein Status-Icon umstellen, so dass man nicht gestört wird.
Noch eher abseits des Büroalltags steht das Twittern – obwohl, auch das ist im Anmarsch. Twitter ist ein 2006 entwickelter Mikro-Blogging Dienst und soziales Netzwerk. Als angemeldeter Nutzer kann man via Web oder Handy Textnachrichten von maximal 140 Zeichen Länge senden und empfangen. Das wäre ja noch nicht allzu neu - man kann aber auch die Nachrichten ("Updates" genannt) anderer Nutzer abonnieren – in der Twitter-Sprache heißt das dann: ihnen folgen. Der Absender kann entscheiden, ob er seine Updates allen "Followern" zur Verfügung stellt oder auf eine Freundesgruppe beschränkt. Übers Handy kann man z.B. auch Wörter "tracken". Damit kann man beispielsweise den Namen seiner Lieblingsband an den Trackservice für einen Radiosender schicken und bekommt dann sofort eine SMS, sobald ein Lied der Band im Radio zu hören ist.
Zuweilen werden Twitter auch von großen Unternehmen, wie z.B. Sun Microsystems, BBC oder der NASA verwendet, um Neuigkeiten zu veröffentlichen.
Really Simple Syndication – schon eingestellt?
Und dann gibt’s da noch die RSS-Feeds. Sagen wir, Sie interessieren sich für eine Webseite, auf der regelmäßig Neuigkeiten publiziert werden. Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben möchten, ohne jedoch die Webseite täglich besuchen zu wollen, dann hilft ihnen die Technik der "Really Simple Syndication". Vom Webseitenbetreiber bereitgestellte Inhalte können so abonniert werden. Mit einer entsprechenden Software wird der RSS-Feed in regelmäßigen Abständen überprüft, und Sie werden bei neuen Einträgen darüber informiert. Ganz einfach also und individuell handzuhaben.
Mit einem Wort - die digitale Welt hat uns eine Menge neuer Kommunikationstools zur Verfügung gestellt. Welche man davon nutzen möchte, bleibt dem Einzelnen überlassen. Spannend wird´s nur, wenn Ihr Persönlichkeitsprofil zunehmend über Ihre öffentlichen Präsenz im Netz beurteilt wird. Dann geht’s nämlich daten- und karrieretechnisch so richtig ans Eingemachte….
Doch auch das ist eine andere Geschichte – demnächst in einem unserer nächsten Office.Infos.
Watch-list - für all jene, die noch nicht genug vom Thema haben:
Zur Erfindung des Internet:
The history of you tube :
Und: das bis dato meist gesehene Video auf you tube
Brigitte Schedl-Richter




