Kvadrat Stockholm Furniture Fair

Architektur & Design

Stockholm Furniture Fair: Schöne Dinge für jeden Tag

Design Messetrends Bürotrends

Ein Rundgang über die Stockholm Furniture Fair macht viel Vergnügen, vor allem, wenn man sich für modernes skandinavisches Design begeistert. Wir haben uns im hohen Norden nach den neuesten Trends aus Wohn- und Bürodesign umgeschaut.

Die Stockholmer Möbelmesse ist klein, aber fein. Neben den bekanntesten skandinavischen Herstellern präsentieren hier auch einige internationale Größen ihre Neuheiten aus Wohn-, Licht und Bürodesign. Bereits zum zweiten Mal war auch Bene vor Ort. Im Gepäck: Produkte für die modernen Arbeitswelten von heute.
 

"Vackrare Vardagsvara"

1919 versuchte der Vorsitzende des schwedischen Designrats die Besonderheiten des skandinavischen Designs mit den Worten "Vackrare Vardagsvara" zu erklären: "Mehr schöne Dinge für den täglichen Gebrauch". Das Leichte und Pure der skandinavischen Formgestaltung hat seither weltweit Schule gemacht, so dass die nordische Designsprache mittlerweile nahezu überall gesprochen wird.

Auf der Stockholm Furniture Fair knüpft man auch dieses Jahr an die große skandinavische Designtradition an: Klare, reduzierte Formen, ungezwungene Eleganz sowie natürliche Materialien dominieren die Messestände. In der Welt der Farben dominieren erdige Töne wie Grün, Braun, Gelb und Beige in allen Schattierungen, ergänzt von rosa Pastell und trendigem Petrol.
 

Design für die Massen

Schöne Dinge für den täglichen Gebrauch - wem da zuerst das bekannte schwedische Möbelhaus in den Sinn kommt, der liegt gar nicht so falsch. Gerade in den nordischen Ländern haben sich in den letzten Jahren einige Unternehmen die Demokratisierung des guten Designs auf ihre Fahnen geschrieben.

Dass dieses "Design für die Massen" ganz schön gut aussehen kann, beweist die One Nordic Furniture Company, die auch gerne mal als Luxus-IKEA bezeichnet wird. One Nordic nutzt die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts, um hochwertige Möbel und ein breites Sortiment an Accessoires an Mann und Frau zu bringen: "Die Online-Ära bringt viele neue und aufregende Möglichkeiten für das Möbeldesign, und wir geben unser Bestes, um sie zu nutzen", meint Gründer Joel Ross. Die Produkte können online bestellt werden und müssen (Achtung: IKEA!) anschließend selbst zusammengebaut werden. Allerdings funktioniert der Möbelbau bei One Nordic ohne zusätzliche Werkzeuge und Schrauben - also fast intuitiv.

Ein weiterer Publikumsliebung, der sowohl mit jungen, als auch etablierten Designern kooperiert, ist das dänische Unternehmen HAY. Dieses Jahr präsentierte man wahre Hochstapler: Ronan & Erwan Bouroullec entwarfen für die Kopenhagener Universität eine Serie von Tischen und Stühlen, die auf Grund ihrer einfachen, symmetrischen Formen nahezu endlos stapelbar sind. Unkompliziertes Design, das noch dazu gut aussieht.

Bla Station präsentierte das längste Sofa der Welt: Code 27 von Stefan Borselius und Johan Lindau besteht aus jeweils 27cm langen Modulen, die beliebig kombinierbar sind. Ebenfalls neu: die "Kaffe"-Serie, eine formale Variation des klassischen Kaffeehaus-Interieurs bestehend aus Stuhl, Zweisitzer und Tisch sowohl für draußen als auch drinnen. Damit die reduzierten Formen trotzdem Kaffeehausgemütlichkeit vermitteln, sind die Möbel im "used look" gestaltet.

Neben all den Neuheiten kamen auf der Messe auch Designklassiker nicht zu kurz: Arper präsentierte eine Neuauflage von Bardi’s Bowl Chair, der ein halbes Jahrhundert nach dem Launch in einer limitierten Auflage wieder verfügbar ist.
 

Der Treibhauseffekt

Seit mehreren Jahren bietet das so genannte Greenhouse jungen Designern eine Plattform zur Präsentation ihrer Entwürfe. Dieses Jahr kamen die Teilnehmer aus 16 Ländern. Ausgestellt wurde wenig Experimentelles - auch die jungen Kreativen konzentrierten sich auf die Produzierbarkeit ihrer Entwürfe.

Der Treibhauseffekt, den das Greenhous als kreativer Raum bietet, funktioniert dennoch. Den Beweis liefert beispielsweise das dänisch-italienische Studio GamFratesi: Noch 2006 hat man im Greenhouse ausgestellt, nach einer steilen Karriere wurden Stine Gam und Enrico Fratesi dieses Jahr eingeladen, den Eingangsbereich der Stockholmsmässan zu gestalten. Mit ihrer Installation "Balance" wollen sie auf die tägliche Suche nach Gleichgewicht anspielen und kreieren durch schwebende, textile Elemente Bereiche, die den Besuchern Raum für Entspannung und Austausch bieten.
 

Moderne Arbeitswelten: ….und sie bewegen sich doch

Viel getan hat sich in den letzten Jahren in der Bürogestaltung. Mit den Veränderungen in den Arbeitswelten und -weisen geht endlich auch ein gestalterisches Umdenken einher: Design erobert Büro.

Grundlagenarbeit hat hier das Londoner Designstudio PearsonLloyd geleistet. "Das Leben hat sich verändert - das Büro sollte es auch. Man muss nicht unbedingt am Schreibtisch sitzen, um zu arbeiten", meint Designer Luke Pearson. In einer langjährigen Kooperation mit Bene entwickelte man die Möbelserien PARCS, DOCKLANDS die Raum für Kommunikation und Austausch, aber auch Rückzug und Privatheit bieten. So werden vielfältige Zonen und Bereiche geschaffen, die je nach Bedarf genutzt werden können. Der letzte große Wurf aus dem Hause PearsonLloyd ist der Drehstuhl RIYA, der mit "human touch" frischen Wind ins Büro bringt.

Das Design der Produkte spricht eine neue Sprache, die man bisher im Büro nicht kannte, verbindet technische, ergonomische Exzellenz mit einer angenehmen, organischen Ästhetik. Frische Farben und Muster bringen Lebendigkeit in die Arbeitswelt.

Auch Lichtlösungen wie die Bene Lamps zeigen, dass das Spektrum von Licht am Arbeitsplatz viel weiter ist als bisher vermutet. Adé, du künstliches Schreibtischlicht - vor allem in den Kommunikationsbereichen gibt es mehr als genug Platz für durchdachte Lichtlösungen in erfrischend modernem Design.

Dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter an erster Stelle steht, zeigt auch die weite Verbreitung von höhenverstellbaren Tischen. Die so genannten Lift Desks ermöglichen das Arbeiten sowohl im Sitzen, als auch Stehen.

Keine Frage: Es gibt noch viel zu tun, damit die Zukunft der Arbeit eine gute wird. Aber viele der präsentierten Lösungen beweisen, dass wir bereits auf dem besten Weg dahin sind.


  

Autor

Angelika Molk

Corporate Marketing Manager

Bene Toguna Circle


Bene Lamp


Bene Wing Chair


RIYA by PearsonLloyd


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