16.12.2014

Aus Alt mach Neu

© Noë Flum

Upcycling – was ist das nun schon wieder? Nicht wenige denken beim ersten Kontakt mit dem Wort ans Fahrradfahren und stellen sich wohl so etwas wie ein Gegenstück zur Sportart Downhill vor. Aber auch wenn es bei Upcycling aufwärts gehen soll, hat das Ganze mit anstrengendem Treten in die Pedale und Bergen recht wenig zu tun. Upcycling ist eine Variante von Recycling. Bei dem Trend, der die Mode- und Designwelt bereits im Sturm erobert hat, werden alte, unbrauchbar gewordene Produkte, die sonst im Müll landen würden sowie „Abfälle“, die beim Produktionsprozess entstehen, wiederbelebt und damit aufgewertet.

Man unterscheidet hier zwischen pre-consumer waste, also Abfall, der entsteht bevor ein Produkt den Konsumenten überhaupt erreicht (wie zum Beispiel übrig gebliebene Stoffbahnen in der Modeindustrie) und dem post-consumer waste, also fertigen Produkten, die durch die Nutzung oder auch Nicht-Nutzung des Konsumenten früher oder später im Müll landen. Upcycling kann beide Arten von Abfällen aufwerten, manchmal auch in ihrer Kombination. Die Umwelt freut sich, wenn aus Alt Neu wird, weil weniger Müll entsorgt wird. Die eigene Geldbörse freut sich auch, da sich neue Investitionen in Grenzen halten – so das einfache aber bestechende Konzept.
 

Not macht erfinderisch

Ein altes Kleid der Mutter von den Schulterpolstern zu befreien und enger zu nähen oder eine Matratze auf Europaletten zu legen, weil das Budget gerade nicht den Kauf eines neuen Bettes erlaubt – sicherlich hat jeder Student und jede Studentin schon einmal – vielleicht ganz unbewusst – upgecycelt und sich aufgrund mangelnder finanzieller Mittel zur Kreativität gezwungen. Not macht bekanntlich erfinderisch. Dennoch ist das Selbstverständnis von Upcycling nicht, das Ergebnis eines (finanziellen) Kompromisses zu sein, sondern eine bewusste Entscheidung für nachhaltiges Verhalten und Kreativität.

 21.11.2014

Im Labyrinth der Innovationen

Bene AG

Das Wort Innovation hat vielleicht seine besten oder schlechtesten Zeiten schon hinter sich – wie man’s nimmt: seinen Buzzword-Status, das heißt, die Fähigkeit durch seine reine Anwesenheit zu beeindrucken, hat es wohl verloren. Zu oft haben sich die beiden großen W’s, Wirtschaft und Werbung, in den letzten Jahren an ihm bedient, wenn es darum ging ein Produkt, eine Idee, eine Arbeitsweise besser als eine andere dastehen zu lassen. Das Adjektiv „innovativ“, wie es heute gern und oft verwendet wird, ¬ist also vor allem eines: positiv konnotiert. Auch wenn wir dem Wörtchen in unserem Alltag häufig begegnen und es uns manchmal auf die Nerven geht – jeder, der schon einmal in einem Projektantrag ausführen musste, inwiefern seine Idee nun innovativ sei, kennt das – sehen wir dennoch in der Innovation Erneuerung – nichts anderes bedeutet ja das Wort – und interpretieren diese als Fortschritt.
 

Warum sollten wir auch nicht?

Das könnte daran liegen, dass die Menschen, die in Medien, Wirtschaft, Politik und Werbung gerade den Ton angeben und damit solche Konnotate beeinflussen – egal, ob sie erst ein paar Jahre im Beruf stehen oder sich schon dem Ende ihrer Laufbahn nähern – alle eine ordentliche Bandbreite an großen Innovationen selbst miterlebt haben, oder zumindest gut darüber informiert sind, von den Früchten der Errungenschaften der jüngeren Geschichte profitieren. Selbst jemand, der heute erst 20 ist, kann sich noch an eine Zeit vor Facebook und Smartphones erinnern; große Teile der Bevölkerung wissen auch noch ganz genau, wie das ohne Internet beziehungsweise den Möglichkeiten, die es heute bietet, war. In diesen Kontexten ist die positive Strahlkraft des Wortes „Innovation“ nochmal verständlicher. Es wundert nicht, dass man technischen Entwicklungen, die den (Arbeits-)alltag erleichtern in diesen Generationen aufgeschlossen gegenübersteht, hat man doch bereits großen Nutzen aus ihnen gezogen. Dennoch braucht es eine gewisse Zeit bis sich die Auswirkungen, die solche Innovationen mit sich bringen, manifestieren. Denn gerade technischer Fortschritt kann auch Kehrseiten haben – Überwachung von Daten, Drohnen, die vielzitierte Waffe aus dem 3D-Drucker beispielsweise. All das sind Phänomene, an denen Innovation zwar nicht die unmittelbare „Schuld“ trägt, die aber aus ihr resultieren können.

 12.11.2014

Work in Progress: Berufe im Einundzwanzigsten.

Bene AG

Wer hätte vor 50 Jahren gedacht, dass man für Zeitungs- und Buchproduktionen keinen einzigen Schriftsetzer mehr benötigt, eine ganze Industrie aber mit der Entwicklung von Spielen in bewegten Bildern wirklich gutes Geld verdient? Oder dass Unternehmen, die sich mit der Reduzierung von Energieaufwänden beschäftigen, fast ebenso vielen Menschen Arbeitsplätze bieten wie Unternehmen, die sich der Förderung traditioneller, fossiler Energie widmen? Nun ja, es hat sich einiges ziemlich rasch verändert in unserer Brave New World und 1984 ist längst Schnee von gestern. Ein Blick in die nahe Zukunft beruflicher Trends zum Abschluss unserer „Work in Progress“-Serie.

Natürlich war „früher“ alles anders, vielleicht war „früher“ tatsächlich auch alles einfacher. Man absolvierte eine Lehre oder ein Studium, stieg gerne und oft in die Fußstapfen der Eltern-Generation, erfuhr gleichzeitig damit auch ein Gefühl von Sicherheit. Und blieb in diesem Beruf. Jahrzehntelang.

Wann dieses „Früher“ war? Gute Frage. Anscheinend ist es aber noch gar nicht so lange her. Was wir auf einer Zeitachse wesentlich leichter lokalisieren können ist stattdessen, dass es heute eine so große Diversität an Ausbildungsmöglichkeiten und Berufen gibt, wie noch nie zuvor. Werfen Sie nur mal interessehalber einen kurzen Blick auf Career-Plattformen oder in Uni-Verzeichnisse. Heureka!
 

Berufe sind immer situativ.

Verändern sich unsere Lebensumstände, verändern sich auch unsere Berufe. Will man also etwas über heutige oder kommende Berufe erfahren, macht es Sinn, nach den wesentlichen Faktoren zu fragen, die unsere gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen.
Einer der sogenannten „Megatrends“ ist sicher der demografische und soziale Wandel. Gerechnet auf die Gesamtpopulation werden die Menschen auf unserem Globus zwar mehr (145 neue Erdenbürger pro Minute), dennoch geht in vielen Ländern die Geburtenrate zurück, während die bestehende Gesellschaft immer älter wird.

 20.10.2014

Work in Progress: Der Tischler

Sie sind und waren immer schon profunde Kenner und gefragte Könner, mitunter gefeierte Künstler oder funktionsbewusste Designer. Ihr Werkstoff kommt aus der Natur, was sie daraus schaffen, sind beredte Zeugnisse menschlicher Kultur. Selten ein Beruf, der über Jahrtausende seine Bedeutung erhalten konnte – ohne bis heute den Anschluss zu verlieren.

Natürlich sind die Voraussetzungen perfekt: Neben Stein und Metall gehörte Holz fast in jeder Region der Erde zu den wichtigsten Werkstoffen des Menschen. Und selbst die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts setzte dem kein plötzliches Ende.
Die frühen Maschinen besaßen in der Regel noch Holzgestelle oder hölzerne Mechanismen. Erst mit den steigenden Anforderungen an Abriebfestigkeit oder Lastmomente verdrängte das Eisen zugunsten größerer Belastbarkeit und Bruchsicherheit das Holz aus seiner dominierenden Stellung.
 

Am Anfang war....

Eine der ersten und zugleich eindrucksvollsten Traditionen kunstvollen Holzhandwerks stammt – wie könnte es anders sein – aus Ägypten. 3.500 v.Ch. hatte man dort längst erkannt, wie vielseitig und einfach verarbeitbar Holz ist. Für Schiffe, Gebäude, Möbel oder Gegenstände des täglichen Bedarfs wurden bereits Furniertechniken und eine Art Sperrholz entwickelt. Der Sarg des Gottkönigs Tutanchamun ist ein besonderes Beispiel früher Kunstfertigkeit.

 13.10.2014

Sympathie auf den ersten Blick

Materialien, die man auswählt für die Umgebung, in der man arbeitet und lebt, gelten als Spiegel der Seele. Die einen lassen völlig kalt und wirken unnahbar, halten auf Distanz und erzeugen klare Grenzen. Die anderen laden ein und strahlen Wärme aus, wollen berührt werden und bringen harmonische Ausgewogenheit in den Raum. Zu dieser zweiten Gattung gehört unbestritten der Werkstoff Holz, der mehr und mehr nachgefragt wird - sowohl im Privatbereich als auch im Office.
 

Magie der Faser

Was aber ist es eigentlich genau, was an Holz so faszinierend ist? Sicher nicht nur die Vielfalt der Natur, die mit ihren unterschiedlichen Maserungen, Wuchsformen und Holzarten eine schier unerschöpfliche Palette an Gestaltungsmöglichkeiten anbietet, sondern auch der Gedanke an Natürlichkeit und gewachsener Schönheit, wertvolle Ressourcen und gelebte Nachhaltigkeit sowie Geborgenheit und Solidität. All das vereint Holz in sich, ein nachwachsendes Wundermaterial, das nie aufhört lebendig zu sein und seinesgleichen sucht. Kein Wunder also, dass sich der Mensch seit der Erfindung des Sägeblattes mit natürlichen Elementen umgeben will. Die letzten Jahre richtete man sich eher „holzarm“ ein: Der Charme eines gemütlichen Zuhauses blieb vielerorts auf der Strecke, strengem Purismus weichend. Doch die Menschen haben genug von unverwüstlichen Kunststoffmöbel aus der Spritzgusspresse und dem dann doch gar nicht so umweltfreundlichen Aluminium - sie wollen wieder zurück zu den vertrauten Wurzeln. Ein Trend, der sich immer mehr auch in modernen Bürowelten widerspiegelt.
 

Historisch gewachsen

Holzmöbel, so sehr sie im Laufe der Jahrhunderte auch kunstvoll bearbeitet und inszeniert wurden, blieben lange Zeit eine starre und eher gewichtige Angelegenheit. Vom Bauernschrank bis zur barocken Kommode, vom vulgären Schemel bis zum prächtigen Thronsessel hinterließen sie alle den Eindruck der Schwere und Immobilität, die das Gefühl der absoluten Inflexibilität hervorrufen und damit die Freude über ein solches Möbelstück trüben konnten. Mit dieser gnadenlosen Unverrückbarkeit brach erst Michael Thonet, ein Tischlermeister mit erster eigener Werkstatt im deutschen Boppard am Rhein, der die Bugholztechnik erfand und sich damit einen Riesenerfolg an die Fahnen heften darf.

 23.09.2014

Zusammenarbeit 2.0: Co-Creating Tomorrow

„No one is as smart as all of us“, sagt der amerikanische Unternehmer und Management-Lehrer Kenneth Blanchard. Weil wir gemeinsam mehr wissen und mehr erreichen, ist Kooperation für Unternehmen das Schlagwort der Stunde. Die besten Ideen entstehen nicht im Alleingang – komplexe Aufgaben und interdisziplinäre Projekte fordern Teamarbeit. Doch was braucht gute Teamarbeit? Wie werden Ideen in Innovationen verwandelt und auf den Markt gebracht? Und welchen Beitrag können Räume leisten?
 

Sozial? Was war das nochmal?

Eine Studie des MIT besagt, dass Mitarbeiter 70% von allem, was sie über ihren Job wissen, von ihren Kollegen erfahren. Es ist leichter, die wichtigsten Kompetenzen und kleinen Tricks, die eine Aufgabe erfordert, im sozialen Miteinander zu lernen, als alleine hinterm Schreibtisch.

Dass das soziale Miteinander in einem Unternehmen funktioniert, ist nicht nur für den Einzelnen wichtig. Auch Teamarbeit klappt am besten, wenn der Austausch und die Kommunikation zwischen den einzelnen Projektbeteiligten „fließen“.

 09.09.2014

Work in Progress: Der Projektmanager

Zorn Gottes sagen die einen, Überheblichkeit die anderen.

Gut, die Gründe für das Scheitern des mythischen Turmbaus von Babel mögen umstritten sein. Ungeachtet diesbezüglicher Streitigkeiten wollen wir dieses Beispiel heranziehen, um Ihnen im Rahmen der Bene Office.Info Serie „Work in Progress“, in der wir uns mit speziellen Berufsbildern beschäftigen, im Folgenden das Berufsbild des Projektmanagers zu präsentieren. Ein Berufsbild, dessen absolute Aktualität in der modernen Berufswelt augenscheinlich ist.

Projektmanager werden mittlerweile in nahezu allen Branchen gesucht. Händeringend, möchte man hinzufügen. Projektmanagement ist modern und gefragt. Es ist das ökonomische Zauberwort schlechthin und verspricht eine Art Verheißung. Aber halt! Eines nach dem anderen. Wenden wir uns vorerst mal dem originären Spielfeld des Projektmanagers zu: dem Projekt. Wobei uns denn auch das mythische Beispiel behilflich sein wird.
 

Der babylonische Turmbau

Unsere beispielhafte Ausgangssituation: Ein Auftraggeber, in unserem Fall die ganze Menschheit, definiert ein komplexes, ein gänzlich neues Ziel: im Speziellen den Bau eines Turms, der bis in den Himmel reicht. Die zeitgerechte Erreichung des Ziels und die Komplexität der Aufgabe erfordern eine genaue Arbeitsteilung: Handwerker, Köche, Träger und so weiter werden in den Dienst genommen und nehmen die jeweils ihnen zugewiesene Tätigkeit auf.

 25.07.2014

Endlich Pause bitte!

In der Musik ist sie der Moment zwischen zwei Klängen. Ihre Bedeutung gewinnt sie aus dem, was vor und nach ihr geschieht. In der Rhetorik kann sie die Spannung erhöhen, Punkt, Gedankenstrich oder Fragezeichen sein. In der Schule fiebern die Schüler ihr entgegen, im Büro oft genauso. Was kann sie sonst noch, die Pause?
 

Taceo, Tacis, Tacet

Ein Musiker betritt die Bühne, verbeugt sich und setzt sich an das Klavier. Er schlägt das Notenheft auf. Danach passiert nicht mehr viel. In John Cages Performance 4´33‘‘ ist die einzige Anweisung an den Musiker, drei Sätze lang keinen Ton zu spielen. Obwohl keine Musik erklingt, ist es nicht still im Saal – man hört, wie sich die Zuschauer räuspern, unruhig werden. Stühle rücken, die Klimaanlage surrt, von der Straße dringen gedämpfte Geräusche in den Saal. 4‘33‘‘ ist Cages Aufforderung, der Stille zuzuhören, um zu erkennen, dass es sie gar nicht gibt: Die Stille ist voll von zufälligen Geräuschen, die wir nicht ausblenden können.

 23.07.2014

Work in Progress: Der Praktikant

Generell scheint es so, als wäre die klassische Karriere-Triade von Ausbildung-Beruf-Ruhestand seit der Jahrtausendwende um den eigenständigen Punkt „Praktikum“ erweitert worden. Hat sich das Phänomen Praktikum doch mittlerweile von einer intendierten Übergangshilfe, einem Zwischenstatus, zu einem originären (Karriere-) Abschnitt gewandelt. Einem Abschnitt, der übrigens wesentlich länger andauern kann, als es so manchem Praktikanten lieb ist. Die Konsequenz: Klassische Meilensteine der Lebensplanung wie eigene Wohnung, Familiengründung, Kinderwunsch verschieben sich aufgrund der mangelnden finanziellen Absicherung zeitlich immer weiter nach hinten. Übrig bleibt manchmal: die chronische Frustration, von einer Übergangslösung zur nächsten zu pendeln – ohne seinen endgültigen Platz zu finden. 

Diese Grundkonstellation hat mittlerweile als bekannt geflügelte Phrase von der sogenannten „Generation Praktikum“ Eingang in den alltäglichen Wortschatz gefunden. Was nicht zuletzt dafür spricht, dass es sich nicht nur um vereinzelte Sonderfälle handelt, sondern um einen echten Trend des Arbeitsmarktes. Einen Trend, der durchaus laute Stimmen in den Medien weckt, die endlich eine gesetzliche Regelung fordern.
 

Im Grunde eine gute Idee

Gut, generell kann man gegen die Idee eines Praktikums ja kaum etwas einwenden. Diese bis ins 17. Jahrhundert zurückgehende Praxis zielt grundsätzlich darauf ab, eine (frühe) Vertiefung erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen. Das Praktikum versteht sich somit im Idealfall als temporäres Bindeglied oder ergänzendes Modul der Ausbildung – im Vordergrund steht das Sammeln praxisorientierter Arbeitserfahrung.

 18.07.2014

Bene Heat Management

Im Büro sitzen, während draußen die Sonne scheint? Meetings abhalten, wenn auch Eis essen möglich wäre? Für viele ist Arbeiten in den schönsten Monaten des Jahres mehr Pflicht als Kür. Doch keine Angst, wir haben die Lösung: Mit dem Bene Heat Management kommen Sie ganz einfach durch diese schwierige Zeit.