Architektur & Design

Let there be LED!

Licht Innovation Design Trends

"Das ist kein lauschiges Plätzchen, das ist eine ziemliche Stadt,
damit man da alles gut sehen kann, da braucht man schon einige Watt." Kurt Weill / Bertold Brecht "Berlin im Licht", 1928


Zitierter Satz stammt aus einem Lied, das Kurt Weill gemeinsam mit seinem Kompagnon Bertolt Brecht für die Werbewoche "Berlin im Licht" komponierte, die 1928 die deutsche Hauptstadt in elektrischem Glanz erstrahlen ließ. Der ganzen Welt präsentierte sich Berlin als progressive, strahlende Stadt der tausend Lichter, als "Elektropolis". Lied und Veranstaltung zeigen ganz gut, womit Licht häufig assoziiert wird: mit Fortschritt, Modernität und Innovation.

Als Innovationstreiber trug das elektrische Licht nicht nur maßgeblich zur Umgestaltung des öffentlichen Raums bei - auch die Arbeitswelt veränderte sich massiv, etwa durch die Möglichkeit zur Nachtarbeit und dem Arbeiten bei künstlichem Licht.
 

Erhellende Büros

Wir verwenden Lampen und Leuchten, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen, sei es zu Hause, im Museum oder im Schaufenster. Beim Einsatz von künstlichem Licht steht häufig die Funktionalität im Vordergrund, etwa im Straßenverkehr, am Fußballplatz oder im Operationssaal.

Auch im Büro ist die Wahl der richtigen Beleuchtung essenziell. Licht am Arbeitsplatz soll funktionell und praktisch sein, damit Mitarbeiter immer den nötigen Durchblick haben. Schlechte, unzureichende oder auch zu helle Beleuchtung führt zu Ermüdung, Augenproblemen oder Kopfschmerzen - allesamt sehr unbeliebte Kandidaten im Arbeitsalltag.

Die ästhetische Komponente darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden, gilt doch Licht als eines der wichtigsten Gestaltungselemente des Raumes. Gekonnt eingesetzt, kann die richtige Beleuchtung ein Büro in Szene setzen, eine angenehme Atmosphäre schaffen, Konzentration fördern und das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigern.

Zu guter Letzt gehört zu den Anforderungen an moderne Lichttechnik natürlich auch, dass sie wirt-schaftlich effizient und nachhaltig sein soll - gefragt ist daher die Entwicklung eines Gesamtkonzept das den Interessen von Nutzern und Betreibern gleichermaßen entspricht.
 

Büro ins rechte Licht gerückt

Wichtig ist, dass die Beleuchtung im Büro differenziert ist. Bereiche für konzentriertes Arbeiten brauchen einen Mix aus Tages- und Kunstlicht. Direktes, blendfreies Licht passt gut zum ständigen Arbeitsplatz. Für Kommunikationszonen oder Projektbereiche eignet sich hingegen besser weicheres, indirektes Licht.

Besonders intelligente Büros schaffen es sogar, die Lichtgestaltung an den natürlichen Tagesrhythmus anzupassen: Kühlere Lichtfarben mit hohem Blauanteil gelten als aktivierend und eignen sich daher gut für den Start in den Tag. Gegen Abend sollte eher warmes Licht verwendet werden - so gleitet man angenehm und mit der inneren Uhr im Einklang in den Feierabend.
 

Innovationstreiber Nimbus

Ästhetik, Effizienz und Funktionalität - ganz schön hohe Anforderungen an eine einfache Glühbirne. Eine Glühbirne? Moment - da war doch noch was. Die Rede ist, Sie haben es sicher schon erraten, von der LED-Technologie. LED kürzt "Licht Emittierende Dioden" ab und gilt als eine der wichtigsten Innovationen der Lichttechnik. Im Vergleich zur herkömmlichen Glühlampe verbrauchen die Leuchtdioden viel weniger Energie, haben eine enorm hohe Lebensdauer und sind praktisch wartungsfrei. Die Halbleiter-Bauelemente, die durch Spannung Licht erzeugen, wurden ursprünglich vor allem für Orientierungsleuchten oder Displays verwendet. Inzwischen ist die LED-Technologie so weit ausgereift, dass sie in nahezu allen Lichtanwendungen eingesetzt werden können.

Als LED-Pionier gilt die deutsche Nimbus Group, wo man schon früh das innovative Potenzial der winzigen, aber effektiven Lichtquelle erkannte und sich seit 2000 intensiv mit der neuen Technologie auseinandersetzt. Der Quantensprung gelang: Durch intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit wurde die LED so leistungsfähig und zuverlässig, dass sie reif für den Markt war. Seit 2006 hat Nimbus über 8.000 LED-Projekte realisiert. Das Spektrum reicht von der Ausstattung von Wohnungen und Arztpraxen bis hin zur Lichtarchitektur für komplette Bürogebäude und Firmenzentralen wie die Hauptverwaltung von Unilever in Hamburg.
 

Leuchtende Beispiele

Wie jede gute Innovation ersetzt die LED-Technologie nicht nur das bisher Dagewesene, sondern erweitert das gesamte Spektrum der Lichtarchitektur. Das betrifft nicht nur den technischen, elektronischen Aspekt, sondern vor allem auch die Formensprache. Während früher die Gestaltung der Lampe vom Leuchtmittel diktiert wurde, führen die LEDs zu einer Entmaterialisierung der Form: Der klassische Lampenschirm verschwindet genauso wie die Schraubenwinde, da beide schlichtweg nicht mehr nötig sind. Die Leuchte wird nicht mehr um die Glühlampe "herum" gebaut, im Zentrum steht nun die Gestaltung der Lichtquelle als solches.

Eines der Unternehmen, das diese neuen Gestaltungsmöglichkeiten zelebriert, ist der italienische Hersteller Artemide.

Die neue, von Designer Ross Lovegrove entworfene Leuchte "Florensis" überträgt organische Formen in die Welt des Lichts. Der Blütenkelch, der die Lampe krönt, hat sowohl ästhetische, als auch technische Funktion, da die Verstrebungen die Wärme der LEDs ableiten.
 

Von Lichtwolken und sprechenden Lampen

Längst schon hängt Licht nicht mehr nur von der Decke. Die intelligenten Leuchten von heute können sich sogar miteinander unterhalten. Wie das geht, zeigt Waldmann mit dem so genannten "Pulse Talk" System. Mit einem Funkmodul kommunizieren die Leuchten miteinander, melden Personenpräsenz und adaptieren die Beleuchtung entsprechend. "Lichtinseln" inmitten eines ansonsten dunklen Büros gehören somit der Vergangenheit an.

Ähnlich innovative Konzepte hat auch der österreichische Hersteller Zumtobel entwickelt: Bei "swarmControl" besitzt jede Stehleuchte einen bestimmten Sensor, der auf Anwesenheit reagiert und mit den umliegenden Leuchten korrespondiert. So folgt dem Nutzer eine Art "Lichtwolke" durch den Raum. Mit Hilfe von "senseControl" können außerdem Leuchten individuell über Sensoren gesteuert werden. Die Leuchte schaltet sich automatisch ein, sobald eine Person am Arbeitsplatz ist. Parallel dazu misst der Sensor das vorhandene Tageslicht und reguliert die Leuchtstärke dementsprechend.

Wem bei all diesen Innovationen nun Angst und Bange geworden ist, dass die Glühbirne für die Nachwelt verloren ist, der darf beruhigt sein: Anlässlich des Spatenstichs zum neuen Design Museum in Großbritannien versenkte man nämlich 2012 eine Glühbirne in einer praktisch unzerstörbaren Zeitkapsel tief unter der Erde. Das ikonische Objekt befindet sich in guter Gesellschaft. In der Kapsel befinden sich unter anderem auch noch ein I-Phone, eine gute Flasche Wein und ein USB-Stick mit Musik von John Coltrane.


  

Autor

Angelika Molk

Corporate Marketing Manager


Bene Lamps by PearsonLloyd


Florensis


Unilever


Pulse Talk



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