Paul Smith – Herr der Streifen
Sophisticated, leicht exzentrisch und dabei immer sehr subtil: Sir Paul Smith. Für seinen unangestrengten Look mit einem Hauch englischer Exzentrik wurde er von der Queen geadelt. Sein prägnanter Streif hat sein Label und die Modewelt geprägt. Dass Paul Smith überhaupt zur Mode fand, war jedoch mehr Zufall als Absicht - oder doch Schicksal? Jedenfalls alles andere als geplant.Zufall Mode
Smith geriet als arbeitsloser Jugendlicher an das Modedesign, als sein Vater ihn zwang, Laufbursche im Bekleidungsgeschäft in Nottingham zu werden. Seine große Passion aber war der Sport. Eigentlich wollte er Rad-Profi werden, bis ihn ein schwerer Unfall mit siebzehn Jahren für fast sechs Monate ans Spitalsbett fesselte. Ein Wiedersehen mit seinen Leidensgenossen aus dem Spital wurde zur Initialzündung. Das Treffen wurde in einem Lokal arrangiert, in dem hauptsächlich Studenten der örtlichen Kunstakademie verkehrten. Man schrieb Ende der 1960er Jahre, unterhielt sich über Mondrian, Warhol, Kokoschka, David Bailey und hörte die Rolling Stones, Miles Davies und viele mehr. Der junge Paul Smith erkannte hier schlagartig, dass er Teil dieser farbenfrohen Welt voll von Ideen und Aufregung sein wollte.
Eine steile Karriere
Mit ein wenig Erspartem und der Ermutigung seiner damaligen Freundin (und heutigen Ehefrau) Pauline Denyer eröffnete er 1970 einen kleinen Shop in Nottingham, absolvierte Abendlehrgänge in Schnittzeichnen und Nähen und war mit der Unterstützung von Pauline, selbst Absolventin des Royal College of Art, bald imstande, seine Visionen in reale Kreationen umzusetzen. 1976, nur sechs Jahre nach der Eröffnung seines ersten Ladens, zeigte er seine erste Kollektion auf den Pariser Laufstegen unter der Marke Paul Smith.
Der Moderebell ist Meister der überraschenden Kombination (von Materialien und Mustern) und jener Mann, der klassischen Formen einen ultramodernen Zuschnitt verpasst. Trotzdem – oder gerade deshalb – sind seine Modelle tragbar. Das britische Label, leicht exzentrisch angehaucht, machte weltweit Karriere. Charakteristisches und unverwechselbares Wiedererkennungsmerkmal sind seine Streifenmotive.
Heute umfasst das Modeimperium Paul Smith acht Läden in London und weitere in New York, Paris, Mailand und Asien – darunter über 200 Läden in Japan –, und zwölf verschiedene Kollektionen. Entworfen in Nottingham und in London, werden die Paul Smith Kollektionen hauptsächlich in England und in Italien produziert, während die ausgewählten Gewebe hauptsächlich italienischen, französischen und britischen Ursprungs sind.
Möbelstreif
Die beiden Textilkollektionen "Bespoke Stripe" und "Stripes" by Paul Smith sind einer seit 2003 währenden Zusammenarbeit mit dem Stoffhersteller Maharam, dem internationalen Partner des Textilunternehmens Kvadrat entsprungen. Konstruiert in einem dichten Gewebe mit wollener Kette und Satin, werden die Kollektionen in einer Polsterqualität gefertigt, die die europäischen Anforderungen für den Objektbereich erfüllt.
Als Serie von Textilien entworfen, sind die beiden Streifenstoffe eine Studie in Farblichkeit. Stakkato-Wiederholungen, tonale Modulationen und betonte Sequenzen demonstrieren Smiths spielerischen Umgang mit Farben und Proportionen. Scheinbar willkürlich ergibt jede Variation in Frequenz, Farbe, Sättigung und Dichte einen völlig einzigartigen Sinneseindruck.
Bene Dexter im Brit Chic
(Nadel-)Streif: nicht nur für Bürohengste, sondern jetzt auch für Bürostühle. Wir konnten nicht umhin, unserem Dexter dieses elegante, businesstaugliche Outfit zu verpassen.
Die Markteinführung des Freischwingers im Streifen-Look ist im Frühjahr 2007 angelaufen. Erhältlich ist der stylishe Stuhl bei Bene und B-Loose in London.
Nicole Schemerl-Streben



