Personalities

Der persönliche Raum: Johanna Rachinger zum Thema Stauraum

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Ein glücklicher Wesenszug, denn als Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek braucht es ausgeprägten Ordnungssinn: 7,5 Millionen Bücher und Objekte umfasst die wachsende Sammlung, die auf mehr als 50.000m² archiviert, konserviert und zur Verfügung gestellt wird.

Optimale Raumausnutzung - denn Raum ist immer teuer - erreicht man mit Rollregal-Magazinen, ideale klimatische Bedingungen herrschen bei etwa 18-20°C und 40-50% relativer Luftfeuchtigkeit. "Die Idee der modernen Magazinsbibliothek mit der Trennung der Aufbewahrung der Bücher von der Benützung in Lesesälen ist im 19. Jahrhundert entstanden. Die Bücher sind dabei ganz pragmatisch nach "Numerus currens" geordnet. Gefunden werden sie über Kataloge, die damit zentrale Bedeutung für BibliothekarInnen und BenützerInnen erlangen."

Was die Neuzugänge und zukünftigen Bestände betrifft sind es weniger Probleme der Lagerung, die Rachinger beschäftigen.

"Es ist ein seltsames Paradoxon, dass historische Schriftdokumente je älter sie sind, umso besser haltbar sind, je jünger umso problematischer. In Stein gemeißelte Hieroglyphen oder assyrische Tontafeln, aber auch mittelalterliche Pergamenthandschriften überdauern Jahrtausende praktisch unbeschadet. Papiere seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts haben eine sehr viel schlechtere Haltbarkeit, weil sie auf Grund ihres Holzgehalts spröde werden und zerfallen. Ab dem 20. Jahrhundert entstehen dazu ganz neuartige Probleme, weil man zu den neu entstandenen Medien, beispielsweise Tonbändern, Schellacks u.a. auch die jeweiligen spezifischen Abspielgeräte benötigt.

Auch bei den digitalen Medien geht es nicht mehr bloß um die Erhaltung der physischen Informationsträger, sondern um die langfristige Sicherstellung der Benutzbarkeit der Information. Durch den raschen Wechsel von Hard- und Softwarestandards erfordert dies eine permanente Überprüfung und Überspielung der Daten. Die Herausforderungen für die Zukunft liegen daher vor allem bei der Archivierung der digitalen Medien, die ganz neue Anforderungen an Bibliotheken stellen."

  

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