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New Working Environments: Coming soon!

New Working Environments Bürotrends Arbeitswelten

Was kommt als nächstes? Wohin führt die Reise unserer ohnehin schon beschleunigten Arbeitswelten? Was kommt nach dem non-territorialen Büro, nach Open Space und Home Office? Wo werden die kommenden Job-Nomaden und Wissensarbeiter sitzen? Was werden sich Unternehmen einfallen lassen müssen, um den War of Talents für sich zu entscheiden?

Die Antworten auf diese Fragen liegen noch nicht eindeutig auf dem Tisch. Stattdessen heißt es, sich heranzutasten und zu versuchen, bereits sichtbare Spuren aufzunehmen. Genau das wollen wir in unserer neuen Serie des Bene Office.Info Trendletters in den kommenden Monaten für Sie tun. Nämlich: nach den entscheidenden Trends und eindeutigen Keywords suchen, die kommende Arbeitswelten charakterisieren werden. Es muss ja nicht gleich für die nächsten 20, 30, 40 Jahre sein. Mit konkreten Einblicken in die nächsten fünf können wir auch schon einiges bewegen – und wären damit gar nicht schlecht unterwegs.
 

Smart, smarter, ....

Nicole hat ihre E-Mails im Griff. Ebenso ihren Outlook-Kalender – mit all den daraus resultierenden Issues – und die nächste Präsentation natürlich auch. Dafür muss sie allerdings noch einiges recherchieren und zusammentragen. Bleibt am Ende die Entscheidung zu treffen, ob sie tatsächlich Handouts für die Teilnehmer vorbereiten lässt oder alle Daten nur in die Cloud stellt. Sie wird sich den Think Tank morgen für zwei Stunden reservieren, da sollte das Finishing schneller gehen...

Allein in Deutschland arbeiten derzeit rund 17 Millionen Menschen in Büros. Weniger werden es wahrscheinlich nicht in den nächsten Jahren, aber für all die wird es anders werden. Wie immer. Erlebt haben wir ja schon einiges. Als Sicherheit bleibt nur: Die einzige Konstante wird auch in Zukunft die Veränderung sein. Ziemlich sicher mit dem Unterschied kürzerer Durchlaufzeiten.

In dunkler Erinnerung sind die Büroraumwüsten früher Jahre, Büros in Zellen-Optik, die auch durch teure Architektur nicht an Individualität gewannen. Der Erfahrungsprozess dauerte. Bis gut in die 1980er und 90er Jahre folgten Büroentwickler noch gerne der Struktur traditioneller Geflügelfarmen.

Innovativere Köpfe hatten den nächsten Schritt aber schon im CAD erprobt: Der Raum musste zum Schuh werden, der wie kein zweiter passt. Flexible Wände, flexible Raumtrennmodule, (fast) im Handumdrehen vom großen Meetingraum zu kleinen Teameinheiten umzubauen.

Das Konzept schlug sich gut und fand relativ rasch auch seine glühenden Anhänger. Was im Zusammenspiel jedoch noch nicht so ganz funktionierte, war das Mobiliar, das der wechselnden Größe der Räume und der unterschiedlichen Anzahl von Mitarbeitern hinterherhinkte. Die Lösung war relativ rasch gefunden. Tische, Beistellmöbel, Kleincontainer, alles auf Rollen und leicht zu verschieben, ausziehbar, höhenverstellbar, klappbar, mechanisch oder gasgefedert, mehr oder weniger geräuschvoll oder elegant für den jeweiligen Arbeitsprozess in Position gebracht.

Im Heute wird zum nächsten Schritt gerade angesetzt. Räume UND Möbel bilden gemeinsam intelligente Settings für vorhandene Needs, schaffen ein Angebot facettenreicher Zonen und Bereiche, in denen sich wechselnde Protagonisten temporär zusammenfinden. The office is were I am – ob in der Cafeteria, am Gang, beim Touchpoint, im Open Space oder überhaupt außerhalb der Unternehmensräumlichkeiten.
 

Sidestep

Stellen wir einmal die relativ einfache These auf: Das papierlose Büro hat es in den letzten 30 Jahren nicht geschafft und wird es auch nicht mehr schaffen in absehbarer Zeit. Eine andere Entwicklung war dafür wesentlich schneller – und leiser: Clouds machen sich an allen virtuellen Ecken und Enden breit. Ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass Vernetzung wesentlich mehr bedeutet und sich nicht auf Social Networks reduzieren lässt. Geht es dabei ja nicht nur um Kommunikation, sondern zum Beispiel auch um hochentwickelte Multifunktionssysteme, die etwa technische Office-Infrastrukturen weltumspannend miteinander verknüpfen.
 

Office Reality

Wenn Nicole ihren morgigen Terminplan durchgeht, sind mehrere Ortswechsel schon vorprogrammiert. Immerhin startet der Tag mit dem wöchentlichen Jour fixe im Mediaroom, gleich anschließend gibt´s mit zwei Kollegen eine Projektbesprechung in der Lounge.
Danach wird sie einen Shared-Desk okkupieren und versuchen, in einer knappen Stunde den gestrigen Tag aufzuarbeiten. Der Kundentermin, den sie um 12.15 Uhr in der Cafeteria ausgemacht hat, sollte sich bis zur Mittagspause perfekt ausgehen. Mal sehen, wem sie sich für den Mittagstisch anschließen kann. Pünktlich um 14.30 dann Einwählen zur Telco in der kleinen Office Box zum Abstimmen mit den Kollegen in Bratislava. Was sich zwischen diesen Fixterminen ergibt, wird sich zeigen. Mit ein paar Überraschungen darf gerechnet werden: einige Projekte sind zu Jahresbeginn noch in der Strukturierungsphase, und da gibt es immer Austausch- und Klärungsbedarf mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Gut, dass in der offenen Mittelzone im ganzen Haus stets Ort und Gelegenheit für spontanen Austausch ist, oder – tut gut & muss auch sein! – einfach "nur" für kreative Pausen.
 

Autor

Brigitte Schedl-Richter

Texterin, freie Journalistin, www.argezeit.at

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