Santander Consumer Bank
Architekt: HPP, Düsseldorf
Vertrieb: Objektform Planen und Einrichten GmbH; Essen
AGILER AKTIVIST
Beweglichkeit zeigen und schaffen – so lautet die Philosophie der Santander Consumer Bank. Der Erfolg bestätigt die Idee: In rasantem Tempo erobert das Finanzunternehmen private und geschäftliche Kunden weltweit. Mit viel Mut gestaltet die Santander Consumer Bank in Mönchengladbach eine neue Welt für ihre Kunden und Mitarbeiter. Der rote Teppich ist ausgerollt. Erklärtes Ziel für den Neubau des Firmensitzes in Deutschland bestand darin, Raum für Flexibilität und Kreativität zu gestalten. Sieger im Wettbewerb um die beste Architektur wurde HPP mit seinem Konzept spielerisch arrangierter Gebäudekomplexe. HPP gehört zu den erfolgreichsten Büros Deutschlands und schuf Ikonen der Architekturgeschichte, darunter das Dreischeibenhaus in Düsseldorf aus den 1950er Jahren und 2002 den Allianz-Sitz in Frankfurt am Main, konzipiert als Stadt in der Stadt.
Arrangement am Atrium Für Santander entwickelte
HPP Architektur, Stadtplanung, Landschaftsgestaltung und Einrichtungskonzept. Wie ein roter Faden zieht Unternehmenskultur so durch alle Bereiche, außen wie innen. Platziert in einem städtebaulichen Entwicklungsgebiet des rheinländischen Mönchengladbach, umreißt der großzügig angelegte Park mit ausgewählten Kunstwerken das Areal. Darin eingebettet ragt der Gebäudekomplex mit vier Geschossen aus dem Gelände. Das riesige Volumen lockern die Architekten durch versetzte Formen, ineinander gefügte Flächen und gläserne Fassaden auf. So entsteht eine Stadtstruktur, die Querblicke erlaubt und täglich neue Perspektiven eröffnet. Ganz im Sinne des spanischen Bauherren, der Mobilität, Kreativität und Kommunikation zu seinen unternehmerischen Grundsätzen erhebt.
"Das Haus ist ein Unikat. Nichts darin ist von der Stange. Das entspricht der Philosophie der sehr flexiblen Bank."
Wolfgang Miazgowski, Projektleiter für die Innenarchitektur, HPP
Mutige Methode Das Herz der Unternehmenszentrale bildet ein völlig neues Konzept für Arbeitsinhalte und Abläufe. Dem Wunsch des weltweit tätigen Finanzdienstleisters folgend, soll die Arbeit schneller, besser und individueller organisiert werden. Erstklassige Strategen, Planer und Hersteller gelangten so ins Entwicklungsteam, das eine außergewöhnliche Arbeitslandschaft kreierte: Für Santander analysierte das Fraunhofer Institut die Arbeitsabläufe, gestaltete HPP die Strukturen und Bürospezialist Objektform Essen die Einrichtung. Speziell für die Arbeitsplätze entwickelte Bene Tische und Möbel, die den Anforderungen des Expertenteams entsprechen. Wenig Platz für individuelles Arbeiten und viel sowie differenzierten Raum für Teamarbeit, Projekte, Präsentationen, Konferenzen – so lautet die Conclusio für die Ausstattung. Im Konkreten offenbart sich die Innovation: Das neue Konzept geht weit über die übliche Differenzierung zwischen Arbeiten und Kommunizieren hinaus und kreiert für die verschiedenen Arten der Tätigkeit je unterstützende Einrichtungen. Die Konsequenz dieser Lösung erscheint ebenso außergewöhnlich wie logisch, folgt sie doch den Erfahrungen des Alltags und den Bedürfnissen nach effizienter Dienstleistung gleichermaßen.
"Clean-Desk" bei Santander ist ein Tisch mit 80 x 160 Zentimetern, der elektromotorisch bequem von der Sitz- in die Stehposition variiert werden kann, von zirka 66 bis 130 Zentimeter Höhe. Technik und Utensilien sind unter die Platte geklipt. Der reduzierte Tisch wird zum Raumbildner. An der Rückseite bewegt sich eine dünne Wand je nach Wunsch des Tagesbesitzers auf und ab. Sie schottet ab, schenkt Ruhe und Schutz. Sie öffnet den Raum, regt an zum Gespräch, lässt freundliche Blicke zu. Eine Innovation der Projektspezialisten, die Bene künftig der gesamten Arbeitswelt zur Verfügung stellt.
Reduktion der Fläche bei höherer Arbeitsqualität
"Gute Partner, die sowohl kreativ an der Lösung ungewöhnlicher Aufgaben arbeiten als auch zuverlässig die Umsetzung realisieren, wünscht sich jeder Bauherr."
Susanne Bancken, Projektleitung/Innenarchitektur, Santander Consumer Bank
Das Open-Space-Büro mit 80 Plätzen wird zum individuellen Ort für die täglich wechselnde Arbeit. Denn nicht mehr der Ort ist individuell, wie in traditionellen Bürolayouts, sondern die Tätigkeit. Unterlagen und Dokumente sind aufgeräumt im digitalen System oder in den Archivboxen, die um die Arbeitsplätze gruppiert sind. Was an persönlichen Utensilien bleibt, hat im Pilotenkoffer oder Schließfach seinen Platz. Die Open-Space-Arbeitsplätze in den jeweiligen Bereichen des Gebäudekomplexes ergänzen fest zugewiesene Einzelbüros.
Vor allem der individuellen Tätigkeit dienen die ergonomisch sinnvollen Arbeitsplätze. Für die Teamarbeit an Projekten stehen Projekträume zur Wahl. Hier trifft sich für bestimmte Zeiträume, wer im Kontakt mit anderen nach kreativen Neuerungen sucht. Je vier rollbare Tische können wunschgemäß arrangiert werden, Sideboards an den Wänden verstauen Unterlagen. Konzentriertes Nachdenken unterstützen die Think-Tanks. Hier zieht sich zurück, wer ungestört ein Thema bearbeiten will, vertraulich reden möchte oder seine Träume zu Realität werden lässt. Den informellen Austausch hingegen stärken Touch-down-Zonen für das schnelle Gespräch am Stehtisch, auf Wunsch mit Anschluss ans digitale Netz. Business-Lounges dienen dem gleichen Zweck, bieten jedoch mehr Gemütlichkeit. Formelle Besprechungen oder Telefonkonferenzen finden in Meetingräumen statt, die ebenfalls jedem Gebäudebereich zugeordnet sind.
Nahe dem Atrium lockt der Chill-out-Bereich schließlich zum Entspannen. Hier wird greifbar, was sich das Expertenteam versprach: ökonomisch sinnvolle Optimierung der Flächen (doppelt so hohe Flächenwirtschaftlichkeit wie der Schnitt in Deutschland) verbunden mit einer Steigerung der Arbeitsintensität und Kommunikation. Ein Konzept, das zu seiner Realisierung eine durchgängige Betreuung verlangt. Hier konnte die Bene Gruppe ihre Stärken zeigen: Von der Kreation über die Planung bis hin zur Einrichtung des gesamten Gebäudes und schließlich zur logistischen Meisterleistung der Lieferung reichen die Kompetenzen des außergewöhnlichen Unternehmens.
Für eine agile Stimmung sorgen der durchgängig rote Teppich sowie rote Akzente auf den Möbeln – die Santander-Hausfarbe spendet ein wenig südländisches Flair in der ansonsten schwarz-weiß gehaltenen Bürowelt. Gestalterisches Highlight der Firmenzentrale bildet die ineinander fließende Landschaft aus Wartebereichen, Kaffee, Imbiss und Restaurant im Erdgeschoss. Hier findet jeder, was er begehrt, ob cool oder gemütlich, zurückgezogen oder repräsentativ, die Küche bietet Gesundes und Feines für jeden Geschmack.
Annette Blank