Trends  25.07.2014

Endlich Pause bitte!

In der Musik ist sie der Moment zwischen zwei Klängen. Ihre Bedeutung gewinnt sie aus dem, was vor und nach ihr geschieht. In der Rhetorik kann sie die Spannung erhöhen, Punkt, Gedankenstrich oder Fragezeichen sein. In der Schule fiebern die Schüler ihr entgegen, im Büro oft genauso. Was kann sie sonst noch, die Pause?
 

Taceo, Tacis, Tacet

Ein Musiker betritt die Bühne, verbeugt sich und setzt sich an das Klavier. Er schlägt das Notenheft auf. Danach passiert nicht mehr viel. In John Cages Performance 4´33‘‘ ist die einzige Anweisung an den Musiker, drei Sätze lang keinen Ton zu spielen. Obwohl keine Musik erklingt, ist es nicht still im Saal – man hört, wie sich die Zuschauer räuspern, unruhig werden. Stühle rücken, die Klimaanlage surrt, von der Straße dringen gedämpfte Geräusche in den Saal. 4‘33‘‘ ist Cages Aufforderung, der Stille zuzuhören, um zu erkennen, dass es sie gar nicht gibt: Die Stille ist voll von zufälligen Geräuschen, die wir nicht ausblenden können.

Trends  23.07.2014

Work in Progress: Der Praktikant

Generell scheint es so, als wäre die klassische Karriere-Triade von Ausbildung-Beruf-Ruhestand seit der Jahrtausendwende um den eigenständigen Punkt „Praktikum“ erweitert worden. Hat sich das Phänomen Praktikum doch mittlerweile von einer intendierten Übergangshilfe, einem Zwischenstatus, zu einem originären (Karriere-)Abschnitt gewandelt. Einem Abschnitt, der übrigens wesentlich länger andauern kann, als es so manchem Praktikanten lieb ist. Die Konsequenz: Klassische Meilensteine der Lebensplanung wie eigene Wohnung, Familiengründung, Kinderwunsch verschieben sich aufgrund der mangelnden finanziellen Absicherung zeitlich immer weiter nach hinten. Übrig bleibt manchmal: die chronische Frustration, von einer Übergangslösung zur nächsten zu pendeln – ohne seinen endgültigen Platz zu finden. 

Diese Grundkonstellation hat mittlerweile als bekannt geflügelte Phrase von der sogenannten „Generation Praktikum“ Eingang in den alltäglichen Wortschatz gefunden. Was nicht zuletzt dafür spricht, dass es sich nicht nur um vereinzelte Sonderfälle handelt, sondern um einen echten Trend des Arbeitsmarktes. Einen Trend, der durchaus laute Stimmen in den Medien weckt, die endlich eine gesetzliche Regelung fordern.
 

Im Grunde eine gute Idee

Gut, generell kann man gegen die Idee eines Praktikums ja kaum etwas einwenden. Diese bis ins 17. Jahrhundert zurückgehende Praxis zielt grundsätzlich darauf ab, eine (frühe) Vertiefung erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen. Das Praktikum versteht sich somit im Idealfall als temporäres Bindeglied oder ergänzendes Modul der Ausbildung– im Vordergrund steht das Sammeln praxisorientierter Arbeitserfahrung.

Podcast  18.07.2014

Bene Heat Management

Im Büro sitzen, während draußen die Sonne scheint? Meetings abhalten, wenn auch Eis essen möglich wäre? Für viele ist Arbeiten in den schönsten Monaten des Jahres mehr Pflicht als Kür. Doch keine Angst, wir haben die Lösung: Mit dem Bene Heat Management kommen Sie ganz einfach durch diese schwierige Zeit.

Playlist  17.07.2014

Office.Playlist #51 by Bene – Sommer

Sommer, Sonne, Müßiggang: Die Pause gehört zum Sommer wie der Tatort zum Sonntagabend. In den schönsten Monaten des Jahres fällt es uns daher manchmal besonders schwer, im Büro zu sitzen. Doch halt: Abhilfe naht – und zwar in Form von Musik. Die Sommerausgabe unserer Office.Playlist bringt Ihnen echte Sommergefühle bis zum Schreibtisch.

 10.07.2014

Marino Formenti, Dirigent und Pianist, Wien

Marino Formenti credit Los Angeles Times

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit. In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Diesmal telefonierten wir mit Marino Formenti. Der in Wien lebende italienische Pianist und Dirigent (geboren 1965) sprach mit Désirée Schellerer und Angelika Molk über die Bedeutung der Pause in der Musik, rastloses Schaffen und Zuckerbrot und Peitsche.

Marino Formenti zählt mit seiner außergewöhnlichen Kombination von Intellekt und Emotionalität zu den interessantesten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Von der Los Angeles Times als „Glenn Gould for the 21st Century“ gepriesen, hat sich Formenti im Bereich der zeitgenössischen Musik einen Namen gemacht, ebenso wie mit seiner Suche nach einer Verbindung von Alt und Neu. Formentis Vorliebe für neue, unerwartete Zusammenhänge schlägt sich auch in unterschiedlichen Projekten nieder, die häufig mit der Konzertform experimentieren (Missa, Piano Trips, Nothing is Real, The Party, Piano Integral, Kurtág’s Ghosts, Sieben Letzte Worte). Demnächst erscheint der Dokumentarfilm „Schubert und ICH“, in dem Formenti mit fünf musikalischen Laien in privatem Rahmen Lieder von Franz Schubert einstudiert.


Herr Formenti, die Sommerausgabe unseres Magazins hat die „Pause“ zum Thema. In der Musik bekommt die Pause mitunter große Bedeutung, man denke nur an John Cage. Welchen Stellenwert hat die Pause in Ihrem Schaffen?
Die Pause ist vielleicht das Allerwichtigste in der Musik. Die Stille wohnt der Musik inne, ähnlich wie sie dem Leben innewohnt: Man braucht Momente, in denen man zu sich kommt. Das ist allerdings im heutigen Berufsleben manchmal schwierig, weil es hektischer geworden ist.


Ist das Leben auch für Künstler hektischer geworden?
Auch ein klassischer Künstler ist heute viel mehr auf Reisen als noch vor zwei, drei Generationen. Man kann das eigentlich nur mit Routine meistern – doch Routine ist völlig uninteressant, als würde man ständig das Gleiche spielen. Schöner ist es, immer neue Wege zu suchen. Das kann sehr ermüdend sein. Ich will mich aber nicht beklagen, es ist ein wunderschönes Leben.

 02.07.2014

Kreativität Raum geben: Bene @ Alpbach 2014

Das Europäische Forum Alpbach ist eine interdisziplinäre Plattform für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. Seit 1945 treffen sich kluge Köpfe aus aller Welt in den Tiroler Bergen, um relevante gesellschaftspolitische Fragestellungen unserer Zeit zu diskutieren.

Das Jahr 2014 ist ein Gedenkjahr in mehrfacher Hinsicht: 200 Jahre Wiener Kongress, 100 Jahre Erster Weltkrieg, 25 Jahre Fall der Berliner Mauer. Diese Ereignisse nimmt das Forum Alpbach zum Anlass, sich unter dem Motto „At the Crossroads“ einem zukunftsgerichteten Diskurs zu widmen. Damals wie heute steht Europa an einer Weggabelung, an der eine Reihe von Grundsatzentscheidungen getroffen werden müssen. In welche Richtung wollen wir uns als Gesellschaft entwickeln? Im Rahmen der Wirtschaftsgespräche diskutieren Experten die Veränderungen in der Wirtschaftswelt und wie Unternehmen diesen begegnen. Im Fokus steht auch die Arbeitswelt der Zukunft, in der Kreativität und Innovation zu treibenden Kräfte für den Erfolg sind.

Aber wie entsteht Kreativität und wie setzt man kreative Prozesse in Gang? Als internationaler Marktführer und Trendsetter beschäftigt sich Bene seit Jahren mit diesen und ähnlichen Fragestellungen sowie den Veränderungen der Wissensgesellschaft.

 23.06.2014

Office.Playlist #50 by The Gap

Musik aus dem Pandaversum von The Gap, wo man sich seit 1997 möglichst vielen Facetten der Popkultur zwischen Glamour und Diskurs widmet. Satte Bässe, reizvolle RnB-Stimmen und ausgeklügelte Elektronik. Dreimal Österreich mit Cid Rim, Wandl und Fontarrian, siebenmal international.

 18.06.2014

Work in Progress: Der Architekt

Generalist und Spezialist. Gott und Ted Mosby. Architekten kommen in allen Farben und Formen. Was sie nun eigentlich zu können haben, wird seit Jahrtausenden diskutiert.

In sieben Tagen die Welt

Geht man von unseren durch den christlichen Glauben geprägten Breiten aus – man denke nur an unsere Zeitrechnung – dürfte man wohl den Schöpfergott, der laut Bibel in sechs Tagen und einem Ruhetag die ganze Welt schuf, den ersten Architekten nennen. Nicht umsonst zeigen frühe Darstellungen der Weltschöpfung oft Jesus Christus, stellvertretend für den Vater, der mit einem Zirkel den Erdball vermisst. Gott als Architekt vereint exemplarisch sowohl die Kraft der Idee, als auch die Fähigkeit der Ausführung in sich und markiert damit ein Ideal, das den Architekturdiskurs seit Jahrtausenden beschäftigt.

Seit Bauten dokumentiert werden können, stellt sich die Frage, was die Aufgaben des Architekten nun eigentlich sind. Das aus dem Altgriechischen stammende Wort Architekt, das – über das Lateinische vermittelt – auch heute in einigen Sprachen den Beruf bezeichnet, gibt nur unzureichende oder einseitige Auskunft über die Bedeutung des Begriffs, wie wir ihn verwenden. So lässt es sich als „Oberster Handwerker“ übersetzen – das empfänden so manche Architekten zu Recht sicherlich als unzureichende Beschreibung ihrer Tätigkeit.

 13.06.2014

Glück Macht Erfolg: Wie Glück zu mehr Rendite führt.

Jahrzehntelang war Wachstum um fast jeden Preis das Maß aller Dinge. Jetzt hat die Glücksökonomie begonnen, den scheinbar unwissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Glück zu untersuchen. Sie geht der Frage nach: Ist Glück die Voraussetzung für Erfolg? Ergebnis: Bis zu 360 Mrd. Euro Produktivkapital kann geweckt werden, wenn Unternehmen die Zufriedenheit der Mitarbeiter ins Zentrum rücken.

 13.06.2014

Susie Wolff, Ermatingen und Oxford

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit: In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Diesmal unterhielten wir uns mit Susie Wolff, Testfahrerin für das Williams Martini Racing Team.  Sie sprach mit uns über ihren Weg zum Erfolg, die Rolle von Teamarbeit in der Formel 1 und den täglichen Adrenalinstoß auf der Rennbahn.

Bereits in jungen Jahren entdeckte die in Schottland geborene Susie Wolff ihre Liebe zum Motorsport.  Nach 16 Jahren Rennerfahrung debütierte sie 2006 in der DTM, der Deutschen-Tourenwagen-Masters, wo sie professionelle Rennen für Mercedes Benz fuhr. 2012 wechselte die schnellste Frau der Welt in die Formel 1, wo sie seither als Testfahrerin für das Williams Martini Racing Team unterwegs ist. Wir nahmen Susie Wolffs Artikel in der Publikation „Glück Macht Erfolg“ zum Anlass, sie zum Interview zu bitten.


Frau Wolff, wie kann man sich einen typischen Arbeitstag in Ihrem Leben vorstellen? Oder gibt es so etwas nicht? 
Für mich ist jeder Tag anders, je nach Jahreszeit. Das passt mir ganz gut, da ich nicht jemand bin, der Routine mag. Sobald die Formel 1 Saison startet, sind wir etwa fünf Wochen unterwegs, da die ersten vier Rennen auswärts stattfinden. In der Mitte der Saison wird es etwas einfacher, weil die meisten Rennen in Europa sind, aber danach gibt es wieder viele im Ausland.

Im Winter konzentriere ich mich mehr auf das Fitnesstraining und die Arbeit im Simulator. Während der Saison bin ich häufiger unterwegs und mache auch PR und Marketing für das Team.


Würden Sie Ihr Auto als Ihren Arbeitsplatz bezeichnen? Welche Orte gehören zu Ihrem Arbeitsleben dazu?
Nachdem es in der Formel 1 nicht viele Testfahrten gibt, um Kosten zu sparen, habe ich nur sehr wenig Zeit auf der Bahn. In dieser Saison hatte ich einen Testtag in Barcelona und werde noch zwei Trainingssessions beim britischen und deutschen GP machen, daher würde ich sagen, dass wohl eher der Simulator in der Williams Formel 1 Factory mein Arbeitsplatz ist.

×

×
×