Projekte 10.10.2014

Bunte Protonen in einer seriösen Arbeitswelt

Für das Technologieunternehmen Varian Medical Systems entwickelte Bene in Zusammenarbeit mit dem Kölner Architekturbüro Urmetzer und Schiefer eine neue Verwaltungsniederlassung nahe Bonn für bis zu 150 Mitarbeiter. Der Fokus gilt dem konzentrierten Arbeiten und der Teamarbeit. Bei allem Ernst, den das Thema der Krebstherapie mit sich bringt, dürfen gewisse fröhliche Akzente im Open Space jedoch nicht fehlen. Für Büroeinrichter Bene ein Leichtes.

Eine Begegnung mit Varian Medical Systems kann eine Tugend in der Not sein. Denn das 1948 gegründete US-Unternehmen mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, ist ein Pionier in der Krebstherapie. Zum Portfolio des 1,7 Milliarden US-Dollar schweren Konzerns, der weltweit mehr als 6.300 Menschen beschäftigt, zählen diverse Strahlen- und Protonen-Therapiesysteme sowie die kürzlich entwickelte EDGE Radiochirurgie Suite, die erstmals in Lissabon und Detroit eingesetzt wird.

Varian ist in 25 Ländern vertreten. Eine der Niederlassungen befindet sich in Deutschland. In Troisdorf bei Bonn werden unter anderem Protonen-Therapiesysteme produziert. Neben dem bestehenden Fertigungsgebäude aus den 1950er-Jahren wurde nun ein zweigeschossiger Bürotrakt errichtet, in dem derzeit 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untergebracht sind. Der Entwurf stammt vom Kölner Architekturbüro Urmetzer und Schiefer, das im gesamten Planungsprozess in regem Informationsaustausch mit dem Headquarter in Palo Alto stand. Die Wahl fiel auf ein Großraumbüro.
 

Licht und Luft und Loft

„Aufgrund der Gegebenheiten auf dem Grundstück hat das Gebäude eine Trakttiefe von 13 Metern, jedoch nur eine Hauptbelichtungsseite“, sagt Architekt und Projektleiter Michael Urmetzer. „Das war eine richtige Herausforderung. So hatten wir die Idee, hier eine Art offene Loftlösung zu etablieren.“ Das bedeutet: Über die gesamte Länge von 47 Metern gibt es im Dachbereich eine Lichtfuge, die die Büros auch im hinteren Teil des Hauses mit Tageslicht versorgt. Über eine eingeschnittene Galerie im ersten Stock gelangt das indirekte Licht bis ins Erdgeschoß.

In Zusammenarbeit mit dem Büroexperten Bene, der bereits sehr früh in den Planungsprozess der Innenräume eingebunden wurde, entwickelte man ein Open-Space-Konzept mit unterschiedlich zonierten Büroinseln für acht bis 18 Mitarbeiter, inklusive mehreren akustisch abgetrennten Raumboxen aus Glas. Sonderlösungen nach dem Entwurf der Architekten – wie etwa Barelemente, Teeküche oder das Empfangspult im Foyer, das formalen Bezug an die hier hergestellten medizinischen Protonengeräten nimmt – runden das Möbelspektrum ab.
 

Raus aus der weißen Hölle

„Wir haben unsere räumlichen Vorstellungen zu Papier gebracht, und Bene hat unsere Ideen und Vorstellungen dann in das richtige Möbelprogramm gegossen“, sagt Urmetzer. „Sogar bei Sonderlösungen hat uns Bene unterstützt, indem uns Tischler, Schlosser und andere Partner weiterempfohlen wurden. Alles in allem ist uns eine harmonische, gut funktionierende Arbeitsumgebung gelungen, die perfekt aufeinander abgestimmt ist, zum Arbeiten anspornt und die das Gegenteil einer anonymen, weißen Hölle ist, wie man sie heutzutage in vielen modernen Bürobauten vorfindet.“

Schreibtische, Pinboards und Trenn-Elemente stammen aus dem Arbeitsplatz-Programm CUBE_S, das Bene eigens für die Bedürfnisse im Open Space entwickelt hat. Trotz üppiger, modular aufgebauter Stauräume bieten die Arbeitsplätze ein ruhiges und übersichtliches Bild. Im Sitzen ist man von allen Seiten geschützt, durch die opaken Glasscheiben jedoch erhält man im Sichtbereich diffuses Licht von der Seite – was vor allem den Arbeitsplätzen in der zweiten Reihe zugutekommt. Das bewusst gewählte Material orientiert sich an den Zugangsbrücken aus Panzerglas, die über das zweigeschossige Atrium zu den rückwärts angesiedelten „Me“- und „We-Places“ führen.
 

Würzige Farbakzente

In diesem Bereich, der vom Open Space mit einer mehr als 70 Meter langen RG Ganzglaswand mit Dreh- und Schiebetüren abgebtrennt ist, befinden sich die Management-Büros, mehrere kleine Think-Tanks und vier größere Besprechungszimmer für acht bis zwölf Mitarbeiter. Zwei davon lassen sich über eine Faltschiebewand zu einem riesigen Konferenzraum für bis zu 30 Leute zusammenfassen. Über Outlook können die Besprechungsräumlichkeiten, ausgestattet mit Videokonferenz-System, von den Mitarbeitern gebucht und verwaltet werden.
Immer wieder gibt es farbige Akzente, auf die der Architekt bereits angespielt hat: Gelbe, orange, cyanblaue und anthrazitfarbene Pinboards und Regalboxen bringen Frische in das Ambiente. Einen Kontrapunkt zu dieser Farbwelt „Spice“ bildet das Material Bambus bei Tischen und Schrankelementen – das Potpourri ist zugleich fröhlich und dennoch gediegen, zurückhaltend.
 

Vitalität in Dosen

„Wir haben mit Bene mehrere Farbkonzepte besprochen und uns auf diese Lösung geeinigt“, erzählt Rolf Burgmer, Auftraggeber und Projektmanager bei Varian. „Natürlich möchten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein angenehmes und abwechslungsreiches Umfeld bieten. Als medizintechnische Firma sind wir jedoch in einem sehr ernstzunehmenden Bereich tätig und müssen eine gewisse Seriosität darstellen. Ich denke, das Ambiente wirkt anregend und belebend.“ Vitalität in Dosen. Das passt zum Motto.
„Außerdem freue ich mich über so viele unterschiedliche Arbeitsraumqualitäten, die es allen ermöglicht, je nach Pensum und Lust und Laune aus einem breiten Angebot an Workplaces zu wählen“, so Burgmer. Eine wichtige Rolle spielen dabei die raumbildenden Polstermöbel-Serien PARCS und DOCKLANDS: Quer über das gesamte Büro sind Causeways, Toguna Squares und American Diners verteilt. In den kleineren Think-Tanks kommen vor allem Wing Chairs zum Einsatz.
 

Zügiger Umzug

„Die Produktpalette von Bene ist so umfassend, dass man unterschiedliche Möbel miteinander kombinieren kann, die einen gewissen Kommunikationscharakter haben“, so Burgmer. „Wir haben den Markt genau studiert und uns mehrere Mitbewerber angesehen. Nach der ersten Runde war klar, dass wir uns für Bene entscheiden würden, weil dieser nicht nur Möbel aus dem Katalog liefert, sondern uns auch konzeptionell unterstützt und einen großen Wert auf Service legt.“

Hilfe kam auch beim Umzugs-Management. Das Gebäude wurde in zwei Phasen besiedelt, in dieser Zeit von Bene monitored und begleitet. „Das hat uns viel Stress erspart und uns die Möglichkeit gegeben, die Arbeitsabläufe unter den Mitarbeitern zu evaluieren und zu optimieren, bevor die restlichen Mitarbeiter übersiedelt sind“, erinnert sich Rolf Burgmer. „Das Open-Space-Konzept hat sich als Erfolg herausgestellt. Für mich persönlich ist es ein Vorteil, meine Kollegen im Blickfeld zu haben. So ist es schön zu beobachten, wie wir alle im neuen Haus als Team zusammengewachsen sind.“
 

 

© Bene AG, Abdruck honorarfrei. Belegexemplare erbeten