Projekte 20.02.2014

Haus für Mensch und Maschine

Der neue Betriebsstandort des Transporttechnik-Unternehmens Prangl im steirischen Zettling beweist, dass Komfort und Funktionalität kein Widerspruch sein müssen. Sowohl Architektur als auch Innenraumgestaltung folgen strengen Richtlinien, die bei aller Pragmatik genug Spielraum für Farbtupfer und Oasen der Kontemplation erlauben.

Was haben ein Hollywood-Promi, ein Tunnelbauarbeiter und ein Kranfahrer in luftiger Höhe gemeinsam? Sie alle hatten schon einmal das Vergnügen, mit einer gemieteten Gerätschaft des österreichischen Unternehmens Prangl zu spielen. "Ja, Bruce Willis ist ein sympathischer Kerl", sagt Christian Prangl mit einem gewissen Hang zum Understatement. Für die Dreharbeiten von Stirb langsam 5 stellte der Juniorchef der Prangl Gesellschaft m.b.H. der Filmcrew nämlich einen Teil seines Maschinen- und Fuhrparks zur Verfügung: Mobilkräne, Arbeitsbühnen und Tieflader. Drei Minuten lang ist ein dottergelber 95-Tonnen-Teleskopkran von Prangl im Film zu sehen. "Ich hätte mir nie gedacht, dass wir es eines Tages nach Hollywood schaffen werden. So schnell kann’s gehen."

Prangl, 1965 gegründet, wurde 2009 zum besten Familienunternehmen Niederösterreichs gekürt. Heute wird die Firma in zweiter Generation geführt. Zum täglichen Geschäft gehört das Heben und Bewegen von unterschiedlichen Lasten, die so genannte Hebe-, Zutritts- und Transporttechnik. Dies umfasst den Aufbau von Filmsets und temporären Bühnen, die Montage von Einfamilienhäusern und Windkraftanlagen sowie die Vermietung von Maschinen und Manpower. Insgesamt ist Prangl an 20 Standorten in Österreich, in der Slowakei, in Ungarn, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien beheimatet. Die Zentrale befindet sich in Brunn am Gebirge.

Mächtige Maschinen fahren kreuz und quer über das Gelände. Hier ein gelber Kran, dort ein Sattelschlepper in Dotteroptik mit blauen Seitenstreifen, im Abseits kommen gerade ein paar gelbbehemdete LKW-Fahrer von der Schicht zurück. Das Corporate Design ist unverkennbar. Zwischen den menschenhohen Reifen der mitunter einschüchternden Fahrzeuge blitzt im Hintergrund ein graues, leicht über der Straße schwebendes Etwas hervor. Gläsernes Parterre, windschiefe Säulen im Eingangsbereich, darüber ein eckiges Ufo mit weit auslandenden horizontalen Lamellen. Der neue Standort im steirischen Zettling wurde im Mai 2013 fertiggestellt und ist so etwas wie der Architekturprototyp für weitere Um- und Neubauten, die in den kommenden Jahren folgen werden.

Eyecatcher innen und außen

"Der Großteil des neuen Prangl-Betriebs besteht aus Werkstätten und unterschiedlich dimensionierten Lagerhallen, die quer über das mehr als 40.000 Quadratmeter große Gelände verteilt sind", erklärt Christian Mascha vom Wiener Büro Mascha & Seethaler Architekten. "Die Logistikvorgaben für die Hallenbauten und Tankstellen waren sehr streng. Bei solchen Bauten hat die Funktion das Sagen, da muss sich die architektonische Gestaltung zugunsten der logistischen Abläufe zurücknehmen." Immerhin: Schlichtes Trapezblech, gelbe Rolltore und ein paar bewusst gesetzte Streifen lassen an der Zugehörigkeit zum Firmengelände keinerlei Zweifel aufkommen.

Die Hauptrolle jedoch spielt das Büro- und Personalgebäude. Die ungewöhnliche Bauweise mit dem weit hinausragenden, rundum verglasten Obergeschoß ist ein weithin sichtbarer Eyecatcher. "Für uns war von Anfang klar, dass wir das Zentralgebäude etwas anheben müssen", erklärt Architekt Mascha. "Auf diese Weise können wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen gewissen Rundumblick über die großen und schweren Fahrzeuge ermöglichen." Fast scheint es als wären die Innenräume, die mit mannigfaltigen Möbeln von Bene bestückt wurden, so etwas wie ein gemütlicher Konterpart zu der rauen, von Matsch und Schmieröl geprägten Welt da draußen. "Ausblick und Offenheit ist das Eine", meint der Architekt und deutet auf die nahe gelegene Autobahn, die vom ersten Stock aus gut zu sehen ist. "Letztendlich aber darf man nicht vergessen, dass es trotz allem eine gewisse Intimität und Introvertiertheit braucht, denn schließlich verbringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Großteil ihres Tages in diesen Räumen."

Rasche und unkomplizierte Veränderbarkeit

Am Boden liegen anthrazitfarbene Teppichfliesen. Der Doppelboden, der einen Großteil der Installationen beherbergt, ermöglicht eine rasche und unkomplizierte Veränderbarkeit des Büro-Layouts. Während die Wartebereiche und Lounges farbenfroh mit gelben und maigrünen PARCS Wing Chairs im Design von PearsonLloyd ausgestattet sind, geht es in den Arbeitszimmern wärmer, naturverbundener zu. Das Teambüro mit insgesamt 40 Arbeitsplätzen ist mit Bene Workstations und Tischen für Besprechungen und informelle Meetings bestückt. Sowohl die Tischpaneele zwischen den einzelnen Face-to-Face-Arbeitsplätzen als auch der Korpus der Bene-Schränke sind mit hellem Melamin im Farbton Coco verkleidet. Frühlingsgrüne Pinboards und farblich entsprechend abgestimmte Rollcontainer setzen erfrischende Akzente. Als Bestuhlung dienen schwarze Drehstühle aus der Serie B_Run.

"Wichtig war uns, dass wir das überaus charakteristische Corporate Design von Prangl nicht überstrapazieren", erklärt Christian Mascha. "Überall Pranglgelb wäre zu viel gewesen. Daher haben wir uns entschieden, die CI-Farbe dem Logo an der Fassade und den Firmenfahrzeugen zu überlassen und das Thema in den Innenräumen etwas zu variieren. Auf diese Weise ist ein warmes, gediegenes Ambiente entstanden." Hinter der stimmigen Oberfläche verbirgt sich millimetergenaues Kalkül: Das Büro-Layout folgt genauen Vorgaben des Geschäftsführers Christian Prangl, der das Büro am alten Standort evaluieren und auf funktionale und atmosphärische Verbesserungsmöglichkeiten genau überprüfen ließ.

Wohlfühlen unterm Ginkgo

Die Mitarbeiter, so scheint es, sind mit ihrem neuen Büro zufrieden. Die einen schauen hinaus in die Landschaft, die anderen erfreuen sich am Blick ins Ruhe spendende, kontemplative Atrium. Weißer Kies und dunkles Bankirai-Holz aus nachhaltiger Beforstung sorgen für etwas asiatisches Flair. Die Bühne in diesem von Lärm und Hektik entkoppeltem Kleinod jedoch gilt dem mehr als sechs Meter hohen Ginkgobaum, der durch die offene und transparente Bauweise der Büros von überall her einsehbar ist.

"Als Chef eines Unternehmens mit mehr als 650 Mitarbeitern europaweit ist es mir sehr wichtig, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen", erklärt Geschäftsführer Christian Prangl. "Das Büromöbel-Programm von Bene ist die räumliche Entsprechung zu diesem Wunsch. Denn einerseits ist das Programm schlicht und funktional, andererseits aber gibt es ein paar Stücke, die man immer wieder als auffällige, bunte, lustige Eyecatcher einsetzen kann. Das lockert den Arbeitsalltag ein bisschen auf." Prangl hält kurz inne. "Ich habe schon viele Betriebe von Branchenkollegen gesehen, aber so ein Bauwerk und so eine Büroausstattung ist in dieser Branche außergewöhnlich."

Während im weithin sichtbaren Obergeschoß die regulären Büroarbeitsplätze untergebracht sind, befindet sich im Sockel des Gebäudes der Empfangs- und Konferenzbereich. Glasdecken, Holzvertäfelungen, mobile Trennwände und eine Fassade aus Glasfaserbeton lockern den Bereich auf. Leicht entrückt von den Blicken der Öffentlichkeit befinden sich dahinter die Werkstättenbüros sowie die Sanitär- und Schlafräume der Schichtfahrer. Hier ist die Welt etwas rauer, etwas bodenständiger. Statt Teppich gibt es grauen Öko-Kautschuk, statt Frühlingsgrün und Holz regieren hier trockene Funktionalität und grell auflackiertes Signalgelb. Oder, wie Architekt Christian Mascha dies ausdrückt: "Jeder Raum muss für die Menschen da sein, die ihn nutzen. Wenn sich alle wohl und verstanden fühlen, dann würde ich die Arbeitsplatzgestaltung als optimal gelöst bezeichnen."

Zitate

"Bei einem Unternehmen wie Prangl richtet sich der Fokus in erster Linie auf die Funktionalität. Da muss alles passen. In Zusammenarbeit mit Mascha & Seethaler und Bene ist es gelungen, diese pragmatischen Vorgaben mit etwas Leichtigkeit und Poesie zu erfüllen." Christian Prangl, Geschäftsführer

"Die Produktpalette von Bene ist sehr umfangreich und ermöglicht, dass man mit den einzelnen Möbelserien sehr individuell auf den Entwurf und die funktionalen Anforderungen des Auftraggebers reagieren kann." Architekt Christian Mascha

"Wir haben uns für Bene entschieden, weil hier das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das Augenmerkt richtet sich gleichermaßen auf die Funktion wie auch auf Ästhetik, Vielfalt und Verarbeitungsqualität." Christian Prangl, Geschäftsführer


Facts & Figures

  • Grundstücksfläche: 41.300 m²
  • Bruttogeschoßfläche Bürogebäude: 2.000 m²
  • Bruttogeschoßfläche Werkstätten: 2.100 m²
  • Bruttogeschoßfläche Lagerhallen: 9.100 m²
  • Gesamtbruttogeschoßfläche: 13.200 m²
  • Stahlbau: 160 Tonnen
  • Trapezblech Fassade: 22.000 m²
  • Arbeitsplätze: 40

Bene Produkte

  • Tische: T7 Workstation, T-Meeting, M_COM Table
  • Stühle: B_Run Drehstuhl, B_Side
  • Schränke: KX Stauraumprogramm und LT Ladencontainer
  • Polstermöbel: PARCS Wing Chairs
  • Outdoormöbel: Spun Chair von Magis

Über Bene

Die global tätige Bene Gruppe mit Hauptsitz und Produktion in Waidhofen an der Ybbs/Österreich beschäftigt an über 80 Standorten in 35 Ländern 1.172 Mitarbeiter (Stand: 31. Oktober 2013). Bene definiert Büro als Lebensraum und setzt dies mit seinen Konzepten, Produkten und Dienstleistungen überzeugend um. Entwicklung, Design und Produktion als auch Beratung und Verkauf sind unter einem Dach vereint. Bene steht als österreichischer Marktführer und internationaler Marktteilnehmer für zukunftsweisende Bürokonzepte.

© Bene AG, Abdruck honorarfrei. Belegexemplare erbeten

Prangl, Zettling, AT


Prangl, Zettling, AT


Prangl, Zettling, AT