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Der persönliche Raum: Fußball-Legende Hans Krankl zum Thema Raumdeckung

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"Früher hat man Manndeckung gespielt, vereinfacht heißt das, man hatte einen Libero und zwei Verteidiger, und die sind den gegnerischen Stürmern überall hin gefolgt.

Ich habe in meiner Karriere einige Tore geschossen, und der Versuch der anderen, das zu verhindern, hat dann folgendermaßen ausgesehen:
Der Trainer sagt zum Verteidiger 'Du deckst den Krankl, du läufst ihm überall hin nach, wenn’s sein muss bis aufs Klo'. Das war die brutale Manndeckung.

Vor vielen Jahren hat man dann festgestellt - da waren die Italiener und Spanier Vorreiter -, dass die Raumdeckung viel ökonomischer ist, viel weniger Kraft- und Laufaufwand vom Spieler erfordert, aber Intelligenz.
Es spielen also vier Verteidiger hinten, und die decken ihren Raum. Die Laufen nicht mehr dem Spieler nach, sondern der Spieler wird übergeben."

Der Übergang von der Mann- zur Raumdeckung wurde bis zum heutigen Tage von den meisten Mannschaften vollzogen, nach Krankls Meinung war Österreich hier viel zu spät dran - weshalb es mit der Perfektion in dieser Technik ein wenig länger gedauert hat.
Für welche Strategie man sich entscheidet, ist heute scheinbar eine Frage von Philosophie und Haltung.

Krankls Musterbeispiel für Erfolge mit der "alten" Technik ist Otto Rehagel, der die Griechen damit zum Europameistersieg führte. Wenn die Spieler entsprechend schnell und intelligent sind, ist seine Position jedoch klar "pro Raumdeckung".
Vielleicht, weil er seinen Spielern ersparen will, dass sie dem Gegner bis auf die Toilette folgen müssen.

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