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Stehen und Sitzen im Büro

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Bewegung ist gesund. Was Kindern regelmäßig gesagt wird, ignorieren wir Erwachsene häufig. Oder wir verschieben die Bewegung auf die Freizeit. Im Büro ist selten Zeit und Platz dafür. Mehr Abwechslung in Bewegung und Körperhaltung wäre jedoch gerade bei sogenannten Alltagstätigkeiten von großer Bedeutung.
 

Sitzen, sitzen, sitzen… oder doch auch manchmal stehen?

Wir tippen, telefonieren, rechnen, planen, recherchieren, besprechen… und sitzen dabei. Etwa 55.000 Stunden unseres Berufslebens verbringen wir im Sitzen. So ist es kein Wunder, dass der Rücken der am meisten gefährdete Körperteil von Büro-Arbeitern ist.

The worst case: Wir sitzen uns krank. Und tatsächlich beruht der Großteil unserer Krankenstände bereits auf Rückenbeschwerden. Rückenleiden sind die Krankheitsursache Nummer eins und verursachen die längste Arbeitsunfähigkeit mit einer durchschnittlichen Dauer von 22 Tagen.

Abhilfe könnte man relativ einfach schaffen: viel mehr kombinierte Steh-Sitz-Arbeitsplätze in den Büros! Es wäre längst an der Zeit für Arbeitsumgebungen, die die Agilität der Mitarbeiter fördern. Das Ziel dabei sollte sein, die Arbeitshöhen variabel zu gestalten – anstatt die Mitarbeiter zu verbiegen! Denn eine Möblierung für wechselndes Arbeiten im Stehen und Sitzen hält Körper und Geist in Bewegung.
 

Wer sich bewegt, kann besser denken

Durchgehendes Sitzen über längere Zeiträume kann also vielerlei Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören Verspannungen, Rücken- und Nackenbeschwerden ebenso wie Leistungsabfall, rasche Ermüdung, Konzentrations- und Motivationsmangel. Eine ungünstige Arbeitsorganisation wirkt hemmend auf jegliche Produktivität. Ergonomische Defizite am Arbeitsplatz verstärken negative Auswirkungen.

Arbeitswissenschaftler raten daher zu einer Steh-Sitz-Dynamik. Ideal geeignet, diese zu fördern, ist ein Arbeitstisch für wechselndes Stehen und Sitzen. Je häufiger der Wechsel, desto frischer fühlt man sich und desto gesünder ist die Arbeit. Die Steh-Sitz-Dynamik entlastet den Rücken und trainiert die Haltungsmuskulatur. Zudem verbessert sie die Atmung, regt Herz, Kreislauf und Verdauung an und führt zu mehr Wohlbefinden. Mal sitzen, mal stehen – so ist der Körper in Bewegung und die Gedanken bleiben im Fluss.
 

Klingt gut - aber wie anstellen?

Ein gezieltes Zusammenspiel von technischen Komponenten und dem entsprechenden Bewusstmachen ist gefragt. Steh-Sitz-Arbeitsplätze sind eine wichtige strukturelle Voraussetzung für eine bewegungsfreundliche Büroarbeit. Die erwünschte Dynamik ist in die Gestaltung der Arbeitsplätze einzuplanen. Der Stehplatz muss immer präsent sein, soll zur Nutzung anregen und natürlich auch leicht benutzbar sein. Daher ist es wichtig, dass Stehbereiche an günstigen Stellen eingerichtet werden.

Verhaltenstraining und Aufklärung der Mitarbeiter unterstützen im Idealfall den bewussten Gebrauch, lassen die Vorteile der mobileren Arbeitsweise erkennen und jede Möglichkeit für einen Haltungswechsel nützen. Im Mittelpunkt steht der Ansatz, verschiedene alltägliche Arbeitsabläufe zugunsten von mehr Bewegung zu verändern: z.B. Telefonieren im Stehen, Besprechungen im Stehen, Ortswechsel bei der Arbeit und Nutzen von integrierten Stehpulten. Auf diese Weise ist der Kampf gegen den Rückenschmerz schon halb gewonnen!

 

Autor

Brigitte Schedl-Richter

Texterin, freie Journalistin, www.argezeit.at

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