Artikel von: Priska Pieczara

Trends

Was disruptive Innovation bedeutet, und was Unternehmen dafür (oder dagegen) tun können

PIXEL by Bene

Es gibt Worte, die hat man schon so oft gehört, dass man gar nicht mehr wagt nachzufragen, was sie eigentlich bedeuten. „Disruption“ ist so eines. Wir haben uns auf die Suche nach Ursprung und Bedeutung eines Begriffes gemacht, der die Wirtschaft und das Feuilleton gleichermaßen umtreibt.

Die Theorie der disruptiven Innovation hat ihren Ursprung im Buch „The Innovator’s Dilemma“ von Clayton Christensen. In seinem Buch stellt Christensen die These auf, dass es neben der „klassischen“ Innovation, die beispielsweise vorhandene Produkte oder Services weiterentwickelt, auch eine disruptive Form der Innovation gibt. Diese folge, so Christensen, bestimmten Regeln: Man spricht von Disruption, wenn es ein kleines Unternehmen mit wenig Ressourcen schafft, etablierte, bislang erfolgreiche Unternehmen vom Markt zu verdrängen.

Personalities

Drei Fragen an Anders Cleeman, Muuto

Fiber Chair, Muuto

Willkommen, Muuto! Wir freuen uns, eine neue Partnermarke begrüßen zu dürfen: Demnächst wird es in ausgewählten Bene-Schauräumen auch Stühle, Sofas, Leuchten und viel mehr aus dem Hause Muuto geben. Wir haben diese neue, schöne Partnerschaft zum Anlass genommen, drei Fragen an Anders Cleeman, CEO von Muuto, zu stellen.

Über Muuto

Der Name ist bei Muuto Programm – Im Finnischen steht „muutos“ für neue Perspektiven. Ganz in diesem Sinne denkt Muuto-Design mit viel Leidenschaft und mutigen kreativen Ansätzen das skandinavische Erbe weiter. Hohe Ansprüche an Ästhetik und Funktion und Liebe zum Handwerk gehören ebenso zur Philosophie wie das Ausprobieren von neuen Materialien und Techniken. In Zusammenarbeit mit einzigartigen, modernen Designern wird diese Philosophie der neuen Perspektiven zum Leben erweckt.

Warum freut Muuto sich auf die Kooperation mit Bene?
Muuto steht für neue Perspektiven auf skandinavisches Design und kombiniert höchste Qualität mit dem Preissegment des ‚Affordable Luxury‘. Bene sehen wir als eines der führenden und etabliertesten Unternehmen auf der internationalen Design-Bühne mit souveräner, jahrelanger Kompetenz und unschlagbarem Gespür für Design. Bene weiß erlesenes Handwerk ebenso zu schätzen wie innovative Ansätze und stellt damit im gehobenen Büromöbelsegment einen idealen Partner für Muuto’s modernen ‚New Nordic‘-Charakter dar - hinsichtlich Distribution, Synergieeffekten bei diversen Zielkunden und der strategischen Marktbearbeitung in unterschiedlichen Ländern. Wir sehen hier großes Potential.

Personalities

“Was heisst denn schon scheitern?” Josef Zotter im Interview

© Petra Rautenstrauch, Zotter Schokolade

Der steirische Schokoladenhersteller ist bekannt dafür, immer wieder aufs Neue mit ungewöhnlichen Kreationen aufzufallen. Ein Hauptaugenmerk liegt auf fairem Handel und biologischen Produkten. In seinem Schokoladentheater kann man die Produktion der Tafeln von der Bohne an mitverfolgen und mitverkosten, um anschließend im Essbaren Tiergarten dem Fleisch auf dem Teller in die Augen zu schauen. Nicht grotesk, sondern nachvollziehbar soll das sein. Wir sprachen mit dem „Schokoladenpapst“ Josef Zotter über Blutschokolade, die Kunst des Scheiterns und darüber, warum er manchmal gerne Amerikaner wäre.


Wie schaffen Sie den Raum, um Innovationen so viel Platz geben zu können?
Ich setze mich nicht hin und plane neue Produktideen. Das geht ganz automatisch während der täglichen Arbeit. In meinem Büro herrscht geordnetes Chaos, und vieles landet handschriftlich auf Zetteln, die je nach Priorität hin- und hergeschoben werden. Eine echte Zettelwirtschaft eben. Nach diesem Prinzip arbeite ich. Und manchmal habe ich in meinem Essbaren Tiergarten die schrägsten Ideen. Einfach entspannen, dem Denken freien Lauf lassen.

Wer denkt sich alles Neue bei Ihnen aus?
Na, schon der Zotter selbst. Wo Zotter draufsteht, muss schließlich auch Zotter drinnen sein. Das ist ganz wichtig. Ich stelle Geschmack im Kopf zusammen und kreiere da völlig neue Geschmacksmuster. Ich weiß, wie eine Sorte schmeckt, noch ehe sie produziert wird. Ich habe zum Glück mehr Ideen, als wir in einer Saison verwirklichen können. Das Schwierigste ist immer zu entscheiden, welche wir weglassen. Dann muss ich sogar Bestseller aus dem Sortiment nehmen, damit die Neuen Platz haben!

Personalities

PearsonLloyd, 117 Drysdale Street, London

Luke Pearson und Tom Lloyd gründeten im Jahr 1997 in London ihr Designbüro PearsonLloyd, das heute zu den erfolgreichsten Designstudios Großbritanniens zählt. Die Projekte sind vielseitig und wurden bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Das Londoner Büro zeigt eindrucksvoll, was hochwertiges Industriedesign ausmacht – nämlich die intelligente Umsetzung von sich verändernden Arbeitsweisen, Produktionsmöglichkeiten und Lebensumständen. Das Tätigkeitsfeld von PearsonLloyd umfasst Innenarchitektur, Möbeldesign und -consulting sowie Produktdesign oder die Gestaltung öffentlicher Plätze. Zu ihren Kunden zählen etwa Artemide, Classicon, Fritz Hansen, Walter Knoll, Knoll International, Lufthansa und Virgin Airlines.
Für Bene entwarf PearsonLloyd bereits das Möbelprogramm PARCS (2009) mit einer umfassenden Produktpalette wie etwa Causeway, Toguna, Wing Series oder Idea Wall. PARCS, inzwischen vielfach preisgekrönt, gehört heute zu den erfolgreichsten Produkten im Bene Sortiment.
 


Das Studio von PearsonLloyd befindet sich in Shoreditch, einem aufstrebenden, kreativen Distrikt im Nordosten von London. Wie fanden Sie hierher, und welche Kriterien spielten bei der Entscheidung für dieses Studio eine Rolle?
Tom Lloyd (TL): Als wir mit dem Studio anfingen, haben Luke und ich in West London gelebt. Der Umzug in den Osten war sowohl eine finanzielle Entscheidung – wir suchten nach billigen Studio-Räumen – als auch eine kreative. Unsere ersten Räumlichkeiten befanden sich in einer ungeheizten Lagerhalle am Rande von Spitalfields Market, der damals noch der wichtigste Großhandelsmarkt für Obst und Gemüse in London war. Das Gebiet war etwas runtergekommen und ein bisschen unheimlich, aber voller Leben und Energie. Künstler hatten dort Geschäftsgebäude besetzt, und diese Community hat uns dorthin gezogen. In den 16 Jahren nach unserer Gründung sind wir in drei verschiedenen Räumlichkeiten gewesen, die sich alle im Umkreis von etwa anderthalb Kilometern um dieses erste Büro befanden. Shoreditch ist heute ein Gebiet voller Design- und Modeunternehmen, und obwohl es jetzt ganz anders ist als noch 1997, ist es großartig, dort zu arbeiten.

Luke Pearson (LP): Toms Bruder hatte ein Studio direkt in der Nähe der City, dem Londoner Banken- und Finanzviertel. Die Miete war lächerlich niedrig. Es schien also eine großartige Idee zu sein, sich große und billige Räumlichkeiten zu nehmen. Kaum waren wir eingezogen, wurde das Nachbargrundstück zu einer Großbaustelle. Wir zogen dann nach Whitechapel und haben schließlich unser jetziges Studio gekauft, nachdem wir eines Tages daran vorbei geradelt waren. Es gab zu der Zeit einen Markteinbruch, und es schien eine gute Idee zu sein, obwohl es uns inzwischen in vielerlei Hinsicht zu klein geworden ist.

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