Dr. Wolfgang Neubert, Neutorgasse 4-8
Büro am Puls der Zeit: In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Diesmal: Dr. Wolfgang Neubert, neuer Vorstand für Vertrieb der Bene AG, weiß genau, welches Büro ihm gefällt... im Gespräch mit Brigitte Schedl-Richter.Herr Dr. Neubert, Sie konnten im Rahmen Ihrer früheren Tätigkeiten unterschiedlichste Branchen wie die Private Equity- oder Automotive-Industrie kennenlernen. Setzten Sie sich auch mit dem Thema "Büro" auseinander?
In gewisser Weise schon. Denn im Rahmen meiner jahrelangen Consulting-Tätigkeit habe ich unzählige Büros kennengelernt bzw. in diesen gearbeitet, weil ich ja oft monatelang im Unternehmen eines Klienten vor Ort war. Da lernt man einiges kennen.
Beeinflussten Sie diese Büros in Ihrer Arbeit?
Beeinflusst ist hier das falsche Wort. Doch machten sie immer einen starken Eindruck auf mich und verrieten mir einiges über das jeweilige Unternehmen und dessen Management. Büroräume sagen einfach unheimlich viel über den oder diejenigen, die darin arbeiten, aus. In einem größeren Kontext – sie zeigen die Stimmung, das Selbstverständnis, die Energie, die Kultur, die ein Unternehmen hat. Wenn ich heute ein Büro betrete, kann ich abschätzen, wie hier gearbeitet wird.
Da sind wir ja genau am Bene-Thema....
Richtig. Bene arbeitet diese "Wirkungsweise" von Büro konzeptuell auf und bringt sie mit seinen Produkten und Leistungen unter dem Motto "Büro wirkt" auf den Punkt. Meines Erachtens haben noch viel zu wenige Unternehmer erkannt, welch unglaubliches Potenzial in diesem Thema steckt. Und zwar nicht nur Richtung "Wohlfühlen" und ähnlichen Soft Skills, sondern tatsächlich hinsichtlich Produktivität und wirtschaftlichem Outcome.
Wie sieht Ihr ideales Büro aus?
Es gibt einige Dinge, die mir wichtig sind: Licht zum Beispiel. Ich liebe viel Tageslicht in einem Raum, großzügige Fenster und – wenn es möglich ist – einen inspirierenden Ausblick. Transparenz, Ein- und Durchblick nach innen und außen finde ich wichtig. Außerdem lege ich Wert auf klare Strukturen. Technische Hilfsmittel und Kabel sollten gut verstaut und am besten unsichtbar sein.
Wie gefällt Ihnen denn Ihr neues Büro hier am neuen Wiener Bene Standort in der Neutorgasse?
Ich habe ja zwei Arbeitsplätze – einen in Wien und einen in Waidhofen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir beide nicht selbst ausgesucht habe. Unsere Innenarchitektin Sigrid Mayer hat die Büros vorgeschlagen, und ich habe sie gerne so akzeptiert – ich fühle mich sehr wohl hier.
Man muss jedoch dazu sagen, dass ich in meiner Funktion als Vertriebschef viel unterwegs bin und wenig Zeit in der "Zentrale" verbringe. Ich sage immer, mein eigentlicher Arbeitsplatz befindet sich deshalb in meiner Reisetasche, die ich immer bei mir habe.
Sie haben wenig "Persönliches" in Ihrem Büro ... ?
Das ist richtig. Trophäen, Pokale oder ähnliches sind mir nicht so wichtig. Ein Foto meiner Frau wird hier allerdings noch Platz finden.
Meine bisherige Arbeit hat mich sicherlich sehr geprägt. Für mich gilt "clean desk" am Abend. Da wird der Arbeitsplatz völlig abgeräumt, um am nächsten Tag mit neuen Aufgaben und Prioritäten neu starten zu können.
Bei Ihren oftmaligen Ortswechseln – sind Sie immer und überall erreichbar?
Grundsätzlich schon. Allerdings muss man sein Handy abstellen, wenn man in einem Gespräch ist. Oder ich blocke einmal ein paar Stunden, um ein Projekt in Ruhe durchdenken zu können. Für mich ist das eine Frage der persönlichen Arbeitsorganisation und des Zeitmanagements. Ich bin also nicht jemand, der ausschließlich auf Handy und Laptop fokussiert ist. Das sind nützliche Arbeitsinstrumente. Wie auch mein Notizblock und meine Füllfeder.
Bevorzugen Sie eigentlich offene Bürostrukturen oder lieber geschlossene Einheiten?
Wie gesagt, ich habe tatsächlich schon in allen erdenklichen Büroformen gearbeitet und kann mich – glaube ich – gut anpassen. Sehr vorteilhaft finde ich offene Räume, so wie hier bei Bene, gegliedert mit transparenten Modulen, wo man sowohl Blickkontakt hat, als auch Rückzugs- und Konzentrationsmöglichkeiten nützen kann.
Apropos Bene – was sind für Sie die wichtigsten Benefits, die Bene zu bieten hat?
Erstens unser Konzept: Der gestaltete Raum und der individuell konfigurierte Arbeitsplatz sind unser Produkt. Mit der Möbelkollektion PARCS oder mit der Gestaltung unserer Schauräume besetzen wir als Themenführer genau die Inhalte, die die Bürozukunft ausmachen.
Zweitens: Wir verkaufen keine Möbel, sondern Lösungen. Gleich ob Flächeneffizienz, Flexibilität oder Themen wie Medienintegration – Bene-Kunden bekommen bei uns maßgeschneiderte Lösungen zu Serienpreisen.
Drittens: Sales Experience - auch im B2B-Bereich geht es um das Kauferlebnis, um Glaubwürdigkeit, Authentizität und Zuverlässigkeit. Wir sind kompetente Ansprechpartner und nicht Keiler. Wir kommunizieren fair und auf gleicher Begegnungsebene mit unseren Kunden, unterstützen ihn professionell und schaffen Lösungen für seine Anliegen.
Welche beruflichen Pläne haben Sie als nächstes?
Ich war während der letzten vier Monate sehr intensiv in der Bene-Welt unterwegs, habe viele Gespräche geführt und die internen Prozesse kennengelernt. Für mich folgt jetzt eine kurze Phase der Aufarbeitung und der Strategieentwicklung. Danach bin ich wieder unterwegs, denn ich verstehe meine Aufgabe darin, vor Ort zu sein – bei unseren Kunden, Partnern und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Wenn Sie mich fragen, was das Unternehmen Bene in den nächsten Monaten erwartet: Natürlich ist der Status Quo noch immer schwierig. Der Investitionsstau bei unseren Kunden löst sich nur langsam auf. Wir müssen das Geschäft ankurbeln. Das geht nur mit positiver Stimmung, mit dem internen Konsens aller, mit Engagement daran zu arbeiten und mit den richtigen Signalen am Markt: wie z.B. unserem Messeauftritt jetzt auf der ORGATEC oder der erfolgreichen Erweiterung unseres Produktportfolios mit PARCS, RM oder den Bene Drehstühlen. Mit einem Wort – die Stärken, die wir jetzt schon haben, zu intensivieren.
Herr Dr. Neubert, vielen Dank für das Gespräch.




