PearsonLloyd

Personalities

“Man muss die Ideen festhalten”: PearsonLloyd im Interview

Interview Architektur Design

Für NOOXS ließ sich das Londoner Designbüro PearsonLloyd von Arbeitsmethoden der Architektur inspirieren. Wir sprachen mit Tom Lloyd und Luke Pearson darüber, was sie am meisten beeinflusst, über das Delegieren von Arbeit und über ihre Lieblingsmusik beim Brainstormen.

WANN BRAUCHT EIN BÜRO NOOXS?
TL: NOOXS ist eine Art von Hybrid aus traditionellen Raumteilungssystemen und Privatheit gewährenden Möbeln, die sich aus den Coworking-Spaces entwickelt haben. Bei NOOXS geht es in Wirklichkeit um Flexibilität und Einfachheit. Sollen im Büro Elemente zum Einsatz kommen, die sich leicht transportieren lassen, beginnt man ein neues Projekt oder will man seine Arbeitsumgebung umgestalten: In all diesen Fällen ist NOOXS sehr viel einfacher zu integrieren als herkömmliche bauliche Lösungen.

WIE ERGÄNZT NOOXS DAS BENE-PORTFOLIO?
LP: NOOXS ist die perfekte Verbindung aus den kollaborativen Kollektionen von PARCS und dem traditionelleren Portfolio der Raumteilungssysteme. Es holt sich das Beste aus beiden Konzepten heraus und eröffnet einen ganz neuen Bereich.

WAS HAT SIE ZUM DESIGN VON NOOXS INSPIRIERT?
TL: Es gab tatsächlich einige Gedanken, die uns zu NOOXS inspiriert haben. Ich glaube, wir hatten vor allem eine Art Mikroarchitektur vor Augen. Also haben wir uns  verschiedene Arten von kleinen, versteckten Bauten angeschaut, wie es sie in der Stadt und auf dem Land gibt: zum Beispiel Gartenhütten oder auch eine Bühne am Strand. An vielen Stellen ragen sehr kleine Architekturfragmente aus der Landschaft heraus. Das war ein zentraler, früher Ausgangspunkt für NOOXS.

BLEIBEN SIE, WAS TRENDS IHRER SPARTE BETRIFFT, IMMER UP TO DATE?
TL: Wir tun unser Bestes. Ich denke, dass es wichtig ist, auf dem neuesten Stand zu bleiben, gleichzeitig muss man aktuelle Tendenzen auch ein bisschen ignorieren. Schließlich dauert es Jahre, ein Produkt zu entwickeln.
Was heute modern ist, hat jemand vor drei Jahren entdeckt. Da es zwei Jahre dauert, um etwas hervorzubringen, gilt es stets, sich vorzustellen, was in drei Jahren passieren, was dann gefragt sein wird. Und dann muss es auch noch so perfekt sein, dass es drei bis sieben Jahre lang auf dem Markt bestehen kann. Also ist unser Verhältnis zu dem, was wir in der Zukunft entwickeln möchten, dem, was wir aus der Vergangenheit lernen, und dem, was hoffentlich perfekt für die Gegenwart ist, immer sehr zwiespältig.

WIE KANN MAN SEINE ARBEIT AN SO VIELE MENSCHEN DELEGIEREN UND DENNOCH DIE KREATIVE KONTROLLE BEHALTEN?
TL: Bei uns gibt es einen gleich bleibenden Workflow für Team- sowie individuelle Arbeit. Wir besprechen uns täglich mit unseren Teams und reagieren auf alles, was unser Büro, unsere Kunden und wir selbst brauchen, damit die Arbeit möglichst gut abläuft. Luke und ich bringen natürlich strategische Ansichten und persönliche Meinungen ein. So profitieren unsere Projekte von der Kraft der Teamarbeit. Das versuchen wir Tag für Tag umzusetzen – mit Erfolg.

WAS HALTEN SIE VOM BEGRIFF „WORK-LIFE-BALANCE“?
LP: Das ist ein vager Begriff, der, wie ich meine, eher von der Generation X als von der Generation Y stammt. Damals hat man unterschieden: Arbeitet man, oder arbeitet man eben nicht? Aus meiner Sicht verschwimmt heute alles viel mehr, vor allem wegen der neuen Technologien. Heute ist es nie so, dass man ausschließlich arbeitet oder ausschließlich nicht arbeitet (lacht). Es hat sich ein Lebensstil breitgemacht, der aktives Arbeiten mit aktivem Nichtarbeiten vermischt. Natürlich gibt es aber auch Zeiten, in denen man nur arbeitet, und dann wieder solche, in denen man der Arbeit den Rücken kehren muss, um die Batterien wieder aufzuladen.

WIE SIEHT EURE ULTIMATIV INSPIRIERENDE UMGEBUNG AUS?
TL: 
Wenn ich mich bewege, sei es beim Reisen oder beim Radfahren, wenn ich gerade auf dem Weg bin, kommen mir die besten Ideen. Manchmal fliegen sie einem nur so zu und das Hirn arbeitet schnell. Die ideale inspirierende Umgebung gibt es nicht – vielmehr geht es darum, Ideen festzuhalten, wenn sie auf einen einströmen.

WORDRAP

DIE BESTE STADT DER WELT?
London.

STUHL ODER TISCH?
TL: Tisch.
LP: Stuhl.

EURE LIEBLINGSBAND?
TL: David Bowie.
LP: The Stooges.

WELCHEN FILM HABT IHR ZULETZT GESEHEN?
TL: Two Days, One Night.
LP: No Country for Old Men (schon wieder).

DIE BESTE MUSIK ZUM ARBEITEN?
TL: Alles von Schubert.
LP: Can’t feel my face – The Weeknd.

WÜNSCHEN SIE SICH MANCHMAL, EIN START-UP ZU SEIN?
TL: Ja.
LP: Sind wird doch.

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