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10. Juli 2007

Auf der Welle

River Surfing vermittelt das Gefühl der großen Freiheit auch ohne Meer – mitten in der Stadt, in München, Graz oder Waidhofen/Ybbs.

Ich traute meinen Augen kaum: Mitten in München, am Haus der Kunst beim Englischen Garten, tummeln sich Menschen in Neoprenanzügen. Es war April, Schneeschmelze in den Bergen. Unter der Münchener Straßenbrücke quillt der Eisbach hervor – die perfekte Welle für die Großstadtsurfer türmt sich auf, bei gutem Wasserstand bis zu einem Meter hoch und stabil. Mit ihrem Brett unter den Füßen springen die Surfer ins Wasser. Links und rechts begrenzen Steinmauern den engen Kanal.


Hawaii Feeling


Airs, Sprayer und Shiftys, so heißen die Tricks der Surfer. Frontside Turn, Backside Turn, das sind die Wenden über die vordere oder hintere Körperseite. Wie beim Wellenreiten in der Meeresbrandung gleiten die Surfer über die Vorderseite der Welle abwärts. Je länger man sich auf der Welle halten kann, desto schöner. Ein Lebensgefühl wie in Hawaii. Rastazöpfe, Reggae und Ziegenbärte mit dabei.


Wellenmeister


Begonnen hat alles angeblich am 5. September 1972 in der Lifestyle-Weltmeister-Stadt München, als zwei Wellenreiter aus Oberbayern mit ihren Surfboards in die Metropole an der Isar kamen, um "surfbare" Spots zu erkunden. In den letzten Jahren ist die Schar wagemutiger Fluss-Rider stetig gewachsen. Bei Meisterschaften beweisen sie ihr Können. In München finden bereits seit 1975 River-Surf-Meisterschaften mit bayerischer und internationaler Wertung statt, zuletzt das Munich Surf Open. In Graz wurden erstmals 2003 österreichische Meisterschaften ausgetragen. Da und dort bilden Vereine die Ankerpunkte für die Wellenbegeisterten. "Großstadtsurfer" heißt die Münchener Organisation, "murbreak" das Pendant in Graz.

Die Faszination des Wellenreitens liege im Gefühl der Freiheit, sagen die "Addicts". Zumindest vorstellen lässt sich der Sport für alle anderen in Form einer Übung, die jedem gut tut: obenauf bleiben.


Désirée Schellerer







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