Bene Büromöbel
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12. Okt. 2007

Ohne visuelle Hektik

Für's Büro bietet Bene eine neue Vielfalt an Farben und Materialien. Ein Anlass, mit dem Mastermind Kai Stania über – möglichst objektive – Kriterien bei der – schließlich doch subjektiven - Farbwahl zu sprechen.

Herr Stania, Sie sind gemeinsam mit Christian Horner und Johannes Scherr für das Design der Bene Produkte verantwortlich. Neue Klassiker wie die erfolgreiche Büromöbel-Linie AL tragen Ihre Handschrift. Kollegen nennen Sie mit Beinamen "Dottore Colore" – wie kam es dazu?

Kai Stania (lacht): Seitdem ich im Jahr 2003 für Bene ein neues Farbkonzept erarbeitet habe, nennen mich manche so. Damals ging es vor allem um eine neue Systematik, darum, ein Tool für den Umgang mit Farben und Materialien zu finden, das den Verkaufsberatern und schließlich Kunden bei ihrer Entscheidung ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.


Die Farbwahl ist doch etwas sehr Subjektives, gibt es da wirklich Unsicherheiten?


Wer Farbe bekennt, könnte anecken in unserer Gesellschaft. Das wollen die meisten Menschen nicht. Deshalb sind auch so viele Autos schwarz oder silberfarben, also unauffällig. Gelernte Codes spielen ebenfalls eine große Rolle im Umgang mit Farbe: Schwarz für ein Cocktailkleid ist perfekt, für ein Brautkleid jedoch undenkbar in unserem Kulturkreis.


Zurück zum Bene Farbkonzept. Welche Diagnose hat "Dottore Colore" bereits damals gestellt und welche Therapie empfohlen?


Schnell war klar, dass Farben sehr emotional besetzt sind und nur in ihrem Kontext bewertet werden können. Für das Büro bedeutet das, dass der gesamte Raum in Betracht gezogen werden muss, auch Boden, Decke, Wand. Mein Ansatz für Bene war, ein durchgängiges Farbkonzept für alle Produkte zu entwickeln, mehr Übersichtlichkeit zu schaffen. Das entspricht auch der Unternehmensphilosophie von Bene: Der gesamte Raum ist unser Produkt. Und das war die Herausforderung.


Wie sind Sie auf Ihrer Suche nach einer neuen Bene- oder insgesamt Büro-Farbwelt vorgegangen?


Spannend war, mich auf die besonderen Bedingungen einzulassen, diese in einem ersten Schritt zu analysieren. Büro soll ja ein Ort der Konzentration und der Kommunikation sein, ein Ort zum Arbeiten ohne "visuelle Hektik", möglichst ohne Ablenkung. Deshalb gilt hier grundsätzlich: weniger ist mehr. Außerdem gibt es in der Bürobranche im Vergleich zu anderen relativ lange Produktlebens- und auch Produktionszyklen, weshalb Trends anders bewertet werden müssen. Entscheidend ist, langfristig gültige Trends heraus zu destillieren – und für den Umgang mit kurzfristigen eine Lösung zu finden.


Zum Beispiel?


Mit Akzentfarben. Das sind kräftige Farbtöne, frisch, auch modisch. Die kommen als Farbtupfer im Raum zum Einsatz, bei Wandpaneelen oder Accessoires, und lassen sich nach gewisser Zeit einfach austauschen. Das ist neu in der Bürobranche. Flexibilität ist da gefragt. Akzentfarben tragen auch dem aktuellen Trend Rechnung, der heißt: schärfer, klarer, kontrastreicher. Prägnanter. Individueller. Das Büro verlangt sozusagen nach "Würze".


Welche "Do's & Don'ts" empfehlen Sie den Farbsuchenden fürs Büro?


Zu allererst die Entscheidung für eine farbliche Grundstimmung treffen, sozusagen die passende Temperatur wählen. Maximal drei verschiedene Farben kombinieren. Nur einen Holzton wählen. Den gesamten Kontext im Auge behalten. Dem Wunsch nach Veränderung mit Akzenten nachkommen. Das Wichtigste: Die bewusste Einschränkung und Auswahl aus nahezu unbegrenzten Möglichkeiten macht gestalterische Identität erst möglich. Und: Bei aller analytischen Annäherung geht es bei Farben schließlich um eine intuitive Entscheidung.


Sie sind ausgebildeter Architekt und Ihre Kleidung heute passt, wenn ich das so sagen darf, ins Klischee des schwarz gekleideten Baukünstlers. Wie steht es persönlich mit Ihrem Mut zur Farbe, haben Sie eine Lieblingsfarbe?


(Lacht). Schwarze oder dunkle Kleidung bedeutet für mich Vereinfachung. Ich muss nicht lange nachdenken. Lieblingsfarbe habe ich keine – wie gesagt, der Kontext ist für mich sehr wichtig. Bei der Bekleidung sind das zum Beispiel die Jahreszeiten. Im Sommer kann man mich durchaus mit einem hellen Outfit antreffen.


Danke für das Gespräch.

Désirée Schellerer



Produkte von Kai Stania:

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