In seinem Element
Die Suche nach einer übergeordneten Idee, die im fertigen Produkt spürbar ist, und Funktionalität stehen für Bene Designer Johannes Scherr im Vordergrund. Als Mastermind der neuen Bene RF Flurwand lässt der Wiener Designer "hinter die Wände" der Produktentwicklung blicken – im Gespräch mit Désirée Schellerer.Herr Scherr, Sie sind gemeinsam mit Christian Horner und Kai Stania im Bene Design Team verantwortlich für die Gestaltung der Bene Produkte. Im Unterschied zu Tischen, Sitzmöbeln oder Schränken stellt der Designprozess für eine Wand, ein Wandsystem eine spezielle Herausforderung dar?
Ja, es gibt viele technische Grundanforderungen, statische, konstruktive. Die Wand ist ein komplexes Produkt, muss unterschiedlichsten Einsatzzwecken gerecht werden und flexibel sein, um Bautoleranzen des Gebäudes auszugleichen. Im Gegensatz zu anderen Möbeln hat die Wand keinen Körper, ist weniger autonom und viel abstrakter. Sie ist nicht so leicht greifbar.
Noch dazu ist sie transparent.
Genau, deshalb standen für mich zwei Fragen am Anfang dieses Projektes: Wie kann ich Transparenz – also etwas nicht Vorhandenem – ein unverkennbares Design geben? Wie dem Produkt Identität geben? Und wie lässt sich jener technoide Charakter vermeiden, der die erforderliche konstruktive Struktur vieler bisheriger Wandprodukte prägt? So kam ich auf die Idee, die neue RF Flurwand aus durchgängigen, nahtlos aneinander gereihten Glasscheiben zu entwerfen. Tragende Funktion haben nur die horizontal verlaufenden Decken- und Bodenprofile, schmale Aluminium-Lisenen, die auch formal sehr wichtig sind.
Warum?
Weil sie das Konzept der Horizontalität und größtmöglicher gestalterischer Durchgängigkeit betonen. So lassen sich Räume visuell strecken, man kann Illusionen schaffen. Es geht auch um das Wechselspiel zwischen Linie und Fläche, zwischen zarter Lisene und großer Hochglanzfläche, dazu kommen interessante Spiegelungen – Vorspiegelungen sozusagen.
Wo finden Sie als Designer Inspirationen?
Ursprünglich hatte ich ein starkes Interesse an Science Fiction. Filme wie "Star Wars" oder "Blade Runner" waren für mich prägend. Mich faszinierte, wie man damals – noch ohne Computer – derartige "Bilder erschaffen" konnte. Heute ist sicherlich das Ineinanderfließen von virtueller und realer Welt ein Thema, zumindest unterschwellig.
Welche Einflüsse oder Eindrücke der realen Welt waren für Sie wichtig, als Sie an der RF arbeiteten?
"Flush Glazing" und "Flush Surface Design" steht für den Trend zum flächenbündigen Einsatz von Glas, ohne vorstehende Konstruktionsteile. Zeitgenössische Architektur interessiert mich sehr. Flächig aufgelöste Glasfassaden zählen dort längst zum Standard. Spannend finde ich Beispiele wie das Kunsthaus Graz, dessen gläserne Haut wie eine Membran aussieht. Oder den Hochgeschwindigkeitszug ICE, gleichsam ein durchgängiger Strang, der dahinsaust. Im Produktdesign, vom Handy bis zum Auto, gibt es heute viele Beispiele für schwarze Hochglanzflächen, kombiniert mit Chrom oder Alu. Der RF Flurwand verleiht die Alu-Lisene, besonders in Kombination mit der schwarzen Glasverklebung, zeitgemäße Hochwertigkeit und Eleganz.
Für die RF gibt es einen alufarbenen und einen schwarzen Klebestreifen. Auf die Farbe schwarz sind Sie besonders stolz?
Schwarz verleiht dem Produkt Präzision, Tiefe. Und Hochwertigkeit. Das ist ein Trend und passt zur RF als Image-Produkt von Bene. Die RF hat Türen, die mit jenem satten Klang zufallen, wie man ihn von Luxuslimousinen kennt.
Ist die RF der Mercedes unter den Wandsystemen?
Im Premiumsegment lässt sich eben experimentieren. Das wirkt sich positiv auf die Marke, und später auch auf günstigere Produktbereiche aus. Mit der RF kann sich Bene als Trendsetter vom Markt abheben.
Tatsächlich sind Sie für Ihre Innovationskraft bekannt, die Sie besonders bei der kreativen Recherche nach neuen Materialien und Fertigungswegen beweisen. Die Verklebung von Glas als innovative Technologie hält mit der RF erstmals Einzug in die Bürowelt?
Ja, ich habe ein Faible für Werkstoffe, neue aber auch uralte wie etwa Glas, und finde über sie oft den Zugang zum Design. Die Idee mit dem Klebestreifen hat mich zum Kernthema der RF gebracht: die neue Sichtweise, die neue Art der Konstruktion. In Zusammenarbeit mit dem Klebeband-Hersteller wurde viel Entwicklungsarbeit geleistet.
Sie haben gemeinsam mit einem Kollegen in Wien ein eigenes Büro für Produktdesign gegründet: Element Design. Bekannt sind Sie unter anderem für prägnante Entwürfe von Trinkflaschen. Ist 'Element Design' ein programmatischer Name?
Vor allem soll er langlebig sein. Wenn man so will, geht es uns immer um eine "elementare" Idee. Wir wollen das Charakteristische eines Produktes herausfinden. Die Form soll selbsterklärend sein.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
Désirée Schellerer
Produkte von Johannes Scherr:
Arbeitstisch
BENE. T-Workstation
BENE. Media Caddy
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BENE. RM Raummodul
Arbeitstisch
BENE. T-Lift Desk
Besprechung / Konferenz
BENE. T-Meeting
Arbeitstisch
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Sofa
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BENE. RF Flurwand
Stuhl
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BENE. Coffice Table Low
Beistelltisch
BENE. T-Meeting Beistelltisch






