Artikel von: Angelika Molk

News 05.01.2017

Spaß statt Büroalltag – die Bene Neujahrskarte 2017

Neujahrskarte Bene 2017

Die Bene Neujahrskarte ist jedes Jahr etwas Besonderes. Bewusst haben wir uns vor langer Zeit dafür entschieden, keine traditionellen Weihnachtsgrüße zu verschicken, sondern unsere Kundinnen und Kunden lieber mit einem Augenzwinkern im neuen Geschäftsjahr zu begrüßen. Versandt haben wir unter diesem Motto schon Karten mit Voodoo-Puppen, Roboterhunden und fliegenden Elefanten.

Bei so viel kreativer Vergangenheit fällt es jedes Jahr aufs Neue schwer, eine Wahl für das Sujet der Karte zu treffen. Für das Jahr 2017 haben wir uns daher zuerst überlegt, wofür Bene 2016, 2017 und überhaupt schon seit 1790 steht und sind zu folgendem Schluss gekommen:

Für Inspiration statt Langeweile. Für Erfolg statt Niederlagen. Für Spaß statt Büroalltag.

Architektur & Design 12.12.2016

Inspiration ist dreidimensional: Willkommen in der Zukunft!

Office of the Future, Dubai

Nur 17 Tage Bauzeit hatte das Office of the Future. In dieser Zeit ist weder Beton gemischt worden, noch sind Späne gefallen. Das Gebäude wurde gedruckt, mit einem 3-D-Printer von 6 Metern Höhe und 46 Metern Länge. Voll funktionstüchtig mit Strom, Wasser, Telekommunikation und Klimaanlage, ist es das erste Bürogebäude der Welt, das auf diese Art entstanden ist.

Personalities 01.09.2016

Drei Fragen an Anders Cleeman, Muuto

Fiber Chair, Muuto

Willkommen, Muuto! Wir freuen uns, eine neue Partnermarke begrüßen zu dürfen: Demnächst wird es in ausgewählten Bene-Schauräumen auch Stühle, Sofas, Leuchten und viel mehr aus dem Hause Muuto geben. Wir haben diese neue, schöne Partnerschaft zum Anlass genommen, drei Fragen an Anders Cleeman, CEO von Muuto, zu stellen.

Über Muuto

Der Name ist bei Muuto Programm – Im Finnischen steht „muutos“ für neue Perspektiven. Ganz in diesem Sinne denkt Muuto-Design mit viel Leidenschaft und mutigen kreativen Ansätzen das skandinavische Erbe weiter. Hohe Ansprüche an Ästhetik und Funktion und Liebe zum Handwerk gehören ebenso zur Philosophie wie das Ausprobieren von neuen Materialien und Techniken. In Zusammenarbeit mit einzigartigen, modernen Designern wird diese Philosophie der neuen Perspektiven zum Leben erweckt.

Warum freut Muuto sich auf die Kooperation mit Bene?
Muuto steht für neue Perspektiven auf skandinavisches Design und kombiniert höchste Qualität mit dem Preissegment des ‚Affordable Luxury‘. Bene sehen wir als eines der führenden und etabliertesten Unternehmen auf der internationalen Design-Bühne mit souveräner, jahrelanger Kompetenz und unschlagbarem Gespür für Design. Bene weiß erlesenes Handwerk ebenso zu schätzen wie innovative Ansätze und stellt damit im gehobenen Büromöbelsegment einen idealen Partner für Muuto’s modernen ‚New Nordic‘-Charakter dar - hinsichtlich Distribution, Synergieeffekten bei diversen Zielkunden und der strategischen Marktbearbeitung in unterschiedlichen Ländern. Wir sehen hier großes Potential.

25.11.2015

“Was heisst denn schon scheitern?” Josef Zotter im Interview

© Petra Rautenstrauch, Zotter Schokolade

Der steirische Schokoladenhersteller ist bekannt dafür, immer wieder aufs Neue mit ungewöhnlichen Kreationen aufzufallen. Ein Hauptaugenmerk liegt auf fairem Handel und biologischen Produkten. In seinem Schokoladentheater kann man die Produktion der Tafeln von der Bohne an mitverfolgen und mitverkosten, um anschließend im Essbaren Tiergarten dem Fleisch auf dem Teller in die Augen zu schauen. Nicht grotesk, sondern nachvollziehbar soll das sein. Wir sprachen mit dem „Schokoladenpapst“ Josef Zotter über Blutschokolade, die Kunst des Scheiterns und darüber, warum er manchmal gerne Amerikaner wäre.


Wie schaffen Sie den Raum, um Innovationen so viel Platz geben zu können?
Ich setze mich nicht hin und plane neue Produktideen. Das geht ganz automatisch während der täglichen Arbeit. In meinem Büro herrscht geordnetes Chaos, und vieles landet handschriftlich auf Zetteln, die je nach Priorität hin- und hergeschoben werden. Eine echte Zettelwirtschaft eben. Nach diesem Prinzip arbeite ich. Und manchmal habe ich in meinem Essbaren Tiergarten die schrägsten Ideen. Einfach entspannen, dem Denken freien Lauf lassen.

Wer denkt sich alles Neue bei Ihnen aus?
Na, schon der Zotter selbst. Wo Zotter draufsteht, muss schließlich auch Zotter drinnen sein. Das ist ganz wichtig. Ich stelle Geschmack im Kopf zusammen und kreiere da völlig neue Geschmacksmuster. Ich weiß, wie eine Sorte schmeckt, noch ehe sie produziert wird. Ich habe zum Glück mehr Ideen, als wir in einer Saison verwirklichen können. Das Schwierigste ist immer zu entscheiden, welche wir weglassen. Dann muss ich sogar Bestseller aus dem Sortiment nehmen, damit die Neuen Platz haben!

Trends 25.11.2015

Teamwork works

PARCS

Der Begriff „Innovation“ ist nicht neu. Wie die Geschäftsmodelle, die sich auf ihn berufen, entwickelt er sich laufend weiter. Und wächst, sowohl hinsichtlich seiner Möglichkeiten als auch in seiner Bedeutung.

Erfolg im 21. Jahrhundert funktioniert anders als früher. Man kann sich zum erfolgreichsten Taxiunternehmen entwickeln, ohne ein einziges Auto zu besitzen. Kann Millionen von Zimmern in den Städten der Welt vermieten, ohne eine einzige Immobilie zu besitzen. Oder zum größten Warenumschlagplatz weltweit werden, ohne auch nur ein Produkt selbst herzustellen.Aber es sind nicht nur die Geschäftsmodelle, die in Richtung Veränderung weisen. Unsere Prioritäten haben sich gewandelt. Und so kommunizieren, leben und arbeiten wir heute anders als noch vor zehn Jahren. Wer mit  seinem Unternehmen wirklich Erfolg haben will, muss sich Veränderungen anpassen, mit ihnen Schritt halten und sie im besten Falle einholen. Ihnen voraus sein.
 

Innovate or Die 

Managementguru Peter Drucker hat den Innovationsdruck, der auf Unternehmen lastet, in die knappe Formel „Innovate or Die“ gefasst: Wenn man sich nicht weiterentwickelt, keine neuen Ansätze sucht, keine Impulse setzt, muss man sich früher oder später geschlagen geben – meist gegenüber kleineren, häufig innovativen Jungfirmen oder Start-ups. Daher steht Innovation schon seit Jahren als zentraler Punkt auf der Agenda vieler Firmen. Trotzdem sind laut einer Studie von McKinsey  94 Prozent der Chefs unzufrieden mit der Innovationsleistung ihres Unternehmens. Warum?

23.11.2015

Innovation auf der Tagesordnung: Festo

Festo Innovationsfabrik

Festo ist gleichzeitig Global Player und unabhängiges Familienunternehmen mit Sitz in Esslingen am Neckar. Als weltweit führendes Unternehmen in der Automatisierungstechnik und Weltmarktführer im Bereich der industriellen Aus- und Weiterbildung liefert Festo pneumatische und elektrische Automa-tisierungstechnik für 300.000 Kunden in über 35 Branchen. Wir sprachen mit Christian Kubis, Leiter Werksengineering bei Festo Scharnhausen, über Produktivität, Prozesse und Basketballkörbe.


Sie haben in Kooperation mit Bene in Ihrem Unternehmen vier Innovationsräume eingerichtet. Was waren Ihre Überlegungen dahinter?
Wir haben nach Räumen gesucht, die Innovation und Kreativität gezielt fördern. Außerdem wollten wir eine Umgebung schaffen, die Mitarbeiter dazu motiviert, sich einzubringen, ihre Ideen mit anderen zu teilen.


Wie werden diese Räume von den MitarbeiterInnen angenommen und genutzt?
Anfangs waren die Mitarbeiter eher skeptisch, bis dann erklärt und verstanden wurde, wie diese Räume funktionieren und wie man sie nutzen kann. Wer die Räume kennengelernt hat und bereits darin arbeiten durfte, ist begeistert.


Was bedeutet Innovation für Festo?
Innovation findet nicht nur in der Forschung statt, sondern in allen Geschäftsbereichen. Innovation muss dabei nicht unbedingt etwas völlig Neues sein, sondern kann auch aus einem Mix von bereits vorhandenen Ideen entstehen.Beeinflusst wird der Innovationsprozess von vielen Aspekten: Mitarbeiter und Methoden spielen eine Rolle, die Organisation, die Zeit, die man investiert. Daneben ist es aber auch das Ambiente, der Raum, der wichtig ist.


Was würden Sie einem Unternehmen raten, das sich vorgenommen hat, Innovation gezielt zu fördern? Worauf kommt es dabei an?
Für eine erfolgreiche innovative Arbeit müssen die Mitarbeiter frei denken können und das Alltagsgeschäft so gut es geht vergessen. Ein Moduswechsel ist erforderlich bevor die Innovationsarbeit beginnt. Dazu gehört ein Ambiente, das sich vom Tagesgeschäft unterscheidet. Dabei helfen können auch ganz einfache Dinge wie ein Tischkicker, ein Golfteppich, ein Basketballkorb oder eine Dartscheibe.

25.09.2015

Andreas Rath, BRAINS AND GAMES, Wien

BRAINS AND GAMES

Sie sind Anfang- & Endpunkt, Motor & Katalysator, Wunsch & Anspruch. Innovation und Kollaboration sind in den vergangenen Jahrzehnten zu den zentralen Elementen unseres modernen Arbeitslebens geworden. Wir fragen in Gesprächen mit Zeitgenossen, welchen Stellenwert Kreativität besitzt, wie Innovationen entstehen und wie wandelfähig wir selbst und unser tägliches Business sein müssen. Diesmal unterhielten wir uns mit Andreas Rath, Geschäftsführer der „unlangweiligen Unternehmensberatung“ BRAINS AND GAMES.


BRAINS AND GAMES bezeichnet sich als „unlangweilige“ Unternehmensberatung. Was unterscheidet Sie von anderen, „langweiligen“ Beratern?
Die Bezeichnung „unlangweilig“ kommt aus Rückmeldungen von Kunden, die sagen, dass wir immer wieder neue, schräge Interventions-Ideen haben. Wir versuchen, Beratung in Erlebnisse zu übersetzen und dadurch Erfahrungen zu schaffen, die im betrieblichen Alltag nachhaltiger nutzbar sind. Das kann dann schon mal dazu führen, dass Finanzdienstleister, die im Unternehmen Kreativität fördern wollen, Graffitis machen oder Topmanager, die einen neuen Markt erobern wollen, den höchsten Berg der Steiermark besteigen.


Herr Rath, wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Oder gibt es so etwas nicht?
Typische Arbeitstage haben wir kaum. Das Typische ist bei uns, dass jeder Tag anders abläuft. Für jeden Fall wählen wir das ideale Setting – das kann in der Natur sein, es kann aber auch ein klassischer Raum wie das Vorstandsbüro beim Kunden sein. Die Arbeitszeiten sind sehr flexibel, wir arbeiten dann, wenn es notwendig ist. Ich selbst unterscheide nicht zwischen Arbeits- und Freizeit sondern zwischen Zeiten, in denen ich Geld verdiene und solchen, in denen ich es ausgebe.


Haben Sie einen Hauptarbeitsplatz oder arbeiten Sie mobil?
Wir haben ein gemeinsames Büro, das uns als Ort der Begegnung sehr wichtig ist. Durch unterschiedliche Anwesenheitszeiten und Platzbedürfnisse brauchen wir fixe und freie Arbeitsplätze auf. Ich selbst habe einen eigenen Arbeitsplatz und bin eigentlich sehr froh darüber, dass ich den Schreibtisch am Abend nicht aufräumen muss und das Foto meiner Tochter stehenbleiben kann.

04.08.2015

Das Büro als Raum der Bewegung

Stand-Up Wilkhahn

Dass Bewegung gesund ist, darüber ist man sich einig: „Wer rastet, der rostet“, heißt es. Trotzdem verbringt der durchschnittliche Wissensarbeiter von heute viel zu viel Zeit sitzend im Büro. Dabei gibt es längst gute, kreative Ansätze und qualitativ hochwertige Möbel, die den Arbeitsalltag nicht nur dynamischer, sondern auch gesünder machen.

Immer nur am Schreibtisch sitzen? Nein danke! In einem gut geplanten Büro muss der Mitarbeiter nicht die gesamte Arbeitszeit am eigenen Arbeitsplatz verbringen. Nach dem Motto „Choose the place you need“ sucht sich der Wissensarbeiter von heute immer genau den Bereich aus, der optimal auf seine Tätigkeit abgestimmt ist. Facettenreiche, gut durchdachte und abwechslungsreiche Raumlösungen fördern neben dem gesundheitlichen Aspekt auch die Inspiration im Arbeitsalltag. Bene unterteilt Office-Zonen in We-Places (Orte der Zusammenkunft und des Austausches), Me-Places (Rückzugsbereiche für privates Arbeiten und Konzentration) und Work-Places (klassische Arbeitsplätze). So entsteht ein dynamisches Büro, das die Bewegung von Körper und Geist zugleich fördert.
 

Bewegen will gelernt sein

Auch wenn die Büroumgebung die besten Voraussetzungen für einen bewegten Arbeitstag bietet, gilt: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Daher müssen neben den räumlichen Voraussetzungen auch neue Verhaltensmuster antrainiert werden. Man sollte auch bereits eingespielte Arbeitsabläufe bewusst zugunsten von mehr Bewegung verändern: beispielsweise im Stehen telefonieren, gemeinsame Besprechungen an Stehtischen abhalten oder aktiv häufige Ortswechsel auch im Büro anstreben.

Gründe für Bewegung gibt es mehr als genug: Durch zu langes Sitzen wird die Rückenmuskulatur verkürzt, Bauch-, Bein- und Gesäßmuskeln geschwächt. Auch die Schulter- und Nackenpartie, die Wirbelsäule, Bandscheiben und Gelenke sind belastet. Der Stoffwechsel wird verlangsamt und die Durchblutung eingeschränkt, was zu einem geschwächten Immunsystem und einem erhöhten Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

27.07.2015

Burkhard Remmers, Wilkhahn

Wilkhahn

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit. In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Diesmal sprachen wir mit Burkhard Remmers, Unternehmenssprecher des deutschen Möbelherstellers Wilkhahn, über Ergonomie, Bewegung und Trends im Büro.


Wilkhahn ist Experte für die Gestaltung von hochwertigen und ergonomisch gestalteten Sitzmöbeln. Welche Entwicklungen konnten Sie in den letzten Jahren beobachten? Was sind die Trends und wichtigsten Neuerungen in der Arbeitswelt und wie reagiert Wilkhahn darauf?
Arbeitskulturen wandeln sich deutlich langsamer als dies manchmal propagiert wird. Ein schönes Beispiel dafür ist das seit 20 Jahren vorhergesagte papierlose Büro. Erst jetzt, durch die Möglichkeit per Internet praktisch überall arbeiten zu können, gewinnt die Papierlosigkeit praktische Relevanz und sorgt für einen Rückgang des Bedarfs an Stauraummöbeln. Man muss also unterscheiden zwischen kurzwelligen, häufig marketinggetriebenen Moden für eine sehr kleine Minderheit und den wirklichen, langfristigen Trends. Die Digitalisierung mit den smar-ten Technologien ist ein solcher Trend, der unser gesamtes Leben beeinflusst. Spannend ist hier, dass Smartphones, Tablets und Co. aus dem Massenmarkt kommen und in die Office-Welt eindringen – mit all dem Kopfzerbrechen der IT-Abteilungen bezüglich der Datensicherheit. Ein zweiter Trend, der damit zusammenhängt: Die Grenzen zwischen Privatleben und Job verschwimmen und damit steigt entsprechend der Anspruch, dass die Büros umgekehrt lebensnäher, emotionaler und wohnlicher werden. Außerdem verändern sich durch die Technologien und die dadurch möglichen Arbeitsformen und -orte die Kernaufgaben der Bürogebäude: Sie werden immer mehr zu Orten der Kommunikation und Kooperation, weil die konzentrierte Einzelarbeit zumindest theoretisch überall stattfinden könnte – und weil nicht zuletzt deshalb die Zusammenarbeit bei persönlichen Treffen umso wichtiger ist.


Zu viel Sitzen ist ungesund. Trotzdem verbringen wir täglich viele Stunden sitzend vor dem Computer. Was muss ein guter Bürodrehstuhl können, damit sich keine Rückenschmerzen einstellen?
Wir betreiben in diesem Feld seit fünf Jahrzehnten intensive Forschungen und überführen die Ergebnisse immer wieder in neue Produktstandards. Schon Anfang der 1970er Jahre forderte eine erste Wilkhahn-Studie den Wechsel „Vom Haltungssitz zum Bewegungssitz“. Inzwischen wird der allgegenwärtige Bewegungsmangel als Kernursache für fast alle Zivilisationskrankheiten gesehen. Umgekehrt ist das Sitzen für alle Tätigkeiten, die mit Mikromotorik zu tun haben, eine Grundvoraussetzung, um die Arbeit konzentriert und effizient erledigen zu können. Und schließlich gehört das Sitzen ebenso wie das Stehen und das Liegen zu den natürlichen Haltungsoptionen, über die unser Körper verfügt. Es geht also primär nicht darum, dass wir sitzen, sondern vor allem um die Frage wie.

26.03.2015

Katharina Norden, Three Coins, Wien

© Matthias Brandstetter

Sie sind Anfang- & Endpunkt, Motor & Katalysator, Wunsch & Anspruch. Innovation und Kollaboration sind in den vergangenen Jahrzehnten zu den zentralen Elementen unseres modernen Arbeitslebens geworden. Wir fragen in Gesprächen mit Zeitgenossen, welchen Stellenwert Kreativität besitzt, wie Innovationen entstehen und wie wandelfähig wir selbst und unser tägliches Business sein müssen. Diesmal sprachen wir mit Katharina Norden, Geschäftsführerin des erfolgreichen Wiener Start-Ups Three Coins, das es sich zum Ziel gesetzt hat, innovative Lern-Methoden zu entwickeln, die Finanzkompetenz schulen.


Three Coins ist ein Start-Up, das innovative Methoden und Werkzeuge entwickelt, die den nachhaltigen Umgang mit Geld trainieren sollen. Die Zielgruppe sind vor allem Jugendliche, die oft nur wenig oder nur sehr abstraktes Finanzwissen besitzen. Wie kam es dazu, dass sich Ihr Start-Up dem Thema Finanzbildung zugewandt hat?
Es war mein Wunsch, meine eigenen Ideen für eine nachhaltigere Gesellschaft zu realisieren und das mit einem unternehmerischen, selbstständigen Ansatz zu schaffen – ohne in langfristiger Abhängigkeit von Fördergebern zu sein. Finanzbildung ist ein Schlüssel zu einer fairen, nachhaltigen Gesellschaft und ein wichtiger Hebel für Armutsprävention – davon haben uns verschiedene internationale Studien sowie viele Gespräche mit österreichischen Schuldenberatungen überzeugt. Mein Team und ich haben außerdem bei uns selbst bemerkt, dass es zunehmend schwieriger wird, das eigene Geld unter Kontrolle zu behalten. Vor allem in einer Welt der digitalen Konsum- und Zahlungsmöglichkeiten, in der es nicht mehr reicht einfach ins Geldbörsel zu blicken, ist eine neue Art von Bildung für dieses Thema nötig. Diese Einsicht kombiniert mit der Feststellung der Schuldnerberatungen, dass immer mehr junge Menschen in die Schuldenfalle tappen, hat uns dazu getrieben selbst etwas in dem Bereich zu tun. Die Frage die wir uns stellten war: Was passiert, wenn niemand den nachfolgenden Generationen den Umgang mit Geld vermittelt, was bedeutet das für unsere Gesellschaft, wenn diese Lebenskompetenz nicht erlernt wird?


Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrem Team aus? Oder gibt es keine typischen Arbeitstage?
Mittlerweile umfasst unser Team sieben Personen die teils in Österreich, teils in der Schweiz arbeiten. Unsere typischen Arbeitstage sind sehr unterschiedlich: da kann es schon sein, dass wir von dem Treffen mit dem Vorstand einer Bank direkt ins Jugendzentrum gehen und am Tagesende einen Kreativworkshop für ein neues Projekt machen. Wenn wir als Team zusammenkommen, dann ist das in unseren Büros im Impact HUB Vienna oder im Impact HUB Zürich, den Unternehmerzentren, in denen wir eingemietet sind und die uns durch ihre Jung-unternehmer-Programme immer wieder voran bringen.


„Gamification“ meint das Einbetten von spielerischen Elementen in eigent-lich spielfremde Handlungen und Kontexte – davon verspricht man sich, dass gewisse Inhalte leichter zu erlernen sind und auf spannendere Weise vermittelt werden können. War Ihnen von Anfang an klar, dass Sie mit Hilfe spielerischer Methoden an das Thema Finanzbildung herangehen wollen? Geld und Spiel werden ansonsten ja nicht unbedingt miteinander in Verbindung gesetzt.
Wir waren der Überzeugung dass es für den Umgang mit Geld nicht reicht, abstrakt über Zahlen und Zinsen zu lernen. Bei dem Umgang mit Geld geht es eben auch um Emotionen, um Werte und Verhaltensweisen. Damit war klar, dass wir ein verhaltensbasiertes Tool brauchen, das Jugendliche auf Augenhöhe und in ihrer Sprache und Medienwelt abholt. Spiele tun das. Es gibt in Zeiten der Smartphones übrigens auch jede Menge Spiele, die Jugendlichen das Geld aus der Tasche ziehen. Das Spiel „CURE Runners“ tut das Gegenteil – es hilft einem dabei, mit den eigenen Ressourcen haushalten zu lernen.