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Spaces 2013 – Schöne, neue Arbeitswelt

Event Bürotrends Arbeitswelten

Mit neuen Lebenswelten wandelt sich auch die Arbeit: Unterschiedliche Generationenbedürfnisse, der Kampf um die besten Köpfe, ein notwendiges Umsteuern bei Energie und Ressourcen sowie eine global vernetzte und projektorientierte Wirtschaft mit fluiden Mitarbeiterzahlen erfordern neue und vor allem zukunftsorientierte Konzepte zu Arbeitsorganisation und –kultur. Beim Innovationskongress Spaces, der dieses Jahr in Köln stattfand, wurden die Trends und Herausforderungen dieser neuen Welt des Arbeitens diskutiert.

Auch dieses Jahr war die Immobilie für den Kongress mit Bedacht gewählt: Man traf sich im Carlswerk Köln, einem ehemaligen Industrieareal, das gerade revitalisiert wird und sich nach und nach in einen spannenden Gewerbecampus verwandelt. Mit der Auswahl des Ortes wurde auch schon einer der Grundgedanken der Veranstalter anschaulich illustriert: Der Bedarf an neuen Büroimmobilien wird, so die These von if5 - anders arbeiten, in den nächsten Jahren sinken. Gefragt sind dezentrale Lösungen wie regionale, gemeinschaftlich genutzte Büros, kleinere Bestandsobjekte und vor allem Arbeitsräume mit mehr Erlebnis- und Aufenthaltsqualität.

Das Programm des Innovationskongresses spannte einen weiten Bogen von philosophisch-kulturellen Zusammenhängen über den Generationenkonflikt bis hin zu konkreten Fallbeispielen aus der Praxis. Einig waren sich die Vortragenden darin, dass sich die Arbeitswelt momentan in einer Passagenzeit, einer Phase der Transformation befindet. Wie die Zukunft der Arbeit und des Büros aussieht, entscheiden aber nicht nur neue Technologien und globale Trends - um Veränderungen durchzusetzen und Innovation zu leben, braucht es kluge Köpfe mit Mut und Ideen.
 

Theorie und Praxis

Schöne Arbeitswelten existieren oft nur in der Theorie – dass es noch viel zu tun gibt, diagnostizierte Jan Teunen in seinem Eröffnungsvortrag. Mehr als 60% der Arbeitnehmer würden unter berufsbezogenen Ängsten leiden - Neurosen, Burn-Outs und Mobbing seien die Symptome einer unbefriedigenden Arbeitsumgebung. In Räumen der Angst und Unzufriedenheit kann keine Innovation entstehen, keine Zukunft erfunden werden. Damit sich Menschen entfalten können, braucht es einen Arbeitsplatz, der auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingeht und ihnen Freiheit und Vertrauen schenkt. Dabei spielt die Unternehmensidentität eine zentrale Rolle – nur, wenn das Wissen, das Bewusstsein und die kulturellen Inhalte des Unternehmens wirksam kommuniziert werden, wird die Arbeitsumgebung kulturell aufgeladen und somit wertvoll.
 

Neue Werte

Als treibenden Motor für Veränderung sieht die Trendforscherin Birgit Gebhardt die IT, die Prozesse automatisiert und so vermehrt neue Arbeitsplätze im Bereich der Wissensarbeit entstehen lässt. Dieser Strukturwandel führt, so Gebhardt, u.a. dazu, dass neue Kompetenzen gefragt sind: Die netzwerkartig aufgebaute Ökonomie der Knowledge Worker kann nur funktionieren, wenn auch Ressourcen vernetzt und Wissen geteilt werden.

Wie das mit dem Teilen funktioniert, machen soziale Netzwerke à la Facebook oder Twitter vor. Die besten Köpfe der Generation Y, also der nach 1979 geborenen, nutzen die digitale Infrastruktur schon längst nicht mehr nur privat, sondern auch für ihren beruflichen Erfolg. Außerdem stellen diese Digital Natives ganz andere Anforderungen an die Arbeitswelt: Sie wollen mehr Souveränität, Partizipation und Eigenverantwortung, und haben keine Lust auf komplexe Hierarchien in Unternehmen. Für Gebhardt muss sich das Büro der Zukunft an die Prinzipien der Transparenz, Offenheit und Vernetzung, wie sie die sozialen Medien vormachen und die Generation Y vorlebt, anpassen. Gleichzeit darf aber auch auf die älteren Arbeitnehmer nicht vergessen werden – das Büro der Zukunft soll verschiedene Lösungen für die unterschiedlichen Akteure bieten und die Formen der Zusammenarbeit intelligent gestalten.

Überhaupt kristallisierte sich bei Spaces 2013 die Überalterung der Gesellschaft sowie der damit einhergehende Fachkräftemangel als zentrale Herausforderung für Unternehmen heraus – beides wird in Zukunft große Bedeutung haben, sowohl in Hinblick auf das Recruiting von jungen Talenten, als auch in Zusammenhang mit der schwierigen Integration von jüngeren und älteren Mitarbeitern.
 

Urban oder regional?

Neue Formen und Angebote von Arbeitsorten entstehen vor allem in Städten. Was aber passiert mit den marginalen Räumen, den Vorstädten und Provinzen?

Diese und ähnliche Fragen stellt sich beispielsweise die Plattform nexthamburg, die Bürgern die Möglichkeit bietet, ihre Stadt selbst mitzugestalten. Was aber können Arbeitgeber tun, um Talente auch in auf den ersten Blick weniger attraktive Regionen zu locken? Solche und ähnliche Fragen versuchte man im sehr lebendigen Workshop zu lösen. Antworten blieben auf Grund der knappen Zeit und der komplexen Fragestellung leider aus, trotzdem wurde wohl allen klar, worum es in Zukunft gehen sollte: um eine kollaborative, gemeinsame Umgestaltung der Arbeitswelten hin zu offeneren, transparenteren und ganz einfach besseren Strukturen. In diesem Sinne: Frohes Schaffen!

  

Autor

Angelika Molk

Corporate Marketing Manager


Bernd Fels, if5


Das Organisationsteam


Bene Future Tree


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