Artikel von: Levin Wotke

Trends

Hin und Weg

Fabienne Felters

Pop Ups florieren. Sei es die zeitlich begrenzte Zwischennutzung von leerstehenden Räumen oder der Verkauf von streng limitierter Ware mit dem dazugehörigen Laden, der selbst schon ein Blickfang ist. Pop Up-Stores erzeugen Aufmerksamkeit, aber nicht nur große Modekonzerne, auch kleine, lokale Betriebe haben die Idee für sich entdeckt.

2009: Ein alteingesessener US-amerikanischer Stiefelproduzent schafft innerhalb von sechs Tagen in einem Londoner Geschäftslokal mit knallgelben Plastikvorhängen, tief hängenden Scheinwerfern und massigen Holzpaletten einen Laden mit karger Industrie-Ästhetik. Schon nach kurzer Zeit ist der Store wieder verschwunden.

Sommer 2011: An einem niederländischen Sandstrand in der Nähe von Den Haag lässt ein internationaler Moderiese eine mehrere Meter hohe Holzbox errichten, auf deren Seite schlicht „Beach“ geschrieben steht. Im Inneren hängt die neueste Sommerkollektion, eine Wand der riesigen Kiste ist offen, die Kunden strömen nur so hinein. Nach zwei Tagen ist das gesamte Spektakel vorbei, aber die Marke hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Jänner 2014: Ein riesiger Schuhkarton wird auf einem Platz in North-East London platziert. Einer der größten Sportartikel-Hersteller der Welt zelebriert den Verkauf eines neuen Turnschuhs, neben einer Limited Edition können Besucher ihr Gesicht scannen und auf die Schuhe drucken lassen. Nach drei Tagen ist auch der weiß-grüne Schuhkarton wieder wie vom Erdboden verschluckt.
 

Ein Pop Up Store für Bob Dylan

Egal welche Branche, das Konzept „Pop Up“ wird mittlerweile international, von den USA, über Europa bis Japan eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Die Idee ist simpel: Über einen kurzen Zeitraum wird ein möglichst aufsehenerregender Verkaufsraum geschaffen, in dem aktuelle oder limitierte Produkte, etwa die neueste Mode-Kollektion, verkauft werden. Der Shop kann einige Wochen bestehen, er kann aber auch schon nach einem einzigen Tag wieder verschwunden sein.

Gründerzeit

Matthias Brandstetter

Ein unscheinbarer Innenhof im fünften Wiener Gemeindebezirk, an den Wänden lehnen vereinzelt abgesperrte Rennräder, am einen Ende des Hofes hat ein Supermarkt seinen Lieferzugang, durch eine weiße Tür an einer Seite huschen immer wieder junge, trendig gekleidete Menschen heraus und herein. Durch die Tür und einen schmalen Treppenaufgang erreicht man vorbei an Bergen von Cola- und Club Mate-Kisten den Eingang zu dem Coworking-Space Sektor 5. Nach dem weitläufigen Foyer mit Bar und Couches kommt man in ein Großraumbüro, an dem die Programmierer, Grafiker oder Architekten an einfachen Schreibtischen an  ihrem Mac oder ihrem Laptop sitzen, in ihren Bildschirm stieren oder in die Tastaturen tippen, wenn sie nicht gerade flüsternd beratschlagen.
 

Von Wien nach San Francisco

Im Foyer hat es sich Thomas Schranz gemütlich gemacht. Der 28-Jahrige mit dem kurz geschorenen Haar trägt ein schwarzes T-Shirt, Cargo-Hosen und klobige weiße Turnschuhe. So entspannt wie er dasitzt, würde man auf den ersten Blick vielleicht nicht vermuten, dass der Wiener mittlerweile Firmen wie Apple, Twitter oder Netflix zu seinen Kunden zählt und gerade im Begriff ist, seinen Lebensmittelpunkt von Wien nach San Francisco zu verlegen. Der Grund dafür? Thomas Schranz ist einer der Menschen, die von Politikern oft in Sonntagsreden beschworen werden, die als Hoffnung für Volkswirtschaften propagiert werden und von denen medial überall die Rede ist. Er ist Jungunternehmer, genauer gesagt Mitgründer und CEO des Startups blossom.io. Den Weg von der Gründung bis nach San Francisco beschritt das Team von blossom in nur wenigen Jahren, und ist ein Beispiel dafür, wie schnell Startups wachsen und sich international vernetzen können.

"Ein Friseurladen ist kein Startup"

Was ein Startup ausmacht, ist erst einmal gar nicht so einfach zu sagen, in Großbritannien etwa ist jedes neu gegründete Unternehmen ein Startup. Was aber landläufig als Startup bezeichnet wird, ist etwas enger definiert. "Es geht darum, Probleme mit neuen Ansätzen zu lösen, die es in der Form noch nicht gab," sagt Matthias Reisinger. Er betreibt den Impact Hub Vienna, einen weiteren Coworking-Space, zu Fuß keine halbe Stunde vom Sektor 5 entfernt und auch das Konzept ist ähnlich: Statt von zu Hause aus oder in einem regulären Büro zu sitzen, kann man hier in den offen gestalteten Räumlichkeiten arbeiten, sich dabei mit Gleichgesinnten vernetzen und Veranstaltungen besuchen.

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