Personalities  17.01.2017

Die Kunst des Bogenschießens: Ein Interview mit EOOS.

EOOS by Elfie Semotan

Die drei Designer Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gründl arbeiten seit 1995 im Kollektiv. Für Bene beantworten sie Fragen zu der von ihnen konzipierten Designlinie FILO. Und erklären, wie die Kunst des Bogenschießens zu innovativen Möbeln inspiriert.

WAS SIND DIE HAUPTMERKMALE DES FILO TABLES?
Das „Geweih“ aus Aluminium-Druckguss, dessen Arme sich in Schienen an der Unterseite der durchgehenden Tischfläche verzweigen, ermöglicht eine minimalistische Struktur, eine sehr große Tragweite und die maximale Beinfreiheit.

UND DES FILO CHAIRS?
Die Armlehne des Stuhls funktioniert wie ein gespannter Bogen. An jener Stelle, an der sie am dünnsten ist, federt sie, und dadurch öffnet sich der Winkel zwischen Sitz und Rückenlehne. Es gibt keine Mechanik, die zu der Bewegung führt, die Armlehne selbst wird zur Mechanik.

Personalities  19.12.2016

„Mehr Köpfe bringen mehr Ideen“.

AllesWirdGut Architekturbüro

Das Architekturbüro AllesWirdGut arbeitet seit 1997 mit Weitblick und Kreativität, ohne den nötigen Pragmatismus aus den Augen zu verlieren. Die Projekte, die in den Standorten Wien und München entstehen, reichen vom Wohnbau über Bürogebäude bis hin zu dem magdas HOTEL, einem Social Business Projekt der Caritas. Herwig Spiegl ist Mitbegründer von AllesWirdGut und hat mit uns über Visionen, Arbeitsprozesse und der Neugestaltung des Himmels gesprochen.

Wann ist ein Projekt in den Augen von AllesWirdGut visionär?
Herwig Spiegl
: Für uns ist ein Projekt dann visionär, wenn es gelingt, gegen das Argument „Das war ja schon immer so“ mit einer Idee zu bestehen.

Viele eurer Gebäude sind für Unternehmen gebaut. Macht ein innovativer Raum erfolgreicher?
HS:
Ein innovativer Raum regt zumindest zum Andersdenken an. Er stimuliert die Sinne und die Phantasie und damit schafft er die Basis zum Erfolgreich sein.

Personalities  01.09.2016

Drei Fragen an Anders Cleeman, Muuto

Fiber Chair, Muuto

Willkommen, Muuto! Wir freuen uns, eine neue Partnermarke begrüßen zu dürfen: Demnächst wird es in ausgewählten Bene-Schauräumen auch Stühle, Sofas, Leuchten und viel mehr aus dem Hause Muuto geben. Wir haben diese neue, schöne Partnerschaft zum Anlass genommen, drei Fragen an Anders Cleeman, CEO von Muuto, zu stellen.

Über Muuto

Der Name ist bei Muuto Programm – Im Finnischen steht „muutos“ für neue Perspektiven. Ganz in diesem Sinne denkt Muuto-Design mit viel Leidenschaft und mutigen kreativen Ansätzen das skandinavische Erbe weiter. Hohe Ansprüche an Ästhetik und Funktion und Liebe zum Handwerk gehören ebenso zur Philosophie wie das Ausprobieren von neuen Materialien und Techniken. In Zusammenarbeit mit einzigartigen, modernen Designern wird diese Philosophie der neuen Perspektiven zum Leben erweckt.

Warum freut Muuto sich auf die Kooperation mit Bene?
Muuto steht für neue Perspektiven auf skandinavisches Design und kombiniert höchste Qualität mit dem Preissegment des ‚Affordable Luxury‘. Bene sehen wir als eines der führenden und etabliertesten Unternehmen auf der internationalen Design-Bühne mit souveräner, jahrelanger Kompetenz und unschlagbarem Gespür für Design. Bene weiß erlesenes Handwerk ebenso zu schätzen wie innovative Ansätze und stellt damit im gehobenen Büromöbelsegment einen idealen Partner für Muuto’s modernen ‚New Nordic‘-Charakter dar - hinsichtlich Distribution, Synergieeffekten bei diversen Zielkunden und der strategischen Marktbearbeitung in unterschiedlichen Ländern. Wir sehen hier großes Potential.

Personalities  25.11.2015

“Was heisst denn schon scheitern?” Josef Zotter im Interview

© Petra Rautenstrauch, Zotter Schokolade

Der steirische Schokoladenhersteller ist bekannt dafür, immer wieder aufs Neue mit ungewöhnlichen Kreationen aufzufallen. Ein Hauptaugenmerk liegt auf fairem Handel und biologischen Produkten. In seinem Schokoladentheater kann man die Produktion der Tafeln von der Bohne an mitverfolgen und mitverkosten, um anschließend im Essbaren Tiergarten dem Fleisch auf dem Teller in die Augen zu schauen. Nicht grotesk, sondern nachvollziehbar soll das sein. Wir sprachen mit dem „Schokoladenpapst“ Josef Zotter über Blutschokolade, die Kunst des Scheiterns und darüber, warum er manchmal gerne Amerikaner wäre.


Wie schaffen Sie den Raum, um Innovationen so viel Platz geben zu können?
Ich setze mich nicht hin und plane neue Produktideen. Das geht ganz automatisch während der täglichen Arbeit. In meinem Büro herrscht geordnetes Chaos, und vieles landet handschriftlich auf Zetteln, die je nach Priorität hin- und hergeschoben werden. Eine echte Zettelwirtschaft eben. Nach diesem Prinzip arbeite ich. Und manchmal habe ich in meinem Essbaren Tiergarten die schrägsten Ideen. Einfach entspannen, dem Denken freien Lauf lassen.

Wer denkt sich alles Neue bei Ihnen aus?
Na, schon der Zotter selbst. Wo Zotter draufsteht, muss schließlich auch Zotter drinnen sein. Das ist ganz wichtig. Ich stelle Geschmack im Kopf zusammen und kreiere da völlig neue Geschmacksmuster. Ich weiß, wie eine Sorte schmeckt, noch ehe sie produziert wird. Ich habe zum Glück mehr Ideen, als wir in einer Saison verwirklichen können. Das Schwierigste ist immer zu entscheiden, welche wir weglassen. Dann muss ich sogar Bestseller aus dem Sortiment nehmen, damit die Neuen Platz haben!

 23.11.2015

Innovation auf der Tagesordnung: Festo

Festo Innovationsfabrik

Festo ist gleichzeitig Global Player und unabhängiges Familienunternehmen mit Sitz in Esslingen am Neckar. Als weltweit führendes Unternehmen in der Automatisierungstechnik und Weltmarktführer im Bereich der industriellen Aus- und Weiterbildung liefert Festo pneumatische und elektrische Automa-tisierungstechnik für 300.000 Kunden in über 35 Branchen. Wir sprachen mit Christian Kubis, Leiter Werksengineering bei Festo Scharnhausen, über Produktivität, Prozesse und Basketballkörbe.


Sie haben in Kooperation mit Bene in Ihrem Unternehmen vier Innovationsräume eingerichtet. Was waren Ihre Überlegungen dahinter?
Wir haben nach Räumen gesucht, die Innovation und Kreativität gezielt fördern. Außerdem wollten wir eine Umgebung schaffen, die Mitarbeiter dazu motiviert, sich einzubringen, ihre Ideen mit anderen zu teilen.


Wie werden diese Räume von den MitarbeiterInnen angenommen und genutzt?
Anfangs waren die Mitarbeiter eher skeptisch, bis dann erklärt und verstanden wurde, wie diese Räume funktionieren und wie man sie nutzen kann. Wer die Räume kennengelernt hat und bereits darin arbeiten durfte, ist begeistert.


Was bedeutet Innovation für Festo?
Innovation findet nicht nur in der Forschung statt, sondern in allen Geschäftsbereichen. Innovation muss dabei nicht unbedingt etwas völlig Neues sein, sondern kann auch aus einem Mix von bereits vorhandenen Ideen entstehen.Beeinflusst wird der Innovationsprozess von vielen Aspekten: Mitarbeiter und Methoden spielen eine Rolle, die Organisation, die Zeit, die man investiert. Daneben ist es aber auch das Ambiente, der Raum, der wichtig ist.


Was würden Sie einem Unternehmen raten, das sich vorgenommen hat, Innovation gezielt zu fördern? Worauf kommt es dabei an?
Für eine erfolgreiche innovative Arbeit müssen die Mitarbeiter frei denken können und das Alltagsgeschäft so gut es geht vergessen. Ein Moduswechsel ist erforderlich bevor die Innovationsarbeit beginnt. Dazu gehört ein Ambiente, das sich vom Tagesgeschäft unterscheidet. Dabei helfen können auch ganz einfache Dinge wie ein Tischkicker, ein Golfteppich, ein Basketballkorb oder eine Dartscheibe.

 25.09.2015

Andreas Rath, BRAINS AND GAMES, Wien

BRAINS AND GAMES

Sie sind Anfang- & Endpunkt, Motor & Katalysator, Wunsch & Anspruch. Innovation und Kollaboration sind in den vergangenen Jahrzehnten zu den zentralen Elementen unseres modernen Arbeitslebens geworden. Wir fragen in Gesprächen mit Zeitgenossen, welchen Stellenwert Kreativität besitzt, wie Innovationen entstehen und wie wandelfähig wir selbst und unser tägliches Business sein müssen. Diesmal unterhielten wir uns mit Andreas Rath, Geschäftsführer der „unlangweiligen Unternehmensberatung“ BRAINS AND GAMES.


BRAINS AND GAMES bezeichnet sich als „unlangweilige“ Unternehmensberatung. Was unterscheidet Sie von anderen, „langweiligen“ Beratern?
Die Bezeichnung „unlangweilig“ kommt aus Rückmeldungen von Kunden, die sagen, dass wir immer wieder neue, schräge Interventions-Ideen haben. Wir versuchen, Beratung in Erlebnisse zu übersetzen und dadurch Erfahrungen zu schaffen, die im betrieblichen Alltag nachhaltiger nutzbar sind. Das kann dann schon mal dazu führen, dass Finanzdienstleister, die im Unternehmen Kreativität fördern wollen, Graffitis machen oder Topmanager, die einen neuen Markt erobern wollen, den höchsten Berg der Steiermark besteigen.


Herr Rath, wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Oder gibt es so etwas nicht?
Typische Arbeitstage haben wir kaum. Das Typische ist bei uns, dass jeder Tag anders abläuft. Für jeden Fall wählen wir das ideale Setting – das kann in der Natur sein, es kann aber auch ein klassischer Raum wie das Vorstandsbüro beim Kunden sein. Die Arbeitszeiten sind sehr flexibel, wir arbeiten dann, wenn es notwendig ist. Ich selbst unterscheide nicht zwischen Arbeits- und Freizeit sondern zwischen Zeiten, in denen ich Geld verdiene und solchen, in denen ich es ausgebe.


Haben Sie einen Hauptarbeitsplatz oder arbeiten Sie mobil?
Wir haben ein gemeinsames Büro, das uns als Ort der Begegnung sehr wichtig ist. Durch unterschiedliche Anwesenheitszeiten und Platzbedürfnisse brauchen wir fixe und freie Arbeitsplätze auf. Ich selbst habe einen eigenen Arbeitsplatz und bin eigentlich sehr froh darüber, dass ich den Schreibtisch am Abend nicht aufräumen muss und das Foto meiner Tochter stehenbleiben kann.

 27.07.2015

Burkhard Remmers, Wilkhahn

Wilkhahn

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit. In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Diesmal sprachen wir mit Burkhard Remmers, Unternehmenssprecher des deutschen Möbelherstellers Wilkhahn, über Ergonomie, Bewegung und Trends im Büro.


Wilkhahn ist Experte für die Gestaltung von hochwertigen und ergonomisch gestalteten Sitzmöbeln. Welche Entwicklungen konnten Sie in den letzten Jahren beobachten? Was sind die Trends und wichtigsten Neuerungen in der Arbeitswelt und wie reagiert Wilkhahn darauf?
Arbeitskulturen wandeln sich deutlich langsamer als dies manchmal propagiert wird. Ein schönes Beispiel dafür ist das seit 20 Jahren vorhergesagte papierlose Büro. Erst jetzt, durch die Möglichkeit per Internet praktisch überall arbeiten zu können, gewinnt die Papierlosigkeit praktische Relevanz und sorgt für einen Rückgang des Bedarfs an Stauraummöbeln. Man muss also unterscheiden zwischen kurzwelligen, häufig marketinggetriebenen Moden für eine sehr kleine Minderheit und den wirklichen, langfristigen Trends. Die Digitalisierung mit den smar-ten Technologien ist ein solcher Trend, der unser gesamtes Leben beeinflusst. Spannend ist hier, dass Smartphones, Tablets und Co. aus dem Massenmarkt kommen und in die Office-Welt eindringen – mit all dem Kopfzerbrechen der IT-Abteilungen bezüglich der Datensicherheit. Ein zweiter Trend, der damit zusammenhängt: Die Grenzen zwischen Privatleben und Job verschwimmen und damit steigt entsprechend der Anspruch, dass die Büros umgekehrt lebensnäher, emotionaler und wohnlicher werden. Außerdem verändern sich durch die Technologien und die dadurch möglichen Arbeitsformen und -orte die Kernaufgaben der Bürogebäude: Sie werden immer mehr zu Orten der Kommunikation und Kooperation, weil die konzentrierte Einzelarbeit zumindest theoretisch überall stattfinden könnte – und weil nicht zuletzt deshalb die Zusammenarbeit bei persönlichen Treffen umso wichtiger ist.


Zu viel Sitzen ist ungesund. Trotzdem verbringen wir täglich viele Stunden sitzend vor dem Computer. Was muss ein guter Bürodrehstuhl können, damit sich keine Rückenschmerzen einstellen?
Wir betreiben in diesem Feld seit fünf Jahrzehnten intensive Forschungen und überführen die Ergebnisse immer wieder in neue Produktstandards. Schon Anfang der 1970er Jahre forderte eine erste Wilkhahn-Studie den Wechsel „Vom Haltungssitz zum Bewegungssitz“. Inzwischen wird der allgegenwärtige Bewegungsmangel als Kernursache für fast alle Zivilisationskrankheiten gesehen. Umgekehrt ist das Sitzen für alle Tätigkeiten, die mit Mikromotorik zu tun haben, eine Grundvoraussetzung, um die Arbeit konzentriert und effizient erledigen zu können. Und schließlich gehört das Sitzen ebenso wie das Stehen und das Liegen zu den natürlichen Haltungsoptionen, über die unser Körper verfügt. Es geht also primär nicht darum, dass wir sitzen, sondern vor allem um die Frage wie.

 17.06.2015

Sofia Podreka und Katrin Radanitsch, dottings, Wien

Foto: Kollektiv Fischka @ Vienna Design Week 2014

Sie sind Anfang- & Endpunkt, Motor & Katalysator, Wunsch & Anspruch. Innovation und Kollaboration sind in den vergangenen Jahrzehnten zu den zentralen Elementen unseres modernen Arbeitslebens geworden. Wir fragen in Gesprächen mit Zeitgenossen, welchen Stellenwert Kreativität besitzt, wie Innovationen entstehen und wie wandelfähig wir selbst und unser tägliches Business sein müssen. Diesmal sprachen wir mit Sofia Podreka und Katrin Radanitsch, Gründerinnen des erfolgreichen Wiener Designbüros dottings, das mit der Initiative GOODGOODs nachhaltige Designprodukte aus geschützten Werkstätten zu fairen Preisen auf den Markt bringt.

dottings, das sind Sofia Podreka und Katrin Radanitsch. Beide studierten Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und an der Denmark Design Skole in Kopenhagen. Im Jahr 2006 gründeten sie in Wien ihr Büro für „klassisches“ Industriedesign in den Bereichen Produkt, Licht, Möbel und öffentlicher Raum.


Industrial Design verbinden Sie mit dem Anspruch, einen möglichst einfachen, klaren Zugang zu den Dingen zu suchen und Entwürfe mit intelligenten, ehrlichen Lösungen für Ihre Auftraggeber zu schaffen. Wie kam es dazu, dass Sie sich mit GOODGOODs dem Thema „nachhaltiges Design aus sozial nachhaltigen Betrieben“ zugewandt haben?
In den geschützten Werkstätten Österreichs wird sehr gute Handarbeit geleistet. Dieses Potenzial haben wir entdeckt. Durch gutes Produktdesign sollen die Erzeugnisse jetzt in einem Designkontext präsentiert werden. Dabei gehen wir auf die speziellen Bedürfnisse einer jeden Werkstätte ein. Wir sind froh, an so einem sinnvollen Projekt arbeiten zu können!

Das Attribut „nachhaltig“ wird in Wirtschaft und Politik inzwischen geradezu inflationär verwendet. Tatsächlich versuchen immer mehr Unternehmen, sich durch nachhaltiges Handeln einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, indem sie unternehmerischen Erfolg mit der Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte verbinden. Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit?
Das stimmt! Nachhaltigkeit ist für uns, wenn ein Produkt eine positive Spur hinterlässt. Konsum kann nicht vermieden werden – aber wir können so konsumieren, dass unsere Mitmenschen und die Umwelt dadurch nicht beeinträchtigt werden. Im Fall von GOODGOODs können wir uns mit gutem Gewissen mit dem Begriff schmücken – aus sozialer und ökologischer Sicht. Die GOODGOODs bringen schon in der Produktion ihren Schaffern Anerkennung, Stolz und Freude. Später dann den Anwendern im Gebrauch. Selbstverständlich versuchen wir möglichst ökologische Materialien zu verwenden - das ist ja zum Glück schon Standard geworden und wir produzieren lokal in Österreich!

 26.03.2015

Katharina Norden, Three Coins, Wien

© Matthias Brandstetter

Sie sind Anfang- & Endpunkt, Motor & Katalysator, Wunsch & Anspruch. Innovation und Kollaboration sind in den vergangenen Jahrzehnten zu den zentralen Elementen unseres modernen Arbeitslebens geworden. Wir fragen in Gesprächen mit Zeitgenossen, welchen Stellenwert Kreativität besitzt, wie Innovationen entstehen und wie wandelfähig wir selbst und unser tägliches Business sein müssen. Diesmal sprachen wir mit Katharina Norden, Geschäftsführerin des erfolgreichen Wiener Start-Ups Three Coins, das es sich zum Ziel gesetzt hat, innovative Lern-Methoden zu entwickeln, die Finanzkompetenz schulen.


Three Coins ist ein Start-Up, das innovative Methoden und Werkzeuge entwickelt, die den nachhaltigen Umgang mit Geld trainieren sollen. Die Zielgruppe sind vor allem Jugendliche, die oft nur wenig oder nur sehr abstraktes Finanzwissen besitzen. Wie kam es dazu, dass sich Ihr Start-Up dem Thema Finanzbildung zugewandt hat?
Es war mein Wunsch, meine eigenen Ideen für eine nachhaltigere Gesellschaft zu realisieren und das mit einem unternehmerischen, selbstständigen Ansatz zu schaffen – ohne in langfristiger Abhängigkeit von Fördergebern zu sein. Finanzbildung ist ein Schlüssel zu einer fairen, nachhaltigen Gesellschaft und ein wichtiger Hebel für Armutsprävention – davon haben uns verschiedene internationale Studien sowie viele Gespräche mit österreichischen Schuldenberatungen überzeugt. Mein Team und ich haben außerdem bei uns selbst bemerkt, dass es zunehmend schwieriger wird, das eigene Geld unter Kontrolle zu behalten. Vor allem in einer Welt der digitalen Konsum- und Zahlungsmöglichkeiten, in der es nicht mehr reicht einfach ins Geldbörsel zu blicken, ist eine neue Art von Bildung für dieses Thema nötig. Diese Einsicht kombiniert mit der Feststellung der Schuldnerberatungen, dass immer mehr junge Menschen in die Schuldenfalle tappen, hat uns dazu getrieben selbst etwas in dem Bereich zu tun. Die Frage die wir uns stellten war: Was passiert, wenn niemand den nachfolgenden Generationen den Umgang mit Geld vermittelt, was bedeutet das für unsere Gesellschaft, wenn diese Lebenskompetenz nicht erlernt wird?


Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrem Team aus? Oder gibt es keine typischen Arbeitstage?
Mittlerweile umfasst unser Team sieben Personen die teils in Österreich, teils in der Schweiz arbeiten. Unsere typischen Arbeitstage sind sehr unterschiedlich: da kann es schon sein, dass wir von dem Treffen mit dem Vorstand einer Bank direkt ins Jugendzentrum gehen und am Tagesende einen Kreativworkshop für ein neues Projekt machen. Wenn wir als Team zusammenkommen, dann ist das in unseren Büros im Impact HUB Vienna oder im Impact HUB Zürich, den Unternehmerzentren, in denen wir eingemietet sind und die uns durch ihre Jung-unternehmer-Programme immer wieder voran bringen.


„Gamification“ meint das Einbetten von spielerischen Elementen in eigent-lich spielfremde Handlungen und Kontexte – davon verspricht man sich, dass gewisse Inhalte leichter zu erlernen sind und auf spannendere Weise vermittelt werden können. War Ihnen von Anfang an klar, dass Sie mit Hilfe spielerischer Methoden an das Thema Finanzbildung herangehen wollen? Geld und Spiel werden ansonsten ja nicht unbedingt miteinander in Verbindung gesetzt.
Wir waren der Überzeugung dass es für den Umgang mit Geld nicht reicht, abstrakt über Zahlen und Zinsen zu lernen. Bei dem Umgang mit Geld geht es eben auch um Emotionen, um Werte und Verhaltensweisen. Damit war klar, dass wir ein verhaltensbasiertes Tool brauchen, das Jugendliche auf Augenhöhe und in ihrer Sprache und Medienwelt abholt. Spiele tun das. Es gibt in Zeiten der Smartphones übrigens auch jede Menge Spiele, die Jugendlichen das Geld aus der Tasche ziehen. Das Spiel „CURE Runners“ tut das Gegenteil – es hilft einem dabei, mit den eigenen Ressourcen haushalten zu lernen.

 23.02.2015

Oliver Heiss, Managing Partner bei Brainds, Wien

Brainds

Wer sich hierzulande ernsthaft mit Markenentwicklung und Markenstrategie auseinandersetzt, kommt an den Spezialisten von Brainds nicht vorbei. 1995 von Creativ-Mastermind Peter Deisenberger gegründet und seit 2001 als „Büro 16“ etabliert, hat sich Brainds 2010 nicht nur selbst re-branded, sondern als markentechnische Strategieberatung mit gleichzeitiger Übersetzung in sprechendes Corporate Design neu positioniert. Unternehmen wie ÖBB, Verbund AG, Erste Group, die Stadt Wien oder das Kunsthistorische Museum Wien vertrauen darauf.


Herr Heiss,  Design Thinking ist nicht ganz neu als Methode, trotzdem gerade jetzt gefragter denn je. Was macht DT so interessant?
Oliver Heiss: Design Thinking kommt genau genommen aus dem Engineering-Bereich und wurde bereits in den 1960ern von Prof. Dr. Larry Leifer, Professor für Mechanical Engineering Design an der Stanford University, mehr oder weniger „erfunden“. Was Leifer gemacht hat? Z.B für ein Projekt der NASA in eine Arbeitsgruppe von Technikern einen Psychologen mit hinein genommen. Und schon waren neue Blickwinkel da, die die Fragestellung und Herangehensweise völlig verändert haben.


D.h. Innovation durch Veränderung?
Heiss: Um es mit Larry Leifer zu sagen: „Innovation is rather about asking questions than finding answers “. Design Thinking hilft, die richtigen Fragen für mögliche bzw. notwendige Innovationen zu stellen. Und es geht auch darum, was Produkt-, System- und Service- Innovatoren von Designern lernen können: Nämlich minutiöses Beobachten von Kundenverhalten, das den Menschen in den Mittelpunkt des Innovationsvorhabens stellt und durch wiederholtes Hinterfragen die entscheidenden Aspekte der Problemstellung zu identifizieren hilft.


Es gibt ja mittlerweile eine Reihe von Instituten, die sich mit Design Thinking im klassischen Business-Bereich beschäftigen...
Heiss: Richtig. Leifer selbst ist Gründungsdirektor des Center for Design Research in Stanford (CDR) und des Hasso Plattner Design Thinking Research Programs. Letzteres ist ein eigenes Institut unter der Schirmherrschaft von SAP-Gründer Hasso Plattner, das mit der HPI School of Design Thinking (D-School) vor rund 8 Jahren auch in Potsdam einen Ableger gefunden hat. Man sieht da also schon eine echte Erfolgsgeschichte. Die erste echten „Vermarkter“ der Methode waren aber natürlich IDEO, die kalifornische Innovations- und Produktdesign-Agentur ebenfalls mit Naheverhältnis zu Standford.