Architektur & Design

Designer´s Holidays

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Wie verbringen Designer/Architekten ihre Ferien, machen sie überhaupt welche? Oder nutzen sie gerade die Sommerzeit zum intensiven Arbeiten? Suchen sie Inspirationen oder Ablenkung oder Muße oder? Für die Sommerausgabe unseres Office.Info starteten wir eine Blitzumfrage unter Designern/Architekten, die mit Bene zusammenarbeiten.


Martin Bergmann
EOOS, Wien


Einen Teil des Sommers verbringe ich jedes Jahr in meinem Lieblingsrevier, den Dolomiten. Ich bin in Lienz geboren und kehre zum Auftanken nach wie vor gern in den alpinen Bereich zurück, beispielsweise zum Mountainbiken oder um den Nationalpark Hohe Tauern zu besuchen, der ja auch nach Osttirol ragt.

Beruflich komme ich so viel herum, dass ich es richtig genieße, auch mal bei der Lienzer Verwandtschaft im Garten zu sitzen und in Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken. Dabei pflege ich den Kontakt zu meiner Heimatstadt und den Menschen, die dort leben. Großen Spaß macht es mir außerdem, gemeinsam mit meinen Kindern die Bergwelt zu erobern, ihnen den Reichtum der Natur nahe bringen zu können. Und nicht zuletzt bietet sich die Lage auch für schöne Kultur- und Badeausflüge an, beispielsweise nach Friaul oder Südtirol.


Nada Nasrallah & Christian Horner
Soda Designers, Wien


Unsere besten Ideen entstehen in entspannter Atmosphäre, oft in Erinnerung an interessante Orte und unerwartete Situationen. Trotzdem: Ferien bleiben Ferien. Lieber haben wir Urlaubsatmosphäre im Arbeitsalltag als Arbeitsatmosphäre im Urlaub – siehe Bild.


Laurids Ortner
Ortner & Ortner Baukunst, Wien / Berlin / Köln / Rostov a. D.

Architekten und Designer haben das ganze Jahr Ferien. Kann man denn beim besten Beruf überhaupt zwischen Arbeit und Freizeit trennen?
Wo man diese ganze Zeit verbringen soll? Locker verteilt auf die Metropolen Europas, ab und zu Blick aufs mediterrane Meer.


Tom Lloyd
PearsonLloyd, London


Segeln und surfen, gutes Essen und Familie, Stille und Geräuschkulisse, Aktivität und Nichtstun - Italien und Cornwall.
Genügt das?


Luke Pearson
PearsonLloyd, London

Einen meiner Urlaube werde ich diesen Sommer auf der berühmten Chesil Bank in Dorset verbringen. Ein 27 km langer Kiesstrand. Er grenzt hinten an die Sandsteinfelsen der Jurassic Coast, die mit Fossilien übersät sind. Der Strand ist mit Kieseln bedeckt, deren Größe von erbsengroß oder noch kleiner an einem Ende bis zu grapefruitgroßen Brocken am anderen Ende variiert, und die über viele Jahre durch einzigartige Verwitterungen entstanden sind. In der Nacht nutzten Schmuggler die unterschiedliche Größe der Steine, um zu erkennen, wo sie angelegt hatten.


Justus Kolberg
Kolbergdesign, Hamburg

Urlaub: Ich versuche im Sommer Zeit zu finden, um die Balance zwischen den vielen einzelnen Dingen unseres familiären Miteinanders wieder herzustellen. Das bedeutet für mich in allem was ich tue, etwas weniger Geschwindigkeit, weniger Leistungsdruck und weniger Dichte. Mehr Zeit und Aufmerksamkeit für einander und auch für die vernachlässigten eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Das schließt das Designen mit ein; jedoch ohne Auftrag, ohne Kunden, ohne Budget und Abgabetermin – und ohne den Computer. Die Zeit hierzu verbringe ich zum Teil zuhause und teils in den dänischen Dünen.


Kasper Salto
Designer, Kopenhagen

Ich fahre mit meiner Familie, meiner Frau Rikke Ladegaard und meiner 10jährigen Tochter Agnes, nach Norwegen. Dort kann ich meine Batterien wieder aufladen. Mein Vater lebt in Norwegen in den Hardangervidda-Bergen, 920 m über dem Meeresspiegel. Folglich ist dort die Temperatur meistens 7 – 8 Grad kälter als auf Höhe des Meeresspiegels. Auf den letzten 40 km zu seinem Haus gibt es keine Straßen. Daher fahren wir im Sommer mit dem Boot und im Winter mit dem Schneescooter hin. Wir machen oft Bergtouren und fangen für unser Abendessen Fische in den umliegenden Seen. Hauptsächlich fischen wir Forellen. Die nächste Stadt ist 60 km entfernt. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit Nahrungsvorräten auszurüsten. Ich mag es, dass das einzige, was man dort hört, die Vögel und der Wind in den Bäumen sind, aber ich mag auch die Weite der Natur. Wenn wir aus der Stadt kommen, brauchen wir manchmal etwas Zeit, bis wir uns an die Umgebung gewöhnen. Es ist das absolute Gegenteil vom Leben in der Stadt.

Anschließend fahre ich für den restlichen Sommer mit meiner Familie in unser Sommerhaus nördlich von Kopenhagen. Die Landschaft ist hier ganz anders, flach und viele hohe Nadelbäume, und wir haben dort auch das Meer mit hübschen dänischen Stränden.


Johannes Scherr
Designer, Wien

Designer arbeiten doch immer – man kann aber auch sagen: Designer haben immer Ferien und gehen ihrer Leidenschaft nach. Dieser Sommer bringt mich dem "klassischen Urlaub" jedoch ein bisschen näher. Nicht nur örtlich, auch inhaltlich. Die Fertigstellung des Projekts "Jet Ski" für einen italienischen Hersteller erfordert es, viel Zeit an der italienischen Küste zu verbringen – nicht unbedingt ein Nachteil bei den aktuellen Temperaturen.


Kai Stania
Designer und Architekt, Wien

Warum nicht dort arbeiten, wo andere sich erholen? Warum nicht arbeiten und wohnen wie auf Urlaub?

Mit unserem Einfamilienhaus haben wir uns diesen Wunsch erfüllt. Die Adresse lautet Wien, 14.Bezirk. Kaum zu glauben, wenn man das Foto sieht. Wir – meine Frau und ich, beide studierten wir Architektur – planten unser Haus selbst und wohnen seit fast drei Jahren dort. Unser Bedürfnis nach "Entfernung" in der Freizeit ist seither rapide gesunken...


Andreas Krob
B4K – Bureau4Dimensions Krob, Heiden (CH)

Ja, ich mache Ferien. Um im Gleichgewicht zu bleiben fahre ich mit meiner Familie an die Nordsee (Sylt). Das ganze Jahr haben wir im Appenzellerland die Berge, und als gebürtiger Nordfriese brauch´ ich dann ich Sommer Flachland mit Meer und Brandung. Im Urlaub ist absolut nur Familienzeit: Kitesurfen mit meinen Jungs, baden, mit dem Hund am Strand spazieren gehen, mit meiner Frau ein schönes Glas Wein trinken und nicht über die Arbeit reden. Wir genießen die komplette Abwesenheit von Kunden und Design, um danach wieder voll durchstarten zu können.

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