Bene Büromöbel
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11. Juni 2008

… und Contra: Panini?

Das Büro als Tauschbörse - dieser Tage besonders für die heißbegehrten kleinen Aufkleber mit den Konterfeis europäischer Fußballer.

CONTRA:

Paninis? - Nur frisch getoastet bitte!

Mit dem Alter – so kann man beobachten – hat das Phänomen rein gar nichts zu tun. Auch nicht mit dem Geschlecht, was mich = frau ehrlich gestanden doch ein bisschen verwundert, aber bitte! Eher schon rückt es in die Sphäre manischen Verhaltens, und da wird's wie immer einigermaßen komplex und für "Nicht-Infizierte" schwer nachvollziehbar.

Der anthropologisch interessierte Laie könnte meinen, dass sich in Zeiten bevorstehender Fußball-Großereignisse die Populationen beteiligter Sozietäten in zwei temporäre Spezies teilen: die Fan-Gemeinde und die Fassungslosen. Fassungslos vor so viel bedingungsloser Begeisterungsfähigkeit. Erstere Spezies ist eindeutig der ideale Nistplatz der eingeschworenen Gar-nicht-Minderheit, die wir im folgenden Paninianer nennen möchten. Auf den ersten Blick besitzen sie absolut keine gemeinsamen äußeren Merkmale, bis zu dem Zeitpunkt... ja bis sie kleine, verräterische, bunte Karten aus ihren Taschen kramen und die Köpfe über abgegriffene Namenslisten zusammenstecken – siehe auch unser Beweisfoto.

Erwachsene Paninianer scheinen darin ihre Kindheit wiederzuentdecken, als kleine niedliche Disney-Zwerge noch nicht von Marios und Super Smash Brothers auf einschlägigen Spielkonsolen abgelöst worden waren. Kindliche und jugendliche Paninianer lieben die bunten Kleberchen, weil ..... – sorry, bei diesem Thema enden ganz augenscheinlich meine empathischen Fähigkeiten!!! In Wahrheit ertappe ich mich bei der Frage, was das kollektive Sammeln von mehr oder weniger hübschen Köpfen wohl bedeuten kann? Hat es gar mit dem Sammeln von Schutzheiligen zur tun oder mit bloßem Besitzerstolz? "Ich 1 x Ronaldo, du 2 x Toni!?" Schlimmer geht's nur beim BINGO zu.

Dennoch – man soll sich auch mit Dingen auseinander setzen, die man nicht versteht. Immerhin zeigt Google 432.000 Einträge an, wenn man das Zauberwort Panini Sticker eingibt. Auf eBay hab ich es erst gar nicht probiert. Und Masse an sich ist heutzutage angeblich schon ein Kriterium...

Bleibt zu guter Letzt nur die materielle Überlegung, dass die Gebrüder Panini mit ihrer Geschäftsidee wahrscheinlich wirklich viel, viel Geld gemacht haben. Braucht's doch für so ein voll geklebtes Stickeralbum – sagen mir meine Paninianer-Spione – an die 200,- Euro!

Von mir jedenfalls bekommen sie nichts. Ich ziehe mich mit wacher Geduld auf meinen Beobachtungsposten zurück, warte, bis der aktuelle Hype abgeklungen ist, erwachsene Menschen wieder komplexeren Konversationen zugänglich sind – und bin mir sicher, nicht von den Urinstinkten des Handelns & Tauschens überfraut zu werden!


PRO:


PS: Leider war es der Redaktion nicht möglich, zum jetzigen Zeitpunkt einen echten Paninianer zu einem schriftlichen Beitrag eines "PRO" zu überreden. Wie sich der werte Leser vorstellen kann, gibt es gerade zu viel zu tun... Und ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!


Brigitte Schedl







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