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Knowledge-Worker: The new Working-Class-Heroes
8. März 2010

Knowledge-Worker: The new Working-Class-Heroes

Wissen – oder besser: Knowledge – ist im 21. Jahrhundert der zentrale Faktor der Ökonomie. Informationen werden permanent neu bearbeitet und weitergegeben. Jene, die dafür „zuständig“ sind, sind die sogenannten Knowledge-Worker. Nicht dass Sie glauben, dazu gehörten nur Bildungsberufe. Wahrscheinlich gehören auch Sie dazu!

OK - bei den Vertretern der Creative-Class, Entwicklern, Lehrenden oder Wissenschaftlern, scheint es naheliegend. Aber es sind ebenso gut Key-Account-Manager, Marketingverantwortliche, Journalisten, Trainer, Umweltspezialisten, Koordinatoren oder Ernährungsberater – praktisch keine Branche und keine Position in einem Unternehmen ist davon ausgenommen. Wissen ist die Basis jeder wirtschaftlichen Tätigkeit, und das Teilen von Wissen schafft eindeutig Mehrwert.

Und genau damit wird es auch für das Thema Büro spannend. Besitzen doch Knowledge-Worker trotz vieler Gemeinsamkeiten unterschiedliche Arbeitsweisen, die es zu erforschen gilt...


The way of work


"Nein, ich bin heute nicht an meinem Schreibtisch. Aber um 13 Uhr können wir uns in der Cafeteria treffen", vereinbart Michael mit einem Kollegen gerade am Handy. "Danach habe ich ein Meeting mit Tina und den anderen aus der Produktentwicklung. Am Nachmittag bin ich dann wieder unterwegs."

Vor zwanzig oder dreißig Jahren war eine derartige Mobilität im Arbeitsalltag noch Seltenheit. Dies lag einerseits daran, dass die technischen Kommunikationsmittel in der heutigen Form noch nicht existierten, und andererseits, dass die Arbeiten wenig räumliche Flexibilität zuließen oder erforderten. Die Prozesse waren in den vergangenen Jahrzehnten oft linear, die Arbeit häufig von Routine geprägt, die Mitarbeiter stationär tätig. Dementsprechend waren auch die Büros gestaltet – linear, wenig flexibel und sehr uniform. Natürlich: Es gab im Laufe der Zeit Verbesserungen an Möbeln und Arbeitsplätzen, doch die Grundstruktur blieb teilweise bis heute unverändert. Dass diese im angebrochenen Wissenszeitalter nicht mehr zeitgemäß ist, liegt auf der Hand. Knowledge steht im 21. Jahrhundert im Mittelpunkt der Arbeitswelt – zusätzlich sind Kreativität und Innovation gefragt. Bereits 80 (!) Prozent der beruflich Tätigen in den entwickelten Ländern sind mit wissensbasierter Arbeit befasst. Und die benötigt ein anderes Umfeld als die lineare Routinearbeit. Diese Erkenntnis wurde bisher allerdings kaum in Raumkonzepte übersetzt. Doch in Zukunft gilt statt dem Code "Schreibtisch und Computer" der Code "Raum und Dialog". Denn Wissensarbeiter nutzen vermehrt die gesamte Infrastruktur.


Typologie der Knowledge-Worker


"Wie nutzen Sie Ihr Büro?": Diese Frage stellten die Forscher des Helen Hamlyn Centres im Auftrag von Bene (siehe dazu auch unsere Beiträge "Research für innovative Produktkonzepte" und "Invitation to an ongoing journey", Anm. d. Red.) einer großen Anzahl an Knowledge-Workern aus den unterschiedlichsten Bereichen. Und sie gaben den Befragten ein Blatt, auf dem ein graues Quadrat gezeichnet war, welches ihr Bürogebäude darstellt. Die Probanden sollten ihre Nutzung des Büros mit einigen Strichzügen grafisch darstellen. Die Ergebnisse waren nicht nur amüsant anzusehen, sondern auch durchaus interessant. Denn die eingehende Analyse brachte vier verschiedene Typen von Knowledge-Workern zutage: den Anchor, den Connector, den Gatherer und den Navigator. Sie unterscheiden sich voneinander vor allem in Mobilität und Aktionsradius – und in Folge auch darin, welche Orte, Zonen und Möglichkeiten in ihrem Büro das jeweils ideale
Umfeld bieten.


Der Anchor


Beginnen wir beim Anchor: Wie der Name schon sagt, bevorzugt er einen festen Platz im Büro. Dort spielt sich der Großteil seiner Arbeit ab. Dementsprechend muss dieser auch auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sein, schließlich verbringt er rund 90% seiner Arbeitszeit dort. Was er gar nicht brauchen kann, ist Lärm. Ständig Telefongespräche von Kollegen mithören zu müssen, beeinträchtigt seine Konzentration. Akustische Abschirmungen sind erforderlich – sei es als fixer Bestandteil des Arbeitsplatzes oder als mobile Wand. Ist man lange Zeit am gleichen Platz beschäftigt, spielt generell der Komfort eine wesentliche Rolle. Neben der Akustik müssen auch Optik und Ergonomie stimmen. Auch der Tisch sollte anpassungsfähig sein und für alle Arbeiten geeignet – sowohl für Tätigkeiten am Computer als auch für kurze Treffen und Gespräche mit Kunden und Kollegen. Ein gemütlicher Wohlfühl-Bereich in der Nähe des Arbeitsplatzes ermöglicht Erholung und ungestörtes Lesen.


Der Connector


Der Connector: Er ist rund die Hälfte seiner Zeit am eigenen Schreibtisch tätig, die andere Hälfte im Bürogebäude unterwegs – von seinem Tisch zu dem eines Kollegen, dann zum Meetingroom, dazwischen zur Cafeteria oder Kantine und wieder zu einem anderen Kollegen, bevor er wieder an seinem eigenen Tisch eintrifft. Verfolgt man seinen Weg durchs Büro, so sieht man zahlreiche Linien, die unterschiedliche Arbeitsplätze und Bereiche miteinander verknüpfen. Er stellt sicher, dass der Informationsfluss passt, holt Informationen und verteilt diese. Er beobachtet und vermittelt. Der Connector ist als Inhouse-Wanderer räumlich flexibel – eine ebensolche Ausstattung unterstützt ihn bei der Arbeit. Ein Board hier, eine mobile Trennwand da, ein Workshop-Bereich, in dem die Möbel unkompliziert ein- und umstellbar sind. So lässt es sich kreativ arbeiten.


Der Gatherer


Der Gatherer ist oft auch außerhalb des Bürogebäudes unterwegs. Kundenbesuche und Meetings mit Partnern sind keine Seltenheit. Für die Zeit, die er im Büro verbringt, benötigt er jedoch Bereiche, in denen er sich konzentrieren kann. Ruhige Plätze und Vorhänge oder Schiebewände schaffen das nötige Umfeld, in dem ungestörtes Arbeiten möglich ist. Hier kann er verarbeiten, was er auf seinem Weg durch Zeit und Raum mitgebracht hat, hier ist seine Landefläche, sein Rückzugsort. Aber der Gatherer braucht auch Orte des Austausches von Informationen. Hotdesks – Tische, deren Plätze von verschiedenen Personen flexibel nutzbar sind – sind ihm wichtig. Der Gatherer ist immer und überall ein "verlebendigter" Knotenpunkt des Wissens. Er wählt die Orte, an denen er tätig ist, frei aus. Sie stehen ihm zur Verfügung und passen sich seinen Wünschen an.


Der Navigator


Zum Abschluss: der Navigator. Er ist fast ständig auf Achse und pendelt zwischen Partnerfirmen, Außenstellen, gemieteten Lokalen in anderen Stadtteilen oder Städten. Er arbeitet im Hotel, im Café oder zu Hause. Sein Arbeitsleben besteht vielfach aus Geschäftsreisen und manchmal ist er über viele Wochen nicht im Büro. Wenn er jedoch zurückkehrt, so will er – wie auch der Gatherer – sich nicht als Außenseiter fühlen, sondern spüren, willkommen zu sein. Ein zentraler und freundlicher Ankunfts- und Arbeitsbereich ist hier wertvoll. Hier geht es vor allem um die verschiedenen Formen der Kommunikation. Entsprechend ausgestattet bietet die sogenannte Welcome Zone sowohl die Möglichkeit, sich mittendrin zu fühlen, als auch, sich zu einem ungestörten Meeting mit Kollegen zurückziehen zu können. Jene 10 Prozent der Arbeitszeit, die der Navigator im Büro verbringt, drehen sich um Informationsaustausch und die Teilnahme an Meetings. Sein Leben besteht also vor allem aus Kommunikation und der Verarbeitung von Informationen in Wissen. War schon der Gatherer auf flexible räumliche Nutzung bedacht, so gilt dies umso mehr für den Navigator. Die freie Wahl zu haben – das ist ihm wichtig, das inspiriert ihn.

Michael hat sich in einer der Beschreibungen eindeutig wiedererkannt. Und Sie? Welcher Arbeitstyp sind Sie? Welche Zonen sind für Sie ideal? Finden Sie es heraus! Bene bietet Lösungen für alle Ansprüche an die Bürowelt von heute und morgen. Nicht umsonst heißt es bei Bene: Der gestaltete Raum ist unser Produkt.




Anna Voltren

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