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10. Dez. 2012

Pro und Contra: SMS als Weihnachtsgruß

Nur 160 Zeichen lang aber schon zwanzig Jahre alt, für viele die beste aller möglichen Kommunikationsformen, für andere ein einziges Ärgernis: die Kurznachricht, die das Schreiben endgültig vom Schreibtisch gelöst hat, kommt auch an den Feiertagen gerne zum Einsatz. „Frohe Weihnachten“ per SMS –sind Sie dafür oder dagegen?

Das Pro zum SMS

Sie finden SMS unpersönlich, infantil, nichtssagend? Ich auch. Aber, ob man es akzeptieren will oder nicht: Das SMS ist zu einem Allrounder-Werkzeug in so gut wie allen Lebenslagen geworden. Es kündigt Verspätungen an, tröstet und gratuliert, kann traurig, lustig und nachdenklich sein. Sogar Beziehungen, so hört man, seien schon per SMS beendet worden.

Lassen wir einmal dahingestellt, ob das gut oder schlecht ist. Der kluge Mensch der Moderne nutzt die Werkzeuge, die ihm geboten werden und spart Zeit, Geld und Nerven. Vor allem zu Weihnachten, einem Fest, das sowieso schon einiges abverlangt.

Auch wenn sich also Herr Knigge im Grab umdreht, lasse ich mir keine grauen Haare wachsen und sende die frohe Weihnachtsbotschaft als flotte Kurznachricht. Zugegeben: Das mehrfache Versenden einer gleichlautenden Botschaft plagt mein Gewissen natürlich schon ein wenig. Aber manchmal heiligt der Zweck die Mitte(i)l(ung). Auch Jesus hätte sicher gerne zu moderneren Kommunikationsmitteln gegriffen, um seine Botschaft zu verbreiten.

Und überhaupt: Im Kampf "SMS gegen Familienfotoweihnachtskarte (Stichwort: Rentierpullover)" gewinnt meine Mitteilung auf jeden Fall. Denn was sie sagen will ist einfach, aber nett: Ich denke an euch, ich wünsche euch ein schönes Fest, wir sehen uns, bleibt tapfer.

Das mag jetzt nicht sonderlich individuell erscheinen, aber, und jetzt festhalten: so funktioniert Kommunikation. Das "Guten Morgen" der Kollegen ist schließlich auch nicht originell, trotzdem wäre es seltsam, wenn sie es niemals sagen würden. Genauso ist es mit dem Weihnachts-SMS - mehr ist mehr.


Angelika Molk



Das Contra gegen das SMS


"Wir brauchen wieder mal einen netten, weihnachtlich angehauchten Lesestoff, Leute!", hieß es in der November-Redaktionssitzung voll Elan. "Warum sammeln wir nicht ein paar witzige Ideen zum Für und Wider von WeihnachtsSMSen?", kommt es von meiner Schreibverbündeten vis-à-vis.
Gesagt – getan. Das "Wider" landete zielgenau bei mir und seither brennt sich besagtes Akronym, das durchaus auch eine Abkürzung für eine sensomotorische Störung sein könnte, in meine Pupillen ein.

Weil es mir jedoch trotz aller Bemühungen so gar nicht weihnachtlich werden mag, denke ich bei mir "Mal sehen, was GOOGLE spricht!" und lande bei ...... SMSGOTT.de !

Na, wenn das mal kein Zeichen ist!! Einmal "SMS" GEGOOGLed und schon beim höchsten aller Wesen gelandet. Wie machen die Nerds in Kalifornien das nur? Mit solchen Connections wundert mich gar nichts mehr. Selbst zwanzig Stunden Firmungsunterricht haben mich nicht so schnell ans Ziel gebracht.

Wenn nun also schon beim ALLERHÖCHSTEN gelandet, muss ich mich doch etwas ernsthafter mit dem Thema beschäftigen und stoße schließlich auf die essenzielle Frage: wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für eine XMAS-SMS? Angenommen Sie gehören nicht zu den Ungeduldigen, die schon am 24. Dezember frühmorgens ihre Freunde daran erinnern, dass sie gefälligst aufstehen sollen, weil´s am Abend was zum Feiern gibt, bieten sich am ehesten die Nachmittagsstunden an, um die Frohbotschaft zu verbreiten. Doch auch das birgt Gefahren: zu früh versendet, stört es möglicherweise gerade den feierlichsten Moment. Oder das iPhone-Gebimmel platzt mitten ins harmonische Festessen. In den späten Abendstunden abgeschickt, wirkt es fast schon wieder, als hätte man darauf vergessen....

Sie sehen, das Dilemma ist kaum zu lösen, außer man unternimmt die Anstrengung, statt einer rüden MassenSMS jedem einzelnen seiner Feunde zum individuell abgestimmt richtigen Zeitpunkt mit einer liebevollen Short Message schöne Weihnachten zu wünschen – mit der Gefahr, zur eigenen Bescherung zu spät zu kommen.

Deshalb nütze ich die Gelegenheit und entschuldige mich gleich so bei allen, die mir die ganzen letzten Jahre vielleicht unausgesprochen böse waren, weil ich mich nicht gemeldet habe – ich liebe euch wirklich, Leute! – aber sorry, ich schicke meine SMS doch lieber erst zu Silvester, da weiß ich genau wann der beste Zeitpunkt ist.

SMSGOTT wird mir verzeihen. Und GOOGLE geht´s sowieso nichts an.

Anna Voltren







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