12.11.2014

Work in Progress: Berufe im Einundzwanzigsten.

Bene AG

Wer hätte vor 50 Jahren gedacht, dass man für Zeitungs- und Buchproduktionen keinen einzigen Schriftsetzer mehr benötigt, eine ganze Industrie aber mit der Entwicklung von Spielen in bewegten Bildern wirklich gutes Geld verdient? Oder dass Unternehmen, die sich mit der Reduzierung von Energieaufwänden beschäftigen, fast ebenso vielen Menschen Arbeitsplätze bieten wie Unternehmen, die sich der Förderung traditioneller, fossiler Energie widmen? Nun ja, es hat sich einiges ziemlich rasch verändert in unserer Brave New World und 1984 ist längst Schnee von gestern. Ein Blick in die nahe Zukunft beruflicher Trends zum Abschluss unserer „Work in Progress“-Serie.

Natürlich war „früher“ alles anders, vielleicht war „früher“ tatsächlich auch alles einfacher. Man absolvierte eine Lehre oder ein Studium, stieg gerne und oft in die Fußstapfen der Eltern-Generation, erfuhr gleichzeitig damit auch ein Gefühl von Sicherheit. Und blieb in diesem Beruf. Jahrzehntelang.

Wann dieses „Früher“ war? Gute Frage. Anscheinend ist es aber noch gar nicht so lange her. Was wir auf einer Zeitachse wesentlich leichter lokalisieren können ist stattdessen, dass es heute eine so große Diversität an Ausbildungsmöglichkeiten und Berufen gibt, wie noch nie zuvor. Werfen Sie nur mal interessehalber einen kurzen Blick auf Career-Plattformen oder in Uni-Verzeichnisse. Heureka!
 

Berufe sind immer situativ.

Verändern sich unsere Lebensumstände, verändern sich auch unsere Berufe. Will man also etwas über heutige oder kommende Berufe erfahren, macht es Sinn, nach den wesentlichen Faktoren zu fragen, die unsere gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen.
Einer der sogenannten „Megatrends“ ist sicher der demografische und soziale Wandel. Gerechnet auf die Gesamtpopulation werden die Menschen auf unserem Globus zwar mehr (145 neue Erdenbürger pro Minute), dennoch geht in vielen Ländern die Geburtenrate zurück, während die bestehende Gesellschaft immer älter wird.

 20.10.2014

Work in Progress: Der Tischler

Sie sind und waren immer schon profunde Kenner und gefragte Könner, mitunter gefeierte Künstler oder funktionsbewusste Designer. Ihr Werkstoff kommt aus der Natur, was sie daraus schaffen, sind beredte Zeugnisse menschlicher Kultur. Selten ein Beruf, der über Jahrtausende seine Bedeutung erhalten konnte – ohne bis heute den Anschluss zu verlieren.

Natürlich sind die Voraussetzungen perfekt: Neben Stein und Metall gehörte Holz fast in jeder Region der Erde zu den wichtigsten Werkstoffen des Menschen. Und selbst die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts setzte dem kein plötzliches Ende.
Die frühen Maschinen besaßen in der Regel noch Holzgestelle oder hölzerne Mechanismen. Erst mit den steigenden Anforderungen an Abriebfestigkeit oder Lastmomente verdrängte das Eisen zugunsten größerer Belastbarkeit und Bruchsicherheit das Holz aus seiner dominierenden Stellung.
 

Am Anfang war....

Eine der ersten und zugleich eindrucksvollsten Traditionen kunstvollen Holzhandwerks stammt – wie könnte es anders sein – aus Ägypten. 3.500 v.Ch. hatte man dort längst erkannt, wie vielseitig und einfach verarbeitbar Holz ist. Für Schiffe, Gebäude, Möbel oder Gegenstände des täglichen Bedarfs wurden bereits Furniertechniken und eine Art Sperrholz entwickelt. Der Sarg des Gottkönigs Tutanchamun ist ein besonderes Beispiel früher Kunstfertigkeit.

 13.10.2014

Sympathie auf den ersten Blick

Materialien, die man auswählt für die Umgebung, in der man arbeitet und lebt, gelten als Spiegel der Seele. Die einen lassen völlig kalt und wirken unnahbar, halten auf Distanz und erzeugen klare Grenzen. Die anderen laden ein und strahlen Wärme aus, wollen berührt werden und bringen harmonische Ausgewogenheit in den Raum. Zu dieser zweiten Gattung gehört unbestritten der Werkstoff Holz, der mehr und mehr nachgefragt wird - sowohl im Privatbereich als auch im Office.
 

Magie der Faser

Was aber ist es eigentlich genau, was an Holz so faszinierend ist? Sicher nicht nur die Vielfalt der Natur, die mit ihren unterschiedlichen Maserungen, Wuchsformen und Holzarten eine schier unerschöpfliche Palette an Gestaltungsmöglichkeiten anbietet, sondern auch der Gedanke an Natürlichkeit und gewachsener Schönheit, wertvolle Ressourcen und gelebte Nachhaltigkeit sowie Geborgenheit und Solidität. All das vereint Holz in sich, ein nachwachsendes Wundermaterial, das nie aufhört lebendig zu sein und seinesgleichen sucht. Kein Wunder also, dass sich der Mensch seit der Erfindung des Sägeblattes mit natürlichen Elementen umgeben will. Die letzten Jahre richtete man sich eher „holzarm“ ein: Der Charme eines gemütlichen Zuhauses blieb vielerorts auf der Strecke, strengem Purismus weichend. Doch die Menschen haben genug von unverwüstlichen Kunststoffmöbel aus der Spritzgusspresse und dem dann doch gar nicht so umweltfreundlichen Aluminium - sie wollen wieder zurück zu den vertrauten Wurzeln. Ein Trend, der sich immer mehr auch in modernen Bürowelten widerspiegelt.
 

Historisch gewachsen

Holzmöbel, so sehr sie im Laufe der Jahrhunderte auch kunstvoll bearbeitet und inszeniert wurden, blieben lange Zeit eine starre und eher gewichtige Angelegenheit. Vom Bauernschrank bis zur barocken Kommode, vom vulgären Schemel bis zum prächtigen Thronsessel hinterließen sie alle den Eindruck der Schwere und Immobilität, die das Gefühl der absoluten Inflexibilität hervorrufen und damit die Freude über ein solches Möbelstück trüben konnten. Mit dieser gnadenlosen Unverrückbarkeit brach erst Michael Thonet, ein Tischlermeister mit erster eigener Werkstatt im deutschen Boppard am Rhein, der die Bugholztechnik erfand und sich damit einen Riesenerfolg an die Fahnen heften darf.

 23.09.2014

Zusammenarbeit 2.0: Co-Creating Tomorrow

„No one is as smart as all of us“, sagt der amerikanische Unternehmer und Management-Lehrer Kenneth Blanchard. Weil wir gemeinsam mehr wissen und mehr erreichen, ist Kooperation für Unternehmen das Schlagwort der Stunde. Die besten Ideen entstehen nicht im Alleingang – komplexe Aufgaben und interdisziplinäre Projekte fordern Teamarbeit. Doch was braucht gute Teamarbeit? Wie werden Ideen in Innovationen verwandelt und auf den Markt gebracht? Und welchen Beitrag können Räume leisten?
 

Sozial? Was war das nochmal?

Eine Studie des MIT besagt, dass Mitarbeiter 70% von allem, was sie über ihren Job wissen, von ihren Kollegen erfahren. Es ist leichter, die wichtigsten Kompetenzen und kleinen Tricks, die eine Aufgabe erfordert, im sozialen Miteinander zu lernen, als alleine hinterm Schreibtisch.

Dass das soziale Miteinander in einem Unternehmen funktioniert, ist nicht nur für den Einzelnen wichtig. Auch Teamarbeit klappt am besten, wenn der Austausch und die Kommunikation zwischen den einzelnen Projektbeteiligten „fließen“.

 09.09.2014

Work in Progress: Der Projektmanager

Zorn Gottes sagen die einen, Überheblichkeit die anderen.

Gut, die Gründe für das Scheitern des mythischen Turmbaus von Babel mögen umstritten sein. Ungeachtet diesbezüglicher Streitigkeiten wollen wir dieses Beispiel heranziehen, um Ihnen im Rahmen der Bene Office.Info Serie „Work in Progress“, in der wir uns mit speziellen Berufsbildern beschäftigen, im Folgenden das Berufsbild des Projektmanagers zu präsentieren. Ein Berufsbild, dessen absolute Aktualität in der modernen Berufswelt augenscheinlich ist.

Projektmanager werden mittlerweile in nahezu allen Branchen gesucht. Händeringend, möchte man hinzufügen. Projektmanagement ist modern und gefragt. Es ist das ökonomische Zauberwort schlechthin und verspricht eine Art Verheißung. Aber halt! Eines nach dem anderen. Wenden wir uns vorerst mal dem originären Spielfeld des Projektmanagers zu: dem Projekt. Wobei uns denn auch das mythische Beispiel behilflich sein wird.
 

Der babylonische Turmbau

Unsere beispielhafte Ausgangssituation: Ein Auftraggeber, in unserem Fall die ganze Menschheit, definiert ein komplexes, ein gänzlich neues Ziel: im Speziellen den Bau eines Turms, der bis in den Himmel reicht. Die zeitgerechte Erreichung des Ziels und die Komplexität der Aufgabe erfordern eine genaue Arbeitsteilung: Handwerker, Köche, Träger und so weiter werden in den Dienst genommen und nehmen die jeweils ihnen zugewiesene Tätigkeit auf.

 25.07.2014

Endlich Pause bitte!

In der Musik ist sie der Moment zwischen zwei Klängen. Ihre Bedeutung gewinnt sie aus dem, was vor und nach ihr geschieht. In der Rhetorik kann sie die Spannung erhöhen, Punkt, Gedankenstrich oder Fragezeichen sein. In der Schule fiebern die Schüler ihr entgegen, im Büro oft genauso. Was kann sie sonst noch, die Pause?
 

Taceo, Tacis, Tacet

Ein Musiker betritt die Bühne, verbeugt sich und setzt sich an das Klavier. Er schlägt das Notenheft auf. Danach passiert nicht mehr viel. In John Cages Performance 4´33‘‘ ist die einzige Anweisung an den Musiker, drei Sätze lang keinen Ton zu spielen. Obwohl keine Musik erklingt, ist es nicht still im Saal – man hört, wie sich die Zuschauer räuspern, unruhig werden. Stühle rücken, die Klimaanlage surrt, von der Straße dringen gedämpfte Geräusche in den Saal. 4‘33‘‘ ist Cages Aufforderung, der Stille zuzuhören, um zu erkennen, dass es sie gar nicht gibt: Die Stille ist voll von zufälligen Geräuschen, die wir nicht ausblenden können.

 23.07.2014

Work in Progress: Der Praktikant

Generell scheint es so, als wäre die klassische Karriere-Triade von Ausbildung-Beruf-Ruhestand seit der Jahrtausendwende um den eigenständigen Punkt „Praktikum“ erweitert worden. Hat sich das Phänomen Praktikum doch mittlerweile von einer intendierten Übergangshilfe, einem Zwischenstatus, zu einem originären (Karriere-) Abschnitt gewandelt. Einem Abschnitt, der übrigens wesentlich länger andauern kann, als es so manchem Praktikanten lieb ist. Die Konsequenz: Klassische Meilensteine der Lebensplanung wie eigene Wohnung, Familiengründung, Kinderwunsch verschieben sich aufgrund der mangelnden finanziellen Absicherung zeitlich immer weiter nach hinten. Übrig bleibt manchmal: die chronische Frustration, von einer Übergangslösung zur nächsten zu pendeln – ohne seinen endgültigen Platz zu finden. 

Diese Grundkonstellation hat mittlerweile als bekannt geflügelte Phrase von der sogenannten „Generation Praktikum“ Eingang in den alltäglichen Wortschatz gefunden. Was nicht zuletzt dafür spricht, dass es sich nicht nur um vereinzelte Sonderfälle handelt, sondern um einen echten Trend des Arbeitsmarktes. Einen Trend, der durchaus laute Stimmen in den Medien weckt, die endlich eine gesetzliche Regelung fordern.
 

Im Grunde eine gute Idee

Gut, generell kann man gegen die Idee eines Praktikums ja kaum etwas einwenden. Diese bis ins 17. Jahrhundert zurückgehende Praxis zielt grundsätzlich darauf ab, eine (frühe) Vertiefung erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen. Das Praktikum versteht sich somit im Idealfall als temporäres Bindeglied oder ergänzendes Modul der Ausbildung – im Vordergrund steht das Sammeln praxisorientierter Arbeitserfahrung.

 18.07.2014

Bene Heat Management

Im Büro sitzen, während draußen die Sonne scheint? Meetings abhalten, wenn auch Eis essen möglich wäre? Für viele ist Arbeiten in den schönsten Monaten des Jahres mehr Pflicht als Kür. Doch keine Angst, wir haben die Lösung: Mit dem Bene Heat Management kommen Sie ganz einfach durch diese schwierige Zeit.

 10.06.2014

Sind Sie speziell?

Also mal so ganz unspezifisch ins Blaue gefragt: Sind Sie speziell? Ist das, was Sie machen, speziell? Vermutlich werden Sie dazu tendieren, diese Fragen mit einem deutlichen Ja zu beantworten. Natürlich, denn Spezialisierung liegt voll im Trend. Wer etwas auf sich hält, spezialisiert sich – egal ob beruflich, wissenschaftlich oder in was für einem Bereich auch immer.

Zum Start unserer neuen Bene Office.Info Serie „Work in Progress“, in der wir uns mit speziellen Berufsbildern beschäftigen wollen, gehen wir es mal ganz grundsätzlich an...
 

Die Spezialisierung der Spezialisierung

Spezialisierung ist ein zivilisatorischer Motor, der den Fortschritt, der das Wissen vorantreibt. Spezialisierung ist ein, wenn nicht DER Schlüssel, sowohl die Informationsfluten, die tagtäglich über uns hereinbrechen, als auch die Anforderungen des Alltags zu bewältigen. Spezialisierung scheint vor allem im 21. Jahrhundert der Garant schlechthin für Erfolg zu sein. Spezialisierung ist … Aber mal langsam! Das sollten wir uns doch mal genauer ansehen.

 22.05.2014

Gesucht: Die Besten der Besten. Employer Branding heute

Wer auf bizzwatch.de, arbeitgebercheck.at oder kununu.com schlechte Bewertungen einheimst, könnte richtig Probleme bekommen. Und zwar bei der Suche nach qualifizierten, motivierten und damit wertvollen neuen Mitarbeitern. Dabei sind Plattformen wie die eben erwähnten nur einzelne Bausteine im Maßnahmen-Mix der zunehmend ausgeklügelt werdender Employer Branding-Strategien.

Auf der größten Arbeitgeberbewertungsplattform im deutschsprachigen Raum stehen im 7. Jahr ihres Bestehens rund  600.000 Arbeitgeberbewertungen zu lesen. Und täglich kommen 900 weitere dazu. Der große Zuspruch hat die Unternehmensgründer von kununu selbst leicht überrascht. Doch immerhin, so sagt die Statistik, liest angeblich jeder 4. Internetnutzer Bewertungen von Arbeitgebern bzw. lassen sich rund 70% durch Erfahrungsberichte bei ihrer Job-Wahl davon beeinflussen.
 

Nicht ganz neu

Das Thema Employer Branding ist erst in den letzten Jahren in den Köpfen von Wirtschaftstreibenden und HR-Verantwortlichen so richtig aufgepoppt, wenn gleich schon in den späten 1990er Jahren davon die Rede war. Verglichen mit Consumer orientierten Marketingaktivitäten steckt es aber noch immer in den Kinderschuhen. Und die Bedeutung von Social Media in diesem speziellen Zusammenhang sickert gerade erst breitenwirksam an die Oberfläche des Bewusstseins. Auch wenn Personalchefs ihrerseits schon die längste Zeit den Web-Check potentieller Mitarbeiter im Standardauswahlverfahren integriert haben.