Personalities

Der persönliche Raum: Barbara Imhof zum Thema Weltraumarchitektur

Ihre Planung beschäftigt sich mit den Bedingungen, die die Architektur schaffen kann und soll, wenn heute Menschen von hier nach dort reisen - und mit der nach wie vor utopischen Vorstellung davon, wie es aussehen könnte, wenn ein paar Menschen "hier" wegziehen und ihre Zelte auf dem Mond, dem Mars oder einem anderen Planeten aufschlagen.

Nach dem Studium der Architektur hat Imhof ihre Kenntnisse mit einem Master of Space Studies an der International Space University in Strassbourg erweitert. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Forschern aus verschiedensten Wissensgebieten setzte sie bei Projekten, unter anderem mit der NASA, fort und führt heute gemeinsam mit der ebenfalls auf Weltraum spezialisierten Designerin Susmita Mohanty das Architekturstudio "Liquifer" in Wien.

War in der Zeit des kalten Krieges und dem zu dieser Zeit aktuellen Privat-Bunker-Bau die Frage, wie es sich auf Dauer in der Isolation lebt eine, die sich vielleicht mehrere Menschen gestellt haben, so steht in der stark ingenieursorientierten Raumfahrt ungebrochen der Aspekt der Technik im Vordergrund. Tatsächlich hängt aber einiges von der Befindlichkeit der in den Raumstationen oder Shuttles schwerelos in der Luft hängenden Männern und Frauen ab, wohnen und leben muss man als Astronaut eben im Raumschiff.

Die Bedingungen wesentlich zu verbessern bedeutet nicht etwa Kuscheleckchen und Tapeten vorzusehen, sondern auch räumliche Unterstützung für die psychische Durchhaltekraft anzubieten. Wie die Bedürfnisse eines Menschen aussehen, der sich von seinem Heimatplaneten auf geraume Zeit entfernt, dies wird analysiert und ist auch für die Zukunft des Wohnens "hier" relevant.

Und richtig gemütlich wird es dann, wenn Anton Zeilinger oder Scotty uns bald die lange Anreise ersparen und wir uns einfach hinüber beamen können.
Von hier nach dort.

  

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