Bene Büromöbel
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29. Nov. 2004

cp-architektur:
Reduktion mit Substanz

Möglichkeiten anbieten, ohne gleich alles zu zeigen: So lässt sich die gestalterische Haltung von cp-architektur, dem Büro von Christian Prasser, charakterisieren.

Schlicht und minimalistisch mutet die Homepage von Christian Prasser, der unter cp-architektur firmiert, an. Sie ist übersichtlich gestaltet, verrät auf den ersten Blick nicht viel. Wer Genaueres wissen will, erhält jedoch sorgfältig gestaltete Projektberichte samt Fotos, Plänen, Gebäudedaten und einer aussagekräftigen Beschreibung. Wer sich allerdings nur knapp informieren möchte, wird nicht mit Details belästigt.

Besucht man Christian Prasser in seinem Büro, das in einem eingezogenen Zwischengeschoß im Foyer eines ehemaligen jüdischen Theaters im Nestroy-Hof untergebracht ist, und das er sich mit den Landschaftsarchitekten 3:0 teilt, ergeht es einem ähnlich wie beim Besuch seiner Website:
Ein übersichtlich strukturierter, heller Großraum tut sich auf, der zu einem Gangbereich hin mit thekenartigen Elementen abgeschirmt ist. In der dunkleren Bürohälfte gibt es dann aber Raum für ungestörte Gespräche in konzentrierter Atmosphäre.

In die Tiefe gehen können, ohne dazu gezwungen zu sein, Möglichkeiten anbieten, ohne gleich alles zu zeigen: Das sind Eigenschaften, die sich auch in Prassers Architektur wiederfinden.
Am ausgeprägtesten vielleicht im Hotel Beletage in der Wiener Innenstadt. Die elegante Herberge füllt eine Lücke zwischen kommoder Privatpension und noblem 4-Stern-Hotel, wartet aber mit Extras auf, die in den beiden Kategorien jeweils selten anzutreffen sind. Das beginnt bei kleinen Rauwundern wie der Rezeption, die abends zur Bar wird oder den hinter Schranktüren verborgenen Bädern - und endet bei einer grundsätzlichen Großzügigkeit, die viele Nutzungsszenarien offen lässt, ohne sie vorzuschreiben.

Nur neun Monate hat es vom ersten Gespräch mit dem Bauherrn bis zur Eröffnung gedauert.
Ein Zeitdruck, den Prasser aus einem anderen Metier bestens kennt: Er realisierte Ausstellungsgestaltungen für renommierte Häuser und Museen im In- und Ausland und setzte Bühnenbilder für Robert Wilson um.

Für den vielseitigen Architekten sind diese temporären Arbeiten exzellente Gelegenheiten, Materialien zu testen, es sind aber auch stets Schulungen in Sachen Kommunikation. Dennoch lässt sich der 35jährige, in dessen künstlerischer Handschrift kaum noch jugendlicher Übermut durchkommt, zu schnell hingefegten, vom Zeitgeist diktierten Entwürfen nicht hinreißen. "Ich versuche jeder Mode soweit wie möglich zu entkommen", sagt Christian Prasser, "Materialien und Gebäude müssen altern können."

Besonders gut gelang dies zuletzt bei einem Projekt, das Prasser wie einige andere auch gemeinsam mit Philip Lutz realisierte: In Lauterach entstand für ein Künstlerpaar ein Atelier, das in unbehandelte Stahlplatten gekleidet ist.

Christian Prasser absolvierte vor seinem Architekturstudium bei Hans Hollein eine Tischlerlehre. Seine Liebe zum Detail und zu den Materialien mag ebenso daher kommen, wie das stark an Modellen praktizierte Entwerfen.
Eine gute Basis, so sagt er selbst, war es auf jeden Fall.

Ein aktuelles Beispiel einer überzeugenden Ausstellungsgestaltung von
cp-architektur ist derzeit in Wien im Künstlerhaus zu sehen:
"ALT-WIEN – Die Stadt, die niemals war"

>> mehr: www.wienmuseum.at


Informationen zu cp-architektur:

Christian Prasser
1020 Wien, Nestroyplatz 1/1
Telefon: 01 96 90 66-0
Email: atelier@cp-architektur.com
Internet: www.cp-architektur.com






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