Bipa

Adresse: IZ NÖ Süd Strasse 2, 2355 Wiener Neudorf, Österreich

Branche: Konsum, Handel

Jahr: 2012

Architekt: BEHF Architects

"Bi beautiful! Bi styled! Bi wild! Bi sexy! Bi you!" Und dazu Cyndi Laupers Pop-Ballade "Girls just want to have fun". Spätestens seit einem TV-Spot ist klar, dass die Drogeriekette BIPA, eine Tochter des Mutterkonzerns REWE International AG und österreichischer Marktführer im Drogeriefachhandel, für Jung und Trendy steht. Genau diese medial vermittelten Werte spiegeln sich auch in der neuen BIPA-Zentrale im Industriezentrum NÖ-Süd bei Vösendorf wider.

Auf den ersten Blick wirkt der viergeschoßige Bau des Wiener Architekturbüros BEHF unauffällig und schlicht. Klassische Fensterbänder und eine hellgraue Putzfassade prägen das äußere Erscheinungsbild. Lediglich das leuchtende Quadrat an der Fassade vermittelt bereits eine Idee vom bunten Innenleben. Die Farbe macht neugierig. Zu Recht. Sobald man den Windfang passiert hat, taucht man ein in eine Welt aus Magenta und Violett.
 

Hier spricht man Magenta

Die farbliche Gestaltung macht es möglich, schöne Akzente zu setzen. Zum Beispiel mit der CI-Farbe Magenta, typischen BIPA-Images und knallig bunten Teppichfliesen. Mit dem Bene-Farbspektrum "Spice" war es außerdem möglich, die charakteristische Farbwelt auch auf die Möbel zu übertragen. So kamen in den Warte- und Empfangsbereichen PARCS-Elemente und RM_Raummodule mit violetten Textilapplikationen zum Einsatz. 106 fixe Arbeitsplätze gibt es insgesamt. Hinzu kommen umfangreiche Rückzugsbereiche und Kommunikationszonen für informelle Meetings.

Die Kommunikationszone in der Gebäudemitte besteht aus unterschiedlichen Elementen der PARCS-Serie. Während die Causeways und Pop-up Stools zum gemeinsamen Brainstormen und Pausieren einladen, kann man sich in den akustisch etwas abgeschotteten Wing Chairs in aller Stille zurückziehen. Mit Magenta, Violett und dem frischen, komplementären Grasgrün richtet sich die Aufmerksamkeit bewusst auf kreatives Arbeiten und Entspannen. Die amorphen Deckenöffnungen und die interne Treppe sollen zudem die Kommunikation zwischen dem zweiten und dritten Geschoß unterstützen.

Die hierarchielose Kommunikation im Open Space war auch ein Wunsch der BIPA-Geschäftsführung. Hubert Sauer: "Hinter BIPA steht ein junges und dynamisches Team, das sich durch schnelle und starke Kommunikation auszeichnet. Daher war es uns wichtig, eigene Bereiche zu schaffen, in denen dieser Wissensaustausch besonders leicht möglich ist."

Das Gegenstück zum bunten Miteinander bietet die Working-Zone entlang der Fassade. Hier ist konzentriertes Arbeiten nötig, und darauf nimmt auch die farbliche Gestaltung Rücksicht. Den mobilen Rahmen bilden die Bene Produkte der Serie K2, KT und KX, außerdem gibt es T7 Workbenches sowie M_COM Tables. Sämtliche Tische und Behältnismöbel sind weiß und hellgrau. Lediglich die Trennpaneele zwischen den Arbeitsplätzen und die charakteristischen RONDO-Besprechungsstühle leuchten punktuell bunt auf.
 

Eine Besonderheit lauert im Erdgeschoß des Hauses

Direkt neben dem Empfang gibt es einen eigenen Raum für gemeinsame After-Work-Gespräche und einen Drink zwischendurch. Der so genannte "Coole Keller" ist eine 50 Quadratmeter große Lounge mit Teppichen, Bücherregalen, Sofas und TV-Flatscreen. Küchenzeile und Getränkeautomat sollen zum längeren Verweilen einladen. Und sogar einen Wutzler gibt es. Die Böden wirken industriell, an den Betonwänden gibt es Graffitis. Ein bunter Arbeitstag geht zu Ende.

"Nachdem das BIPA-Team in den letzten Jahren sehr stark gewachsen ist, hatten wir im alten Büro bereits ein massives Platzproblem", erinnert sich Geschäftsführer Hubert Sauer. Der 3.500 Quadratmeter große Neubau, der Ende 2011 fertiggestellt wurde, nimmt bereits Rücksicht auf spätere Ausbaustufen: Durch die kammartige Struktur – der lineare Verbindungsgangs kann beliebig fortgesetzt werden, der Parkplatz wird durch die aufgeständerte Bauweise nicht beeinträchtigt – kann die Unternehmenszentrale der REWE-Gruppe bei Bedarf jederzeit erweitert werden.
 

Wojciech Czaja
 

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