Personalities

Der persönliche Raum: Gustav Schörghofer SJ zum Thema spiritueller Raum

Arbeitswelten Räume Kunst

Eine andere Qualität von spirituellem Raum beschreibt er wie eben jemand, der die Liebe zu den Menschen und zu Gott zum Beruf gemacht hat: "Ein spiritueller Raum ist zum einen nicht materiell, es ist ein Raum, der nicht unbedingt mit Architektur zu tun hat sondern mit Menschen und Atmosphäre. Ein Raum in dem ein guter Wind weht, der das Zusammenleben der Menschen fruchtbar sein lässt, der Träume gelingen lässt und offen ist für andere, wo ein Fremder freundlich aufgenommen wird. Ich hätte Schwierigkeiten einen Raum als spirituell zu sehen, wo Menschen aggressiv sind."

Aber auch der sich zwischen tatsächlichen Wänden und Mauern manifestierende Raum hat spirituelle Qualität. Ein Kirchenraum, ein Industriebau, ein Museum: Gustav Schörghofer schätzt die Fähigkeit solcher Räume, einen aufzurichten.
"Ein solches Gebäude empfängt dich, setzt dich in eine Würde, nicht: du bist klein und rund um dich ist es gewaltig, wie das etwa die nationalsozialistische Architektur ausgedrückt hat, sondern die Majestät betonend, die jeder einzelne hat."

Um Würde geht es auch in der Art wie man mit einem Raum umgeht, welche Ehrfurcht man dem schenkt, was den Raum bestimmt, was darin enthalten ist.

In Bezug auf Kirchenräume diagnostiziert er eine "Pflanzenpsychose". Nicht mehr für Messen verwendete Seitenaltäre, den Hauptaltar und andere Zonen mit möglichst haltbarem Gewächs zu umfloren, davon hält er als Liebhaber von Schnittblumen und einer reduzierten Ästhetik wenig.

Und "Plastikblumen gehen dann schon ins Apotheotische."

  

×

×
×