Ein Interview mit Designer Christian Horner
Ein Interview mit Designer Christian Horner
Langsam, aber sicher ersetzt der digitale den analogen Speicher. Der mit Aktenordnern gefüllte Büroschrank weicht multifunktionalen Stauraumlösungen mit deutlich vielfältigeren, dekorativeren und raumstrukturierenden Funktionen.
Der klassische Stauraum war meist ein geschlossener, monochromer Quader. Er verstaute, versteckte und sicherte. Regalsysteme wie das Metal Rack hingegen stellen aus, machen Dinge sichtbar und ermöglichen den direkten Zugriff. Ihre Funktion ist weniger fest definiert und dadurch flexibler. Ihre Leichtigkeit und Transparenz erlauben es zudem, sie auch in größeren Höhen als Raumteiler einzusetzen.
Zunächst ist festzustellen, dass sich der Übergang vom Papier zum digitalen Speicher langsamer vollzieht als erwartet. Aber die Veränderung findet statt und nimmt Fahrt auf. Gleichzeitig steigt der Anspruch an gute Gestaltung und an eine erlebbare Unternehmensidentität in unseren Büros.
Konsequenterweise reflektieren moderne Stauraummöbel den Übergang vom Archivieren zum Exponieren und Dekorieren. Der geschlossene Schrank wird mehr und mehr zum offenen Regal und beherbergt Insignien des guten Geschmacks, der Bildung und des Unternehmenserfolgs. Pflanzen, dekorative Objekte, Bücher, Zeitschriften und Auszeichnungen personalisieren Büroräume und machen sie bunter, individueller und sympathischer.
Das klingt selbstverständlich, aber man sollte sich vor allem an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und der Organisation orientieren. Gleichzeitig sollte Veränderung von Anfang an mitgedacht werden.
Modularität ist für mich dabei ein wichtiges Auswahlkriterium: einerseits im Hinblick auf die Austauschbarkeit der Komponenten und damit auf ihre Langlebigkeit, andererseits im Sinne von Flexibilität und Vielseitigkeit in der Nutzung. Außerdem können modulare Möbel die Kreativität im Unternehmen fördern. Sie lassen Spielraum und Interpretation zu.
Die Denkweise hat sich tatsächlich stark verändert. Man muss die eigenen Designprinzipien heute um neue Aspekte ergänzen. Grundsätzlich prägen mich schon immer der Gedanke der Einfachheit und Klarheit, die Deutlichkeit der Funktion, eine klare emotionale Botschaft, die Verwendung adäquater Materialien sowie die Suche nach einer einfachen, kontextuell stimmigen Form.
Die Reduktion von Materialeinsatz und Materialvielfalt hat nun stark an Bedeutung gewonnen. Der spätere Produktionsprozess muss von Anfang an mitgedacht werden und wird somit Teil der Formfindung.