Personalities

Der persönliche Raum: Ioan Holender zum Thema Raumakustik/Klangraum

Lebensraum Musik Kunst

Ioan Holender, Direktor der Wiener Staatsoper, geboren 1935 in Timisoara, Rumänien, leitet das Haus bereits seit 1988.
Eine lange Amtszeit und ein wesentlicher Abschnitt in einer bewegten Lebensgeschichte, die den Maschinenbaustudenten aus politischen Gründen zum Abbruch des Studiums zwang und im Jahr 1959 von Timisoara (Temesvar) nach Österreich führte, wo er Gesang studierte und anschließend als Sänger engagiert war. Die Mitarbeit in einer Künstleragentur legte den Grundstein zu seiner heutigen Position, in der er weiterhin ein großes Gespür für die Auswahl der Künstler und junger Talente beweist.

Die Qualität einer Aufführung liegt nicht allein in der Hand der Künstler, auch die räumlichen Voraussetzungen, vor allem die Akustik, leistet einen großen Beitrag zur Wirkung.

Vom "Mystifizieren der Akustik" spricht Holender und berichtet gleichzeitig begeistert von einem Besuch in Epidaurus, er schätzt den Palau de la Música in Barcelona ebenso wie den Großen Saal des Wiener Musikvereins, das Amsterdamer Concertgebouw für ihre individuelle, ausgezeichnete Akustik.

Die Misstöne kommen für ihn aus einer anderen Ecke: "Die Konzertsäle und Opernhäuser haben ihre Charakteristik beibehalten, mehr als die Orchester, die zunehmend einer Klangglobalisierung anheimfallen. Bei den amerikanischen Orchestern etwa gibt es Perfektion aber keine Individualität."


Die Errungenschaften der Forschung in Bezug auf Klangräume halten sich seiner Meinung nach in Grenzen, weder kann man die Ursache feststellen, warum manche Räume mit Abstand besser klingen, noch kann man in seinen Augen Akustik tatsächlich kalkulieren und planen. "Jeder Neubau bringt wieder eine andere Akustik hervor, die dann mit zahlreichen Einbauten optimiert wird."

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