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Ein Whiteboard für Fortgeschrittene: Jakob Leitner im Interview

Team Space Innovation IDEA WALL

we-inspire ist ein Spin-off des Media Interaction Lab der Fachhochschule Oberösterreich und wurde 2013 gegründet. Bene und we-inspire entwickeln und vertreiben gemeinsam die Bene IDEA WALL, eine große interaktive Wand, die durch das smarte Co-Creation Studio Technologiepaket von we-inspire für kreative, mediengestützte Teamarbeit perfekt geeignet ist. Das angebotene System kombiniert Möbelkomponenten, IT-Hardware und Software zu einem einzigartigen Gesamtpaket.  Wir sprachen mit Jakob Leitner von we-inspire über Anwendungsmöglichkeiten und Innovationskraft der IDEA WALL.


Herr Leitner, können Sie uns die Grundidee der IDEA WALL in wenigen Worten erklären?
Die IDEA WALL ist eine interaktive Wand, die auf Nahdistanzprojektoren basiert. An der Wand können bis zu 7 Personen gleichzeitig digital zeichnen, präsentieren, brainstormen und mit verschiedensten Software-Anwendungen interagieren. Die IDEA WALL ist das Herzstück einer Reihe von IT-Tools, die kollaboratives Arbeiten mit analogen und digitalen Inhalten erleichtern und verbessern. Zusätzlich zur interaktiven Wand bietet das Gesamtsystem zum Beispiel auch die nahtlose Integration von traditionellem Papier sowie persönlicher Geräte wie Laptops oder Smartphones an. Durch diese Kombination verschiedener Technologien und passender Raumkonzepte werden verschiedenste Arbeitsweisen unterstützt. Diese Multifunktionalität und Erweiterbarkeit des Systems und der Raumkonzepte wollen wir auch in Zukunft aktiv vorantreiben und sicherstellen, dass bestehenden und neuen Services und Technologien wie z.B. verschiedenste Cloud-Diensten leicht integriert werden können. Das Ziel soll sein, dass die digitale Zusammenarbeit so einfach und natürlich wie möglich funktioniert.


Wie kam die Idee zustande?
Wir haben we-inspire zwar erst im Sommer 2013 gegründet, blicken jedoch bereits auf fast 10 Jahre Forschung und Entwicklung im Bereich interaktiver Systeme, Möbel und Räume zurück.

Begonnen hat unsere Leidenschaft für das Thema mit den Projekten und Ideen von Herrn Prof. Michael Haller noch während unseres Bachelor-Studiums an der Fachhochschule Oberösterreich in Hagenberg. Das Thema hat uns dann durch unser Master- und Doktorats-Studium begleitet. Im Rahmen von mehreren Forschungsprojekten am Media Interaction Lab an der Fachhochschule wurden die technologischen Grundsteine für unsere Lösungen gelegt. Auf Grund der überaus positiven Rückmeldungen und des großen Interesses von unseren Forschungspartnern aus der Wirtschaft haben wir uns dann Ende 2011 entschieden, auch selbst ein Unternehmen zu gründen und unsere Ideen und Forschungsergebnisse in Produkte zu verwandeln. Bis zur eigentlichen Gründung hat es dann doch noch fast 2 Jahre gedauert, in denen wir uns, unterstützt durch das tech2b Inkubator-Programm, aufs Unternehmertum vorbereitet haben.


Welche Herausforderungen gab es am Weg von der Idee zum Produkt?
Die Umstellung von Forschungsarbeit zur Produktentwicklung war sicher eine große Herausforderung, da die Anforderungen an Forschungsprototypen in Bezug auf Einfachheit und Verlässlichkeit natürlich ungleich niedriger sind als für ein kommerzielles Produkt. Und natürlich mussten wir auch lernen, neu zu präsentieren: weg vom Fachjargon der Wissenschaftscommunity hin zu einer allgemein verständlicheren Sprache – daran arbeiten wir bis heute. So wurde auch aus dem Projekt- und Arbeitstitel Nice Wall - "Natural interface for collaborative environment" - der einfachere Produktname IDEA WALL geprägt. 


Wie kam es zur Kooperation mit Bene?
Die Zusammenarbeit mit Bene hat ebenfalls bereits vor der Firmengründung begonnen. Wir haben in Hagenberg für ein Forschungsprojekt einen Besprechungsraum mit unserer interaktiven Wand ausgestattet. Unsere Erfahrungen mit den verschiedenen Prototypen haben uns gezeigt, dass der Erfolg eines Innovationsraumes nicht mit der integrierten Technik endet, sondern dass das Raumkonzept und die Möbel eine wesentliche Rolle spielen.

Beim Besuch der Orgatec 2010 ist Herr Professor Haller dann auf die Möbel von Bene gestoßen und war von den Konzepten so begeistert, dass er Bene kontaktiert hat. Kurz darauf hatten wir dann Bene Möbel in unserem Besprechungsraum. Im Laufe der Zeit hat sich die Kooperation intensiviert und Bene ist bis jetzt aktiver Projektpartner in gemeinsamen Forschungsprojekten. Bereits auf der Orgatec 2012 konnten wir die damals noch als Nice Wall bekannte Wand auf dem Bene Stand einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, mit unglaublich positiver Resonanz bei den Besuchern. Und auch ich bin nach jedem erfolgreich installierten Raum immer wieder begeistert, wie gut sich die Lösungen von Bene und we-inspire ergänzen.


Wo sehen Sie Anwendungsbereiche für die IDEA WALL mit dem besonderen we-inspire Know How?
Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr flexibel und wir sind immer wieder überrascht, wenn Kunden uns erzählen, wie sie unser System verwenden.

Ich würde sogar sagen, dass dieses System überall dort Prozesse verbessern und beschleunigen kann, wo Menschen kommunizieren. Überall dort wo heute Whiteboards, Flipcharts, Stift und Papier oder jegliche Art von Präsentationstechnik verwendet werden, könnte eine IDEA WALL stehen.


Also ein Allrounder-Produkt?
Ja! Diese interaktive Wand verwandelt ein Büro oder einen Besprechungsraum in einen multifunktionalen Innovationsraum, der verschiedensten Aufgaben wie Präsentationen, Kreativmeetings, Projektbesprechungen aber auch Projektplanung, technische Abstimmungen, Datenvisualisierung oder Verkaufs- oder Informationsveranstaltungen gewachsen ist.

Dementsprechend kommen auch unsere Kunden aus den verschiedensten Branchen. Dieses  System wird von verschiedensten Abteilungen genutzt, von der Produktentwicklung über das Marketing bis hin zur Buchhaltung.


Warum sollte ein innovatives Unternehmen sich für die IDEA WALL interessieren?
In vielen Bereichen nimmt die Komplexität unserer täglichen Aufgaben zu und erfordert in zunehmenden Maße die Kommunikation zwischen verschiedenen Spezialisten. Dabei sollte die Gesamtkomplexität unserer Kommunikationslösungen abnehmen, damit wir uns auf die wesentlichen Inhalte konzentrieren können – ansonsten sind ineffizientes Arbeiten und Überforderung vorprogrammiert.

Unsere Lösungen bieten intuitive Eingabegeräte und helfen, komplexe Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren – das scheint mir ein erster Schritt in die richtige Richtung zu sein.


Sie sprechen von Intuitivität und der Reduktion komplexer Inhalte. Können mit Ihren Lösungen auch Mitarbeiter etwas anfangen, die in der digitalen Welt noch nicht so bewandert sind?
Natürlich. Die einfache Bedienung war uns ein großes Anliegen. Ein Beispiel hierfür ist die Integration von normalem Papier. Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin auf einem Zettel Papier schreiben kann, kann er oder sie bereits aktiv Teil des digitalen we-inspire workflows sein. Die Notizen werden vom digitalen Stift in Echtzeit ans System übertragen und können noch während der Besprechung einfach gespeichert, weiterbearbeitet oder versendet werden. Das Medium Papier, mit dem jeder seit der Volksschule vertraut ist, kann also wie gewohnt weiter verwendet werden. Nur werden mit Hilfe der IDEA WALL bereits während der Interaktion digitale Kopien live erstellt und verarbeitet.

Wir haben versucht, alle unsere Anwendungen nach diesen Prinzipien der möglichst einfachen und intuitiven Interaktion zu gestalten, um es unseren Benutzern zu ermöglichen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nämlich auf ihre Arbeit und auf ihre Ideen.
 

Welche Vorteile bietet die Nutzung der IDEA WALL gegenüber einem klassischen Whiteboard? Haben Sie das Whiteboard für Fortgeschrittene erfunden?
Das System kombiniert die einfache Bedienung eines normalen Whiteboards mit der Speicher- und Rechenkapazität eines PCs und erweitert die Arbeitsfläche auf eine enorme Größe. Zudem integrieren wir Papier, Laptops und Tablets. Ich denke der Begriff „Whiteboard für Fortgeschrittene“ ist da durchaus angebracht.

  

Autor

Angelika Molk

Corporate Marketing Manager

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