Artikel von: Ronnie Heiner

Trends 01.06.2015

Nachhaltigkeit: Nur noch kurz die Welt retten….

Bene AG

Nachhaltig ist in den letzten Jahres vieles geworden – oder zumindest „bemüht“ nachhaltig. Gut so, könnte man meinen. So steige das Verantwortungsbewusstsein, Handlungsfelder würden erarbeitet und eine nachhaltige Entwicklung für künftige Generationen eingeleitet. Dennoch tut es in den meisten Fällen genauso gut, darauf zu achten, wie seriös die Ambitionen unter dem grünen Anstrich sind, oder ob es vielleicht mehr darum geht, Produkte an den Käufer zu bringen oder das eigene Image aufzupolieren.
 

Triebfeder United Nations

Dabei könnte 2015 ein bedeutendes Jahr auf dem Weg zu einer (möglichen) nachhaltigen Entwicklung werden. Denn derzeit werden von der UN die Sustainable Development Goals (SDGs, nachhaltige Entwicklungsziele) ausgearbeitet. Diese sollen die Millenniums-Entwicklungsziele, die 2015 auslaufen, unter dem zentralen Aspekt der Nachhaltigkeit erweitern. Eine der Besonderheiten: Die neue Post-2015-Agenda wendet sich nicht mehr vorrangig an Entwicklungsländer, sondern an alle Länder der Welt. Initiiert wurden die SDGs auf der Rio+20-Konferenz, also einer Folgekonferenz des „Erdgipfels“ 1992 in Rio de Janeiro. Bereits damals bekannten sich 178 Staaten angesichts der großen Umweltschäden, Ressourcenverknappung und Armut auf der Welt dazu, ihren Kurs zu ändern und eine nachhaltige Entwicklung anzustreben, und unterzeichneten das Aktionsprogramm Agenda 21.
 

Die Wachstumsfrage

So motivierend dieser Einsatz im Rahmen der UN auch ist, gibt es seit Jahrzehnten ebenso Stimmen, die die Frage aufwerfen, ob ökologische Nachhaltigkeit in dem notwendigen Ausmaß innerhalb eines Wirtschaftssystems, das auf Wachstum ausgerichtet ist, überhaupt realisierbar ist. Ist eine absolute Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch tatsächlich möglich? Oder könnte überhaupt nur eine Post-Wachstumsgesellschaft wirklich nachhaltig sein, da der ökologische Aspekt sonst notwendigerweise zu kurz komme? Darüber scheiden sich die Geister.
 

Nachhaltigkeits-Definition

Komplex wird es immerhin schon bei der banalen Frage:  Was ist Nachhaltigkeit eigentlich? Mal ehrlich – könnten Sie aus dem Stand darauf antworten?

Trends 18.09.2013

Tamtam um´s Team oder: Gemeinsam mehr erreichen

Komplexe Aufgaben erfordern gelungenes Teamwork. Gut eingespielt oder frisch zusammengestellt – ein gutes Team ist zu Leistungen fähig, die ein Einzelner nicht erbringen könnte. Doch was macht ein gutes Team aus? Wie funktioniert die Zusammenarbeit am besten, welche Faktoren wirken positiv auf den Teamerfolg? Lesen Sie hier über scheinbare Selbstverständlichkeiten und beachtenswerte Aspekte.

Bereits vor dem Eintreten in den Gelben Raum, wie der Meetingroom 2 genannt wurde, erkannte Florian durch die Glaswand, dass die Stimmung gut war. Vier der sechs Teammitglieder waren bereits versammelt und bereiteten ihre Unterlagen ebenso gut gelaunt wie gewissenhaft vor, während Doris, die Teamleiterin, die Schritte bis zum nächsten Milestone auf dem Whiteboard skizzierte. Sie war eine ausgezeichnete Teamleiterin, die es sowohl verstand, das Team für das gemeinsame Projekt zu begeistern, als auch Verantwortlichkeiten und Fristen klar zu regeln. Florian blickte zuversichtlich einem weiteren konstruktiven Meeting entgegen.
 

Ist Teamwork "in"?

Wer die aktuelle Diskussion um Teamwork verfolgt, begegnet reichlich widersprüchlichen Sichtweisen. Auf der einen Seite wird Teamwork euphorisch als das Instrument für Kooperation, Produktivität und wirtschaftlichen Erfolg im Wissenszeitalter gehandelt, auf der anderen Seite herrscht Ernüchterung. Aus der eigenverantwortlich handelnden Gruppe von Fachleuten, die gemeinsam auf ein Ziel hin arbeitet, sei vielerorts ein chaotischer Haufen geworden, der von Führungsschwäche, Plan- und Verantwortungslosigkeit zeuge.

News 02.07.2013

Bene Expert Talk ‘Mehr als Sitzen’

Unter großem Interesse fand am 27.6.2013 der Expert Talk zum Thema „Mehr als Sitzen“ im Wiener Bene Office und Showroom Neutorgasse 4-8 statt. Internationale Vertreter aus Design, Wissenschaft, Beratung und Wirtschaft diskutierten über den Wandel von Arbeitsweisen, Sitzkultur, -möbel und die Absurdität von Bedienungsanleitungen für Bürostühle.

"Der Trend geht heute dazu, in und bei der Arbeit beweglicher zu werden", leitete Rosa Lyon, ORF-Berichterstatterin und ehemalige Ö1-Journalistin, als Moderatorin des Abends das Thema Sitzkultur ein. Aber wechseln wir auch innerhalb des Büros öfter den Platz? Gibt es einen Wandel der Sitzkultur?

Zweifellos, konstatiert Sebastian Hackenschmidt, Kunsthistoriker und Kustos für Möbel und Holzarbeiten am MAK, gebe es diesen. Auch in den vergangenen Jahrhunderten wandelten sich sowohl Anschauungen zum Thema Sitzen als auch die Möbel selbst enorm, wie er in einem Impulsvortrag ausführte. So war beispielsweise Goethe gegen alle Arten von Bequemlichkeit, denn bequeme Möbel würden passiv machen, und wären beim Arbeiten daher kontraproduktiv. Heute hingegen ist hoher Sitzkomfort bei Arbeitsstühlen wichtig. Im Laufe der Zeit zeigte sich Bequemlichkeit in zwei Kategorien: Mechanik (Stichwort: verstellbare Sitzmaschinen) + Polsterung (üppige Kissenstühle, Innovationsschub durch Schaumstoff).

Trends 20.06.2013

Zeig mir, worauf du stehst, und ich sag dir, wer du bist…

Was haben Facebook-Freunde, lange Fingernägel, überdimensionierte Schreibtische, Toiletten und teure Uhren gemeinsam? Sie alle sind oder waren gerne zur Schau gestellte Zeichen für einen (vermeintlich?) hohen gesellschaftlichen Rang, Symbole von Anerkennung, Macht und Überlegenheit. Kurz: Statussymbole - mit mehr oder weniger Coolnessfaktor.

Er hatte sich vorgenommen, keine Angst zu haben. Ein guter Vorsatz, der sich jedoch bereits in dem Moment als unrealistisch herausstellte, als die wuchtige Tür vor ihm geöffnet wurde – die Tür zur Höhle des Löwen. Vor ihm lag eine schier endlos scheinende Strecke geradewegs durch den holzvertäfelten Raum. Zu seiner Linken bauten sich mit erdrückendem Wissen gefüllte Bücherregale auf, rechts eine marmorne Skulptur modernen Stils, die ihm allein schon wegen ihrer Größe unheimlich war, daneben eine prunkvoll überfrachtete Vitrine. Und am anderen Ende des Raumes, da saß – nein thronte – ER hinter dem massigen Schreibtisch, der wie ein Schlachtschiff der Machtdemonstration vor ihm ruhte. ER paffte eine Zigarre und hob seinen Blick nicht einmal, doch jener des Firmengründers auf dem Ölgemälde hinter ihm durchbohrte den unerwünschten Bittsteller, den menschlichen Störfaktor, den unwürdigen No-Name.

Architektur & Design 17.05.2013

Responsive Architecture: Besser „lebendig“ als „für die Ewigkeit“

Rolling Masterplan

Heliotrope Häuser, Skyscraper mit Schwingungstilgern, Mauern mit integrierten Phasenwechslern, tanzende Fassaden, wandernde Wände und Gebäude, die innen größer sind als außen – die Architektur des 21. Jahrhunderts ist interaktiv. Und sehr lebendig.

Vom Iglu bis zum Wüstenzelt, vom Bunker bis zur Raumstation – die enorme Vielfalt an ganz spezifischen, architektonischen Lösungen für Leben, Wohnen und Arbeiten nehmen wir gerne als selbstverständlich hin. Dennoch haben wir beim Wort "Haus" häufig ein stereotypes Bild eines Gebäudes vor uns – statisch, passiv, universell. Doch Gebäude, die unserem modernen Leben Rechnung tragen wollen, sind (hoffentlich!) wandelbar und an spezielle Gegebenheiten angepasst oder gar selbst anpassungsfähig. – Müssen sie auch sein, da nicht überall dieselben Anforderungen an sie gestellt werden.

Ob klimatische Bedingungen, potenzielle (natürliche) Gefahren, die das Gebäude umgebende Strukturen – seien es landschaftliche, architektonische oder kulturelle –, Zweck und Funktion, symbolischer Ausdruck und ästhetische Anforderungen, Energieaspekte, Bedürfnisse an Mobilität, Flächenbedarf, Bauvorschriften - die Challenges sind vielfältig. Vor allem dann, wenn man es darauf anlegt, dass Gebäude auch nach ihrer "Fertigstellung" interaktiv auf das Leben, das sie beherbergen, eingehen.

05.03.2013

Genug gearbeitet?

Foto: photocase.com/complize

Revolutionen müssen nicht immer laut sein. Manchmal zeigen sie beinahe Understatement. Das beweist eine, die derzeit in der Arbeitswelt stattfindet. Die Technologie der Digitalisierung hat den Weg dazu geebnet, dass immer mehr Jobs durch Algorithmen und Roboter erledigt werden – immer effizienter, immer smarter, so heißt es von den Befürwortern. Doch gelernte Skeptiker fragen schon: Bedeutet das das Ende der (menschlichen) Arbeit?

Misst man aktuelle Geschehnisse mit historischen Ereignissen, ist stets Vorsicht geboten. Nicht alles, was als "historisch" in die Welt posaunt wird, stellt sich im Nachhinein als etwas heraus, das in unserer schnelllebigen Gesellschaft mehr als nur einige Jahre Bestand und Bedeutung hat.

Andererseits gibt es auch die tatsächlich großen Veränderungen, von denen man bereits zum Zeitpunkt des Geschehens weiß, dass sie Weichen stellen und unausmerzbare Spuren hinterlassen werden. Die moderne Automatisierung bzw. Digitalisierung mit all ihren Folgen ist eine solche. Einer ihrer einschneidendsten Aspekte: die Verlagerung menschlicher Arbeit zu automatisierter. Ein alter Hut, wird so mancher jetzt sagen. Die industrielle Revolution haben wir schon seit längerem hinter uns – sowohl die erste als auch die zweite. Ganz recht, aber hier sind nicht die klassischen Maschinen gemeint, sondern mathematisch generierte Algorithmen, die bekanntlich keineswegs auf physische, industrielle Fertigung beschränkt sind.
 

Kleine Helferlein für den Alltag

Wir nutzen Algorithmen in der Freizeit ganz selbstverständlich – von Navigationsgeräten und Routenplanern bis zu diesen putzigen automatischen Staubsaugern und Rasenmähern, die ohne unser Beisein nach bestimmten Regeln vor sich hin werkeln. Vielfach übernehmen die kleinen digitalen Helferlein Aufgaben, für die es früher gar keinen eigenen Job gab, häufig unterstützen sie uns bei unserer Arbeit und immer öfter ersetzen sie uns.

13.09.2012

New Working Environments: Choose the place you need

Mobilität, Flexibilität, Teamwork, dazu noch Motivation, Kreativität, Qualitätsarbeit… Gerd weiß, was von Knowledge Workern gefordert wird. Doch warum erfüllen die zur Verfügung stehenden Räume diese Kriterien eigentlich nicht? Eine Frage, die er sich schon oft gestellt hat – bis er bei Karin im Büro zu Besuch war…

Die letzten Jahre haben es deutlich gemacht und die vorhergesagten Trends bestätigt – unsere Arbeitsbedingungen und Arbeitsprozesse haben sich aufgrund von Globalisierung, Mobilität und digitaler Vernetzung grundlegend verändert. Traditionelle Bürolayouts werden mit ihren starren Strukturen und ihrer Gleichförmigkeit den neuen, ungemein vielfältigen und wechselnden Anforderungen nicht mehr gerecht. Moderne Wissensarbeit benötigt ein Umfeld, das für jede Tätigkeit die jeweils ideale – weil fördernde Umgebung – zur Verfügung stellt. Offene Strukturen, unterschiedliche Raumangebote und -qualitäten sind jetzt gefordert.

Moderne Bürogestaltung greift diese Bedürfnisse auf und entwickelt facettenreiche Bürolandschaften, die spürbare Anleihen an Stadtlandschaften nehmen. Das Office wird zu einem attraktiven Lebensraum, der sich durch Vielfalt auszeichnet und mit unterschiedlichen Zonen und Bereichen aufwartet. Wissensarbeiter können, je nachdem, welche Aufgaben zu erfüllen sind, den jeweils bestgeeigneten Bereich als Arbeitsort wählen, frei nach dem Motto: Choose the place you need. Ähnlich einer Stadt entwickelt das Büro Identität, Persönlichkeit und Charakter. Inspirierend, anregend, produktiv.

Gerd staunte nicht schlecht, als er von Karin durchs Office geführt wurde. Denn nicht nur der Empfangsbereich hieß ihn mit kräftigen Farben, organisch geformten Stühlen und einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem willkommen, auch im Back Office setzte sich das Corporate Design auf kultige Art fort – zu seiner Linken hinter einer Glaswand ein inspirierender Meetingroom mit Sofas und Sitzkissen auf einem scheinbar gewellten Boden, zu seiner Rechten kompakte Arbeitsplätze, deren überraschend farbenfrohe Stauraumsysteme Durchsichten ermöglichen, weiter vorne eine einladende Couchlandschaft mit Präsentationsscreen. Freundlich, transparent und offen wirkte das Büro, Motivation und Kreativität schienen in der Gestaltung geradezu verkörpert zu sein.


New Meeting Environment

Innovation, Kreativität und Interaktion sind entscheidende Keyfacts der modernen Wissensarbeit. Denn sie beeinflussen die Qualität von Arbeitsergebnissen maßgeblich. Knowledge Worker benötigen demzufolge ein Arbeitsumfeld, das sowohl punkto Informations- und Kommunikationstechnologie am letzten Stand ist, als auch Vernetzung und Austausch fördert, Zugriff auf notwendige Informationen bietet und im Workflow nicht nur Routine, sondern vor allem Kreativität zulässt.

11.07.2012

New Working Environments: Der persönliche Raum

Die Wände sind gefallen, die Kommunikationsbarrieren niedergerissen. Die einen jubeln über besseres Teamwork, kürzere Wege und atmosphärische Offenheit, die anderen stöhnen über Lärmbelastung, Verlust an Privatsphäre und mangelnde Konzentration. Fest steht: Open Office Konzepte haben ihre Stärken oder Schwächen. Intelligente Bürolayouts versuchen erstere zu wahren und letztere zu kompensieren. Doch wie auch immer sie aussehen ­– ob sie im Live-Betrieb funktionieren, entscheidet die ausreichende Berücksichtigung des persönlichen Raumes.

Uneingeschränkte Exponiertheit ist unmöglich, so ehrlich muss man schon sein. Manchmal – und gar nicht einmal so selten ­– ist es notwendig, Grenzen zu ziehen. Diese können entweder physischer Natur sein, verbal kommuniziert oder über das nonverbale Verhalten deutlich gemacht werden. Faktum ist, dass eine verschlossene Türe so gut wie immer als Grenze akzeptiert wird, ganz im Gegensatz zum beharrlichen Starren auf den Bildschirm am Arbeitsplatz im offenen Büroraum – man scheint ja trotzdem verfügbar zu sein. Das Territorium ist gefährdet, der Personal Space ebenso.

29.03.2012

New Working Environments: Warum Männer lieber den Beamer betätigen und Frauen ihr Smartphone lieben.

"Und hier haben wir das Frauenmodell", sagt der Verkäufer und lenkt die Aufmerksamkeit vom Drehstuhl in schwarzem Leder zum Modell mit orangefarbener Stoffbespannung. Als die Nun-doch-nicht-Kundin das Geschäft verlässt, fragt er sich irritiert: "Habe ich etwas falsch gemacht?" Irgendetwas dämmert in seinem Hinterkopf..

Wir alle kennen die Bücher über Frauen, die nicht einparken können und Männer, die nicht zuhören. So sehr man sich darüber amüsieren, ärgern oder langweilen mag, ein berühmtes "Körnchen" Wahrheit ist immer darin versteckt, heißt es so schön (ach ja?). Bleibt also die legitime und ewig aktuelle Frage, wie sich Mann/Frau-Perspektiven im Berufs- und Arbeitsleben niederschlagen, die politisch brisanteste Diskussion sozialer Gleichstellung hier einmal ausgeklammert.

Fest steht jedenfalls: In der Wirtschaft sind Gender-Aspects mittlerweile Alltag. In Produktentwicklung und Verkauf ist der Begriff des Gender-Marketings seit ein paar Jahren großflächig bekannt, das Prinzip dahinter natürlich schon deutlich länger erprobt. Denn Marketing arbeitet immer mit der Ausrichtung auf bestimmte Zielgruppen – und um nichts anderes handelt es sich beim Gender-Marketing auch. Nach den Vorreiter-Ländern USA und Skandinavien finden Gender-Konzepte in Mitteleuropa – abgesehen von einigen Ausnahmen – seit rund fünf Jahren konsequente Umsetzung.
 

Auf die Definition kommt es an

Und damit wir sicher gehen, wovon wir reden: Im Gegensatz zu "sex" bezeichnet "gender" das soziale Geschlecht von Menschen, das nicht naturgegeben ist, sondern eine gesellschaftliche, kulturelle und politische Konstruktion.

25.03.2012

Frühlingsgefühle im Büro: Ab in die Vertikale

Longwood Gardens

Ausgedehnte Grünflächen sind in Büros Mangelware, denn sie benötigen nicht nur Licht und Pflege, sondern auch Platz. Die Lösung liegt, wie so oft, in der Änderung des Blickwinkels: „nicht horizontal, sondern vertikal“ ist das zeitgemäße Motto großflächiger Innenraumbegrünung.

Als Erfinder des Vertical Gardens gilt der französische Botaniker und Gartenkünstler Patrick Blanc. Bereits 1982 schuf er seine erste private, im Jahr 1986 die erste öffentliche "Mur Végétal". Seinen Durchbruch feierte das Konzept dann 2001 – mit der von Blanc im Pariser Luxushotel Perishing Hall realisierten grünen Wand im Innenhof. Ganze dreißig Meter hoch ist das lebende Kunstwerk, das damit erstmals architektonische Ausmaße annahm. Noch heute ist es zu bestaunen.

Von da an belebte und begrünte Blanc unzählige Wände in aller Welt. Ob es eine Innenwand des Marithé+Francois Girbaud Stores in New York (2003), die äußere Fassade des Musée du Quai Branly in Paris (2005), die Eingangshalle der Siam Paragon Shopping Mall in Bangkok (2005) oder die Qantas Lounge in Sydney (2007) ist - Blanc ist im Trend, der Vertical Garden ebenso.
 

Outdoor & Indoor

Beides kennen wir bereits: die Innenraumbegrünung mittels Topfpflanzen bzw. kleinen Grünflächen, beispielsweise in der Lounge, und die Fassadenbegrünung von Bauwerken. Der Vertical Garden, auch Green Wall, Plantwall oder Living Wall genannt, erweitert die bisherigen Konzepte um einen entscheidenden Schritt.

Lassen Sie uns einmal an ein Haus mit begrünter Fassade denken. Wie sieht es aus? Welche Pflanzen bedecken die Mauer? Wie mag es so geworden sein, wie es sich heute präsentiert? Nun, vermutlich haben wir ein Bild von Efeuranken, Wildem Wein oder Mauerkatzen vor uns, die sich direkt an der Wand hochgearbeitet haben. Vielleicht auch von Clematis, Glyzinien oder auch Rosen, die eine Kletterhilfe wie Draht oder Gitter benötigen, um empor zu klimmen. Allen gemein ist, dass sie erst den Weg nach oben finden müssen, bis das lebendige Grün die gesamte Fassade bedeckt. Und manche Pflanzen erreichen dieses Ziel nie, da ihre Wachstumshöhe begrenzt ist.