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LEAD TOGETHER – Pearson Lloyd im Interview

PearsonLloyd Interview Unternehmenskultur Agilität New Leadership Environment

Das Designerduo aus London beweist immer wieder eindrucksvoll, was qualitativ hochwertiges Industriedesign ausmacht – nämlich die intelligente Umsetzung von sich verändernden Arbeitsweisen und Lebensumständen in neue Produkte und Nutzungskonzepte. 10 Jahre nach der gemeinsamen Entwicklung der Produktserie PARCS, hat das Londoner Designbüro PearsonLloyd erneut ein innovatives Bürokonzept mit Bene erarbeitet: PORTS

Wir haben mit Tom Lloyd und Luke Pearson über die Entwicklung von PORTS als “New Leadership Environments” gesprochen.

Welche Motivation stand ursprünglich hinter der Projektidee?

Luke Pearson: Tatsächlich entstand PORTS aus einer anhaltenden Auseinandersetzung mit dem weiter gefassten Kontext von Menschen und Beziehungen in Büros sowie mit einer Dekonstruktion der traditionellen hierarchischen Grenzen.

Tom Lloyd: Wir arbeiten seit 2007 mit Bene zusammen, um neue Interpretationsmöglichkeiten des Arbeitsplatzes zu finden. Seitdem sind bei unserer Suche nach besseren und effektiveren Arbeitswelten jedes Jahr neue Ideen entstanden. Im Zuge dieser Entwicklungen bemerkten wir, dass bei diesen Ansätzen nur selten berücksichtigt wurde, wie leitende Führungskräfte in ihrer Arbeit unterstützt werden können. Der Stil von „Management-Möbeln“ scheint beim Traditionellen und Statusbasierten stehengeblieben zu sein. Es gibt nur wenige Bestrebungen, sich kreativ mit den Bedürfnissen von Führungskräften und einer möglichen Verbesserung ihrer Arbeit auseinanderzusetzen. Genau hier setzte PORTS an: Wie können wir die Ansätze, aus denen PARCS entstanden ist, auf neue Arbeitsumgebungen für Führungskräfte anwenden?

Was ist das Besondere an einem Büro des New Leadership?

Tom Lloyd: Eine völlig neue Interpretation dessen, wie das Büro einer Führungskraft aussehen und was es leisten soll.

Luke Pearson: Das Büro des New Leadership ist ein dynamischer Raum mit unvorhersehbaren Eigenschaften, da die herkömmlichen Identifikationsmerkmale von Führungskräften nicht mehr so wichtig sind wie früher. Was wir heute brauchen, sind wirklich intelligente Räume zur Förderung von Dialog und Konzentration. Genau aus diesem Grund ist die flexible Gestaltung von PORTS dafür besonders geeignet.

Für wen haben Sie PORTS designet?

Luke Pearson: PORTS wurde für Führungskräfte designet, fördert jedoch unseres Erachtens nach eine weit integriertere und demokratischere Arbeitswelt.

Tom Lloyd: Für jeden. Vor allem für Menschen, die in Unternehmen Verantwortung tragen. Doch im Grunde für jeden, der Zeit und Raum zum Denken und Organisieren braucht und sich zurückziehen möchte, in einer Atmosphäre, die klares Denken begünstigt.
PORTS ist außerdem ein Ort der Kollaboration, ein Raum für unkomplizierte Kommunikation – reden, sprechen, präsentieren, diskutieren, planen, schaffen.

Wurde PORTS nur für das Büro geschaffen?

Luke Pearson: Ich sehe PORTS als Zuhause in einer Hotel-Lobby, Flughafenlounge oder in einem Büro. Die herkömmlichen Grenzen der Arbeit werden bestehen bleiben, während unser Arbeitsleben durch neue Technologien vielfältiger werden wird.

Tom Lloyd: Nein – die Bedürfnisse, auf die PORTS eingeht, und die Erfahrungen, die wir bieten wollen, sind für Orte des Gastgewerbes und des Verkehrswesens ebenso von Bedeutung. Die Welt der Arbeit ist immer dezentraler geworden und Technologie hat verändert, wie wir mit der Welt um uns in Kontakt treten. Heutzutage arbeiten wir in Wahrheit dort, wo wir gerade sind.

Was ist das Besondere an PORTS?

Luke Pearson: In PORTS sind intelligente Besonderheiten eingebaut. Ich mag, wie sich die einzelnen Produkte dynamisch und in Bezug auf die Körperhaltung verändern lassen. Die meisten Funktionen sind sehr dezent und fallen nicht auf, bis man sie entdeckt hat.

Tom Lloyd: Der Markt für Managementräume und -möbel definiert sich noch immer über Hierarchie und alte Statuskonzepte, ohne dass auf die Bedürfnisse der Benutzer eingegangen wird; der Markt hat sich seit mehr als einem Jahrhundert nicht verändert. Mit PORTS soll neu definiert werden, wie ein privater Arbeitsplatz aussieht und funktioniert.

Woraus besteht die PORTS-Produktreihe?

Luke Pearson: PORTS besteht aus drei Elementen: Einem Regalsystem, einem Tisch und einer funktionalen Lounge-Möbel-Kollektion.

Die flexible Regaleinheit, in der persönlicher Stauraum und Platz für Technologie verfügbar ist, erfüllt als Schrank außerdem eine Doppelrolle als Raumteiler.

Der höhenverstellbare Tisch ist optisch sehr schlicht, die Feinheiten liegen aber im Detail. Es handelt sich um einen Tisch mit je einem Motor pro Tischbein zur Höhenverstellung. Dadurch wirkt der Tisch sehr leicht und minimalistisch. Während die meisten dieser Kreationen wie komplexe Maschinen aussehen, haben wir hier wieder ein Möbelstück vor uns.

Die Task Lounge ist ein Loungesessel mit einer einzigartig neigbaren Sitzschale, die entspanntes Lesen und zurückgelehntes Arbeiten ermöglicht, den Benutzer jedoch bei Aktivierung in eine aufrechtere Haltung für die Arbeit am Laptop bringt. Das Produkt ist mit einem Laptoptisch ausgestattet, der für unterschiedliche Körperhaltungen bei der Arbeit geeignet ist und es erlaubt verschiedene Arbeitsumgebungen zu schaffen. Das stützende Wandelement ist gleichzeitig eine Abschirmung. So kann der Sessel freistehend platziert werden und dennoch ein gewisses Maß an Privatsphäre bieten.

Loungesessel und -sofa stellen in vielerlei Hinsicht sehr konventionelle Loungemöbel dar, die allerdings in modernen Bürolandschaften nicht mehr fehlen dürfen und die perfekte Ergänzung für die Produktfamilie sind. 

Tom Lloyd: Drei getrennte Produktkollektionen, die harmonisch aufeinander abgestimmt sind – sie schaffen informelle, private und kollaborative offene Arbeitsräume.

Welcher Aspekt verbindet PARCS und PORTS?

Tom Lloyd: Sowohl PARCS als auch PORTS stellen den Urtyp infrage. Sie sind beide forschungsbasiert, risikofreudig und bieten transformative Innovation. Sie schaffen informelle, ausdrucksstarke, inspirierende und angenehme Räume.

Luke Pearson: PORTS ist auf vielfältige Weise eine Erweiterung der Ansätze, die zu PARCS geführt haben. Bei beiden Projekten geht es darum, gute Kommunikation zu ermöglichen. Klarerweise stehen bei PORTS Führungssituationen im Vordergrund, bei denen der Fokus auf dem Persönlichen liegt, aber auch ein privater Rahmen zum Arbeiten ermöglicht wird. Somit ist PORTS dynamisch und flexibel, um sich sehr schnell von einer Umgebung für eine (Führungs-)Person zu einem Arbeitsplatz für Gruppen umgestalten zu lassen. Es sind vielerlei Wechsel der Körperhaltung möglich.

 

Vielen Dank für das Gespräche.

Weitere Informationen

Tom Lloyd & Luke Pearson: PORTS Power Tray Zylinder


Luke Pearson


Luke Pearson & Tom Lloyd: Probesitzen im PORTS Active Chair


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