Personalities

Der persönliche Raum: Paulus Manker zum Thema Bühnenraum

Kunst Räume

Sein Temperament hat wohl schon öfters dazu geführt, dass jemand fluchtartig den Raum verlassen hat, in dem er sich gemeinsam mit Regisseur und Schauspieler Paulus Manker befand. Dennoch ist es nicht so, dass die von ihm konzipierte "Alma – a show biz ans end" deshalb als parallel-biografisches Stück in verschiedensten Räumen des Aufführungsortes gleichzeitig gespielt wird. Denn gerade da folgt das Publikum gerne gerade ihm in jene Zimmer, in denen er, Oskar Kokoschka verkörpernd, den Raum bespielt.

Manker ist ein an den Bühnen Europas hochgeschätzter Darsteller, in den letzten Jahren hat er sich weitgehend neuen Raumlösungen im Theater verschrieben. Weg von der Guckkastenbühne, hin zu zeitgemäßen Raumlösungen, wie er es mit den Produktionen "Der Vater" (1995)im Theater an der Wien, "F@lco - A Cyber Show" (2000) im Ronacher und eben "Alma" (1996–2005) bewiesen hat.

Geradezu manisch ist er auf der Suche nach Aufführungsorten für dieses Stück, das nicht für ein Theater im herkömmlichen Sinn geschrieben ist, und hat in Wien, Venedig, Lissabon und Los Angeles nach intensiver Recherche jedes mal wieder unvergleichliche Bauwerke gefunden.

"Damit ein Theaterereignis von bestimmter Qualität stattfinden kann, muss auch ein geeigneter Raum geschaffen werden. Ein leerer Raum erlaubt das Entstehen von etwas Neuem am besten, denn alles, was mit Inhalt, Bedeutung, Ausdruck, Sprache und Musik zusammenhängt, erwacht erst zum Leben, wenn es als unverbrauchte und neue Erfahrung geschieht. Sind Sie schon einmal bei "Richard III" so nah gesessen, dass Sie in den Augen des Darstellers lesen konnten, was er eigentlich spielt? Eben.
Der Ehrgeiz muss sein, Schauspieler und Zuschauer zusammenzubringen, "so dicht aneinander wie nur möglich", wie es Max Reinhardt bereits formuliert hat.

Theater braucht Ruhe und Frieden, Kontemplation und Konzentration. Aber alle Einwände werden hinfällig, wenn's eines Abends plötzlich doch wieder klappt, wenn unversehens und unvermittelt das Theater so jugendfrisch zutage tritt, dass man sich fragen muss, wo es sich die ganze Zeit versteckt gehalten hat und wieso man ihm das nicht anmerkt."

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