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Stichwort Vertrauen: Trau dich doch.

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Angesichts von Bankenkrisen, NSA-Usancen oder Politikerversprechen ist das so eine Sache mit dem Vertrauen. Dennoch – wäre unser Leben eine vertrauensfreie Zone, wären jegliche sozialen wie wirtschaftlichen Zusammenhänge schnell aufgelöst. Nichts würde mehr miteinander und nichts füreinander passieren, denn unsere Handlungen und Entscheidungen könnten nicht auf Werten wie Wahrheit, Richtigkeit, Integrität, Kompetenz u.a. entstehen. Insofern ist es durchaus empfehlenswert, Vertrauen zuzulassen, auch wenn Unsicherheit existiert. Beides ist – ad definitionem – eben nur im Doppelpack zu haben.
 

Wissen ist nicht alles – aber es hilft

Worauf zu vertrauen es sich lohnt? Schwierige Frage. Aber: Wissen kann durchaus ein Katalysator von Vertrauen sein und es schadet nicht, Erfahrung und Know-how dafür einzusetzen, worauf man sein Vertrauen richtet. Die Antworten auf die Vertrauensfrage werden dennoch höchst unterschiedlich ausfallen. Immer sehr persönlich und nicht ausschließlich rational. Anbei eine Shortlist aus der Bene Office.Info-Redaktion. Vielleicht ist ja auch für Sie eine "vertrauensbildende" Überlegung dabei...
 

Corporate Social Responsibility

Gleich zu Beginn ein wirklich vertrauenswürdiger Ansatz: Fairness kann sich auszahlen – auch im Wirtschaftsleben! Im Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Lieferanten, Kunden, Konkurrenten, der Gesellschaft und der Umwelt empfiehlt es sich menschlich wie ökonomisch, Verantwortung wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.

Das Vertrauen in eine kluge, strategische Positionierung z.B. mittels selbstverpflichtender Richtlinien kann hier einen erfolgreichen Weg vorgeben. Ob man dies nun Corporate Social Responsibility nennt oder Bekenntnis zur Nachhaltigkeit – auf Dauer profitieren sowohl die Unternehmen als auch das unmittelbare Umfeld davon. Darauf möchten wir im nächsten Jahr gerne vertrauen.
 

Vertrauensmanagement

Worauf wir ebenso gerne vertrauen möchten, sind Führungsstile und Arbeitsverhältnisse, die selbstverantwortliches, kreatives, effizientes und respektvolles Arbeiten fördern. Die Krux: Dazu braucht es Vertrauen auf beiden Seiten.

Mitarbeiter müssen darauf vertrauen können, dass ihre Arbeit geschätzt und fair bewertet wird, das Management muss darauf vertrauen können, dass die Mitarbeiter ihre bestmögliche Leistung für das optimale Gesamtergebnis erbringen. Überdies arbeiten von Vertrauen geprägte Teams weit produktiver zusammen, müssen doch die Teammitglieder in der Interaktion nicht ständig taktieren und auf der Hut sein, ausgebootet, gemobbt oder overruled zu werden.

Eine Studie der Harvard Universität bereits Anfang der 2000er Jahre mit 6500 Mitarbeitern in 76 amerikanischen und kanadischen Holiday Inn Hotels hat ergeben, dass keine anderen Verhaltens-Faktoren des Managements stärker mit höheren Gewinnen korrelierte, als die des Vertrauens. Auf einer 5-Punkte-Vertrauens-Skala bedeutete eine Verbesserung von 0,125 Punkten eine 2,5 prozentig höhere Profitabilität des Hotels, das entsprach ca. $250.000 pro Jahr!
 

Gemeinsam mehr erreichen

Das bringt uns gleich zum nächsten Ansatz: Menschen sind soziale Wesen. Wir können einander inspirieren, unterstützen und stärken. Gemeinsam können wir mehr erreichen als alleine. In diesem Sinne vertrauen wir darauf, dass Teamarbeit Früchte trägt. Dass sich jeder seinen Fähigkeiten gemäß konstruktiv einbringt und einbringen kann. Dass jeder die Chance erhält, in seinem Fachgebiet autonom zu agieren. Wir alle aber auch begreifen, dass unser Wissen nur Teil eines größeren Ganzen ist, in dem Ziele klar abgesteckt sein müssen und offene Diskussion möglich ist. Dass das Miteinander im Vordergrund steht und zu guten Ergebnissen führt. Denn: Wir wollen gleichzeitig natürlich auch auf die Innovationskraft von Teams vertrauen. Gehört Kreativität doch zu den wertvollsten Treibern unternehmerischen und gesellschaftlichen Wandels.
 

Die Masse macht’s

Letztlich vertrauen wir auch darauf, dass die noch größere Gruppe der vernetzten Gesellschaft enormes Problemlösungspotenzial besitzt. Ob Crowdfunding, Sourcing, Computing, Investing, Open Source Konzepte – die Macht des "zerstreut" Gemeinsamen hat schon zur Genüge wirtschaftliche, soziale und politische Power bewiesen. Gleichzeitig scheint es wichtig, dass die Individualität der einzelnen Teilnehmer die bestimmende Komponente bleibt. Gilt doch auch im "großen Team", was im kleinen auf der Hand liegt – die gemeinsame Qualität resultiert aus der Kompetenz und Individualität der Einzelpersönlichkeiten. Netzwerken auf hohem Niveau sozusagen.
 

Choose the place you need

Zu guter Letzt aus eigener Erfahrung und Kompetenz vertrauen wir darauf, dass das Büro der Zukunft mehr denn je den Prinzipien der Transparenz, Offenheit und Vernetzung gerecht wird, das die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure und unterschiedliche Anforderungen intelligent gestaltet. Und dass diversifiziert konzipierte Räume bzw. Arbeitsplatzumgebungen inspirieren, motivieren und bei der Arbeit unterstützen. In diesem Sinne lassen sich die Vorteile des Miteinander, des Teams und des gemeinsamen Innovationskraft wieder auf einen physischen Punkt fokussieren, dem wir ganz bestimmt auch in Zukunft unser ganzes Vertrauen schenken.


  

Autor

Brigitte Schedl-Richter

Texterin, freie Journalistin, www.argezeit.at

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