Artikel von: Moritz Bentele

Personalities

Stefan Sagmeister, 23rd Street, Manhattan

Stefan Sagmeister by John Madere

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit: In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Einen der erfolgreichsten Grafik-Designer der Welt, Stefan Sagmeister, bat Moritz Bentele zum Interview. 

Der Grafikdesigner und Typograf Stefan Sagmeister wurde 1962 in Bregenz geboren. Er studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Pratt Institute in New York. Nach seiner Zeit in Hongkong, wo er für die Werbeagentur Leo Burnett arbeitete, gründete er 1993 in New York die Sagmeister Inc. Zu seinem Kundenstock zählen unter anderem TimeWarner, das Guggenheim Museum, Lou Reed, die Rolling Stones oder die Zumtobel AG. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen kassierte er für das Albumdesign von "Once In A Lifetime" der Talking Heads einen Grammy.


Gibt es für Sie so etwas wie einen "Hauptarbeitsplatz" – und wenn ja, wo befindet er sich?
Ja, den gibt es, der ist auf der 23. Strasse in Manhattan.


Arbeiten Sie gerne kontinuierlich immer an ein und demselben Ort oder wechseln sie lieber die "Szenerie"?
Ich habe nur einen Arbeitsplatz, allerdings bin ich immer brav unterwegs, im Schnitt ca. 50 Auslandsreisen pro Jahr. Und so wird auch in Hotelzimmern und Flugzeugen immer wieder gearbeitet. Am liebsten würde ich in Zügen nachdenken, da kommen durch die vorbei fliegende Landschaft immer die besten Ideen. Aber dazu habe ich in den USA leider selten Gelegenheit.


Das Büro als Ort: welche Bedeutung messen Sie ihm bei?
6.5 Punkte von 10.


Welche Funktion geben Sie ihm hauptsächlich?
Es geht um Arbeit. Wenn ich im Büro bin, wird wirklich gearbeitet (im Unterschied zu Design Magazine durchblättern, privat telefonieren etc).
 

Personalities

Burkhard List, List-Straße 1

Arbeits- und Lebenswelten am Puls der Zeit: In Gesprächen mit Zeitgenossen überprüfen wir Behauptungen, Klischees oder Wunschbilder, die rund um Orte der Arbeit kursieren. Einer der größten Ausstatter gigantischer Luxusyachten, die Firma List, stammt ausgerechnet aus dem binnenländischen Niederösterreich. Den Geschäftsführer von List General Contractor, Burkhard List, bat Moritz Bentele zum Interview.

Burkhard Lists Großvater Franz List gründete im Jahr 1950 eine kleine Tischlerei in Aspang in Niederösterreich. Inzwischen zählt das Unternehmen zu den Marktführern in Sachen Yachtausstattung. Begonnen hat angeblich alles mit einer Sachertorte: Auf einer Messe für Kreuzfahrtschiffe lernte List die Betreiber der Yacht-Werft Oceanco kennen. Bald darauf schickte er dem Managing-Direktor die Torte "als süßen Vorgeschmack auf eine Zusammenarbeit mit einem österreichischen Unternehmen": Ein halbes Jahr später kam der erste Auftrag ins Haus. Acht bis zehn Boote stattet List pro Jahr aus. Bis zu vier Jahre kann es dauern, bis ein solches Schiff fertig gestellt wird. Neben privaten Yachten produziert List auch das Interieur für Kreuzfahrtschiffe, so wurde auch die MS Deutschland, besser als "Traumschiff" bekannt, von List ausgestattet. Von Niederösterreich aus ist das mehr als 500 Mitarbeiter starke Familienunternehmen mittlerweile auch weltweit als exklusiver Ausstatter von Hotel- und Bauprojekten, sowie Privat und Business-Jets bekannt geworden.


Herr List, Sie statten unter anderem große Luxusyachten aus. Wie sehen Arbeitsplätze, Büros auf solchen Schiffen aus?
Eigentlich nicht anders als auf dem Land. Wahrscheinlich etwas kleiner, da das Platzangebot eingeschränkter ist, aber von der Funktion nicht anders. Was ihre Gestaltung betrifft, sind diese Räume immer in das Gesamtgestaltungskonzept integriert.


Worauf muss dabei am meisten geachtet werden?
So wie in jedem anderen Büro auch liegt das Hauptaugenmerk auf den persönlichen Bedürfnissen des Nutzers. Ergonomie und Bedienfreundlichkeit stehen auch hier im Vordergrund, natürlich gepaart mit den höchsten Qualitätsansprüchen.


Wie arbeitet es sich auf dem Wasser?
In unserer hoch technisierten Welt kaum anders als auf dem Land – jegliche Art der Verbindung steht via Satellit zur Verfügung. Bei starkem Seegang wird es dann halt schwieriger, sich auf die Arbeit zu konzentrieren…

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