Artikel von: Marlon Schuhfleck

Personalities

Ulli Ehrlich, Sportalm, Kitzbühel

2quadr.at/Fotografen

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit. In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Diesmal unterhielten wir uns mit Ulli Ehrlich. Die in Kitzbühel lebende Chefdesignerin und designierte Firmenchefin des Familienunternehmens Sportalm sprach mit Marlon Schuhfleck über Inspirationsquellen, tägliche Herausforderungen und die entspannende Wirkung der Farbe Weiß.

Bereits seit den 90er-Jahren verleiht Ulli Ehrlich den Sportalm-Kollektionen ihren unverwechselbaren Charakter. Das breite Spektrum ihrer Kreationen reicht von Sportkleidung über schicke Alltagsmode bis hin zu verspielten Trachtenentwürfen. Dabei versteht sie es stets aufs Neue, die regionalen Wurzeln des Familienbetriebs in einen internationalen, modernen Kontext zu setzen. Und der Erfolg gibt ihr Recht: Mittlerweile zählt Sportalm zu einem der erfolgreichsten Unternehmen in der österreichischen Modebranche.


Traditionsverbunden, funktional und regional; aber zugleich stets modern, chic und international – das Spektrum von Sportalm lotet Grenzen aus. Frau Ehrlich, wie kam es zu dieser ganz speziellen Firmenpositionierung?
Die Tracht war schon immer im Portfolio von Sportalm. Mit der Übernahme der Firma durch Franz Kneissl wurde die Produktpalette um Skimode erweitert und wir haben dann vor rund 10 Jahren den Sprung in die Mode gewagt, weil wir glauben, dass unser alpiner Lifestyle nicht nur in den Bergen, sondern überall reüssieren kann. Mittlerweile hat sich daraus auch eine hochmodische Fashion-Kollektion entwickelt, die wir weltweit verkaufen können.


Wie kann man sich den Alltag einer Kreativ-Designerin bei Sportalm vorstellen? Oder gibt es sowas wie einen Alltag bei Ihrer Arbeit nicht?
Natürlich gibt es Alltag in Form von Büroarbeit und Meetings, aber definitiv ist bei uns jeder Tag spannend, weil immer an einer Kollektion gearbeitet wird, eine Messe oder ein Shooting vorbereitet und somit immer etwas Neues zu tun ist.

Trends

Work in Progress: Der Projektmanager

Zorn Gottes sagen die einen, Überheblichkeit die anderen.

Gut, die Gründe für das Scheitern des mythischen Turmbaus von Babel mögen umstritten sein. Ungeachtet diesbezüglicher Streitigkeiten wollen wir dieses Beispiel heranziehen, um Ihnen im Rahmen der Bene Office.Info Serie „Work in Progress“, in der wir uns mit speziellen Berufsbildern beschäftigen, im Folgenden das Berufsbild des Projektmanagers zu präsentieren. Ein Berufsbild, dessen absolute Aktualität in der modernen Berufswelt augenscheinlich ist.

Projektmanager werden mittlerweile in nahezu allen Branchen gesucht. Händeringend, möchte man hinzufügen. Projektmanagement ist modern und gefragt. Es ist das ökonomische Zauberwort schlechthin und verspricht eine Art Verheißung. Aber halt! Eines nach dem anderen. Wenden wir uns vorerst mal dem originären Spielfeld des Projektmanagers zu: dem Projekt. Wobei uns denn auch das mythische Beispiel behilflich sein wird.
 

Der babylonische Turmbau

Unsere beispielhafte Ausgangssituation: Ein Auftraggeber, in unserem Fall die ganze Menschheit, definiert ein komplexes, ein gänzlich neues Ziel: im Speziellen den Bau eines Turms, der bis in den Himmel reicht. Die zeitgerechte Erreichung des Ziels und die Komplexität der Aufgabe erfordern eine genaue Arbeitsteilung: Handwerker, Köche, Träger und so weiter werden in den Dienst genommen und nehmen die jeweils ihnen zugewiesene Tätigkeit auf.

Trends

Work in Progress: Der Praktikant

Generell scheint es so, als wäre die klassische Karriere-Triade von Ausbildung-Beruf-Ruhestand seit der Jahrtausendwende um den eigenständigen Punkt „Praktikum“ erweitert worden. Hat sich das Phänomen Praktikum doch mittlerweile von einer intendierten Übergangshilfe, einem Zwischenstatus, zu einem originären (Karriere-) Abschnitt gewandelt. Einem Abschnitt, der übrigens wesentlich länger andauern kann, als es so manchem Praktikanten lieb ist. Die Konsequenz: Klassische Meilensteine der Lebensplanung wie eigene Wohnung, Familiengründung, Kinderwunsch verschieben sich aufgrund der mangelnden finanziellen Absicherung zeitlich immer weiter nach hinten. Übrig bleibt manchmal: die chronische Frustration, von einer Übergangslösung zur nächsten zu pendeln – ohne seinen endgültigen Platz zu finden. 

Diese Grundkonstellation hat mittlerweile als bekannt geflügelte Phrase von der sogenannten „Generation Praktikum“ Eingang in den alltäglichen Wortschatz gefunden. Was nicht zuletzt dafür spricht, dass es sich nicht nur um vereinzelte Sonderfälle handelt, sondern um einen echten Trend des Arbeitsmarktes. Einen Trend, der durchaus laute Stimmen in den Medien weckt, die endlich eine gesetzliche Regelung fordern.
 

Im Grunde eine gute Idee

Gut, generell kann man gegen die Idee eines Praktikums ja kaum etwas einwenden. Diese bis ins 17. Jahrhundert zurückgehende Praxis zielt grundsätzlich darauf ab, eine (frühe) Vertiefung erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen. Das Praktikum versteht sich somit im Idealfall als temporäres Bindeglied oder ergänzendes Modul der Ausbildung – im Vordergrund steht das Sammeln praxisorientierter Arbeitserfahrung.

Trends

Sind Sie speziell?

Also mal so ganz unspezifisch ins Blaue gefragt: Sind Sie speziell? Ist das, was Sie machen, speziell? Vermutlich werden Sie dazu tendieren, diese Fragen mit einem deutlichen Ja zu beantworten. Natürlich, denn Spezialisierung liegt voll im Trend. Wer etwas auf sich hält, spezialisiert sich – egal ob beruflich, wissenschaftlich oder in was für einem Bereich auch immer.

Zum Start unserer neuen Bene Office.Info Serie „Work in Progress“, in der wir uns mit speziellen Berufsbildern beschäftigen wollen, gehen wir es mal ganz grundsätzlich an...
 

Die Spezialisierung der Spezialisierung

Spezialisierung ist ein zivilisatorischer Motor, der den Fortschritt, der das Wissen vorantreibt. Spezialisierung ist ein, wenn nicht DER Schlüssel, sowohl die Informationsfluten, die tagtäglich über uns hereinbrechen, als auch die Anforderungen des Alltags zu bewältigen. Spezialisierung scheint vor allem im 21. Jahrhundert der Garant schlechthin für Erfolg zu sein. Spezialisierung ist … Aber mal langsam! Das sollten wir uns doch mal genauer ansehen.

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