Bene Büromöbel
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3. Dez. 2008

Rock in the City

Indoor-Climbing, das Klettern an künstlichen Kletterwänden unter dem Dach professioneller Hallen, boomt. Unternehmen entdecken die Team fördernden Aspekte dieses Trendsports. Office.Info sprach mit dem Weltklasse-Kletterer Kilian Fischhuber.

Die Vorteile der Indoor-Kletterei liegen auf der Hand: hoher Sicherheitsstandard, geringe Verletzungsgefahr, Unabhängigkeit von Wetter, Jahreszeiten und Topographie, gute Erreichbarkeit. Fitness und kommunikative Atmosphäre sind selbstverständlich. Vor allem in den Metropolen gewinnt diese Art des Sportkletterns rasant an Beliebtheit, Kletterhallen verzeichnen enorme Zuwächse bei den Besucherzahlen.


Bouldern, Toprope, Vorstieg


Drei unterschiedliche Arten des Kletterns werden in den Hallen vor allem praktiziert: - Bouldern, das so genannte Klettern ohne Seil in einer Höhe, aus der man gefahrlos auf dicke Matten abspringen kann. Man absolviert kurze, aber schwierige Kletterzüge. Beliebt bei Tüftlern. - Toprope: Sicherungsseile sind bereits oberhalb der Kletterroute am Umlenkpunkt angebracht. Kenntnisse in Sicherungstechnik sind Voraussetzung. - Vorstieg: Seil-, Sicherungs- und Klettertechnik sind ein Muss, unerschöpfliche Varianten die Kür.


On Top


Waidhofen an der Ybbs im landschaftlich malerischen Alpenvorland Niederösterreichs ist Sitz von Headoffice und Produktion des Büroeinrichters Bene, aber auch Heimatort des Weltklasse-Kletterers Kilian Fischhuber. Jahrgang 1983, ist Fischhuber 2008 bereits zum dritten Mal internationaler Gesamtweltcupsieger im Bouldern, in diesem Jahr zum zweiten Mal en suite. Außerdem ist der Waidhofener vielfacher österreichischer Staatsmeister sowohl im Bouldern als auch im Vorstiegsklettern. Andrea Hirsch hat ihn getroffen.


Herr Fischhuber, Sie klettern viel, auch in der Halle. Woher nehmen Sie Ihre Motivation oder ­ wenn´s mal nicht so läuft ­ Ihren Antrieb, den "inneren Schweinehund" zu überwinden?


Wenn ich in die Halle radle und mir meine Kletterschuhe anlege, dann spielen da einige Faktoren mit. Ich gehe einfach gerne Bouldern und habe Spaß an den Bewegungen und Herausforderungen. Es ist unkompliziert und geht schnell: Ich kann Bouldern gehen wann ich will. Die Halle steht mir zwölf Stunden am Tag offen. Ein weiterer Grund ist der soziale Aspekt. Wann immer ich in der Halle bin treffe ich Kollegen, die meine Begeisterung teilen. Entweder organisieren wir ein gemeinsames Training oder wir sehen einander zufällig. Die Szene in meiner bevorzugten Kletterhalle ist groß und unterschiedlich. Man trifft Anfänger, aber auch Profis, die von diesem Sport leben. Auch im Alleingang ist der Boulder-Raum eine Spielwiese der besonderen Art. Wenn es dann mal nicht so läuft, wechsle ich zum Seilklettern oder an den Fels.


Warum tun Sie sich dieses sicherlich harte Training an?


Ich tue es mir nicht an. Bouldern hat es mir angetan. Ich kann es gar nicht mehr lassen. Wenn man vom Staub oder den teilweise engen Schuhen absieht, überwiegt die Begeisterung! Auch wenn ich jetzt schon seit mehr als zehn Jahren klettere, tue ich es immer noch gerne. Vor allem die Vielseitigkeit des Sports lässt nie Langeweile aufkommen. Trainiert wird großteils in der Halle ­ aber das wahre Klettern findet in der Natur statt, und da sind den Spielformen keine Grenzen gesetzt. Man kann bis in exotische Orte der Welt reisen und am Felsen Bouldern, Seilklettern, alpine Erfahrungen sammeln oder einfach einen Berg besteigen.


Der Laie verbindet das Klettern in seiner Vorstellung oft mit Ängsten bzw. deren Überwindung. Trifft das zu oder: Wie geht es Ihnen damit?


Wenn wir vom Bouldern in der Halle sprechen, kann man Ängste nahezu ausschließen. Die Wände sind durchschnittlich vier Meter hoch und im Falle des Falles liegt unter dir eine dicke Matte, die dich vor blauen Flecken bewahrt. Ängste treten häufiger beim Klettern in der Höhe auf. In die Höhe geht es vor allem beim Seilklettern. Diese Angst ist durch häufiges Klettern genauso überwindbar wie die Angst vor einem Sturz ins Seil.


Haben Sie im Alltag oder beruflich schon Situationen erlebt, in denen Ihre Kletter-Erfahrungen für Sie hilfreich oder nützlich waren, Ihnen zugutegekommen sind?


Ich denke, man kann von jeder Sportart etwas fürs Leben mitnehmen. Ganz allgemein: Man muss sich an gewisse Regeln halten, Andere akzeptieren und die eigenen Grenzen erkennen. Die Konsequenz im Training auf andere Lebensbereiche umzuwälzen, ist eine Frage des Typs. Ich bin der eher nicht. Meine Leistungen auf der Uni hinken den sportlichen Erfolgen hinterher. Wenn meine aktive Wettkampfzeit vorbei ist, dann möchte ich den studentischen Erfolg aber nachholen.


Wie erklären Sie sich den aktuellen Trend zum Hallenklettern?


Es ist unkompliziert und relativ ungefährlich. Trotzdem gibt es einen Erlebniskick und macht Spaß. Vor allem in den Städten gibt es immer mehr Kletterhallen. Die Einrichtungen sind modern und bieten Kurse auch für Anfänger.

Herzlichen Dank für das Gespräch. Und wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!


Désirée Schellerer / Andrea Hirsch







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