Das weltweit führende Mobilitätsunternehmen BMW fertigt am neuen Standort Leipzig die 3er Limousine und verfügt über eine Produktionskapazität von bis zu 650 Fahrzeugen täglich. Karrosieriebau, Lackiererei, Montage und Verwaltung gruppieren sich erstmals unter einem Dach.
UNTER EINEM DACH. Mit seiner baulichen Struktur und Architektur setzt BMW Leipzig neue Maßstäbe: Karosseriebau, Lackiererei und Montage gruppieren sich unter einem Dach sternförmig um ein Zentralgebäude. Für die Gestaltung des Zentralgebäudes wurde die Stararchitektin Zaha Hadid beauftragt. Dieses Gebäude hat eine klare und besondere Aufgabe: Erstmals sollen die drei Kernfertigungsbereiche direkt miteinander verbunden sein. Damit stellt dieses Bauwerk die Kommunikationsdrehscheibe für das gesamte Automobilwerk dar und prägt dessen architektonischen Eindruck.
DREHSCHEIBE DER KOMMUNIKATION. Zaha Hadid gestaltet das Zentralgebäude bewusst als "aktives Nervenzentrum" des gesamten Werkskomplexes: Immerhin geht es für den Automobilhersteller um die Generierung von Produktivität. Die aber lässt sich längst nicht mehr isoliert im Produktionsprozess und damit im Einsatz modernster Technologien allein gewinnen. Vielmehr liegt die Zukunft im kommunikativen Geflecht aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Bereichen Produktion und Büro – und das gibt der Einrichtung einen ganz neuen Stellenwert. Für das Innere ihres spektakulären Gebäudes entwickelte Zaha Hadid großzügige Raumkaskaden mit unterschiedlichen Raum-Ebenen, auf denen die offenen Bürobereiche angesiedelt sind. Frei in den Raum gehängte Förderbänder transportieren die Fahrzeugkarosserien während ihrer Fertigung durch den Open Space des Büros, an den Mitarbeitern vorbei. Diese raffinierte Inszenierung des Produktionsumfeldes macht das Fertigungsgeschehen für Mitarbeiter und Besucher jederzeit erlebbar und transparent.
NEUER ARBEITSPLATZTYPUS. Eine starke Marke wie BMW will auch für seine Büros eine individuelle und markengerechte Lösung. Mit dem Projektverantwortlichen von BMW entwickelte Bene gemeinsam mit Objektform einen neuen Arbeitsplatztypus. Die Basis bilden vorhandene Möbelkomponenten, die mit neuen Features ergänzt wurden. Nur der Caddy ist ein Serienprodukt, sonst sind Abmessungen, Farben und Oberflächen der Möbel mit BMW gemeinsam erarbeitet. Didi Lenz, Konzept-Verantwortlicher bei Bene: "Manche Kunden möchten etwas kreieren, das es heute noch nicht gibt. Sie sind am Standard von morgen interessiert." Der Arbeitsplatz kann als elektrischer Hubtisch ausgeführt werden. Das Sideboard übernimmt die komplette Medien-Integration. Ein eigens entwickelter Aufsatz sorgt als Sichtschutz für Intimität und dient als Montagefläche für DIN-A0-Pläne. Dieser Screen, gestaltet als durchbrochener Paravent, gilt als "Clou" des Programms: Er ermöglicht auf Augenhöhe Kontakt zum Nachbarn und wirkt zugleich wie ein persönlicher Ankerpunkt im Raum. Denn mitten im Großraumbüro schafft der Screen so etwas wie ein eigenes Fenster, eine persönliche Fassade des Arbeitsplatzes. Ergänzende Komponenten im Raum sind frei stehende Think-Tanks. Akustisch besonders gedämmt, wurden sie entweder dem Management für wichtige Besprechungen persönlich zugeordnet oder fungieren für alle Mitarbeiter als Kommunikationsinseln. Die Möblierung: Besprechungstische und Stühle oder Stehtische. Cubicles sind wesentliche Gestaltungselemente im Open Space, um Privacy, Rückzug und Konzentration zu ermöglichen. Sie vermitteln Identität und fördern gleichzeitig die Kommunikation.
CUSTOMIZED OFFICE FÜR CUSTOMIZED CARS. Heute begegnen wir dem Phänomen, dass immer mehr Unternehmen ihr Selbstverständnis, ihre Werte und Kultur mit der Gestaltung ihrer Büros darstellen wollen. Das Büro, der "Raum des Geschehens", wird als starkes identitätsstiftendes Tool zur Mitarbeiterbindung und zur Darstellung der Unternehmenswerte nach innen und außen erkannt und offensiv eingesetzt. Customized Office nutzt das Repertoire serieller Produktkomponenten als Ausgangsbasis für kundenbezogene Weiterentwicklungen. Um ein durchgängiges Gestaltungskonzept zu erreichen, wollte BMW den Gesamtauftrag der Einrichtung an einen Hersteller vergeben. Deshalb wurden auch die freistehenden Raumzellen im Open Space, die so genannten Cubicles, in den Auftrag miteinbezogen. Gerade in der Gestaltung dieser Think Tanks zeigt Bene, wie sich mit Customized Office die Wünsche und Ideen der Kunden verwirklichen lassen. Ein Gestaltungskonzept, das schnelle und offene Kommunikation fördert: Persönlich zugeordnete Think Tanks geben Führungskräften Raum für wichtige Gespräche. Die übrigen Think Tanks dienen allen MitarbeiterInnen als spontaner Treffpunkt und temporäre Rückzugsmöglichkeit. Darüber hinaus sind die Cubicles effektvolle Eye-Catcher und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Identität des Ortes.
OPEN SPACE. Wird die Büroform Open Space wie in Leipzig als inszeniertes Raumerlebnis realisiert, wächst daraus ein ungeahntes Potenzial bezogen auf Leistung, Motivation und Identität. Open Space erweist sich nicht nur als Instrument zur optimalen Flächennutzung, sondern auch als Mittel zu einer vielfältigeren Raumbespielung, die der Lebendigkeit von innerstädtischen Räumen entspricht. Open Space lebt von öffentlichen und kommunikativen Zonen und aus der gegebenen Rückzugsmöglichkeit, Intimität und Konzentration für den einzelnen Mitarbeiter. Gelungene Bürorauminszenierung harmonisiert diese beiden Spannungspole und bietet, unabhängig von vorgegebenen Rasterstrukturen, die höchste Flexibilität und Freiheit in der Büroraumgestaltung.