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Pro und Contra: Statussymbole im Büro

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Birkenstock oder Louboutin? Wir erötern die Pros und Contras von Statussymbolen im Büro.
 

Das Pro

Seien wir uns ehrlich: Gerade im Open Office geht es nicht nur darum, gute Arbeit zu leisten, sondern sehr wohl auch um das Sehen und Gesehen werden. Sogar die Statistik beweist, dass die Birkenstock-TrägerInnen in non-territorialen Büros eine vom Aussterben bedrohte Art sind, weil sie sich vor den Kollegen im besten Licht zeigen wollen. Gut für sie.

Leider bietet der Schreibtisch in Zeiten der Clean Desk Policy kaum noch Raum für eine gelungene Präsentation des eigenen Ichs. Zum Glück lassen sich aber, ist man nur geschickt genug, immer noch ein paar Statussymbole platzieren - ein klug positioniertes Familienfoto beweist sozialen Erfolg, ein nonchalant hingeworfener Autoschlüssel macht den dunklen Eckparkplatz in der Tiefgarage wieder wett.

Falsche Bescheidenheit ist keine Zier, Designermode ist es: Klappert man in neuen Louboutins durch das Open Office, hat man gleich zwei Vorteile: Erstens überragt man alle um Längen. Zweitens übertönen die Hacken das Zischen und Tuscheln der neidischen Kleingeister, die sich die Köpfe darüber zerbrechen, ob all das Schöne am Ende gar einer Gehaltserhöhung zu verdanken sei.

Statussymbole müssen jedoch nicht unbedingt teuer sein – auch kleine Dinge können mehr oder weniger subtil auf eine Eigenschaft oder Errungenschaft hinweisen, die wir haben oder gerne hätten. Denken Sie nur an die Grünpflanze am Tisch Ihrer Nachbarin – prahlt die Gute damit nicht eigentlich ungeniert mit ihrem grünen Daumen? Ähnlich unverschämt der Müsliriegel am Tisch des Kollegen – wohl kaum ein anderes Nahrungsmittel konnotiert so angeberisch Sportlichkeit, Elan und Kalorienbewusstsein auf einmal. Und jetzt denken Sie mal kurz an Ihren Schreibtisch. Sind Sie frei von Schuld? Eben.


Eva Adamas

 

Das Contra

Das ist so eine Sache mit den Statussymbolen – sowohl am Arbeitsplatz, als auch ganz allgemein. Denn klar ist, dass Statussymbole nicht nur Repräsentationszwecken dienen, sondern natürlich auch ein eindeutiges Outing sind. Und damit fängt´s, an kompliziert zu werden. Die Frage nämlich ist, will ich mich wirklich so öffentlich bekennen? Und wenn ja – entspricht das, als was ich mich präsentiere, meiner Persönlichkeit oder steckt vor allem Kalkül dahinter?

Denn letztlich gibt’s es zwei Möglichkeiten: entweder man will einer gewissen Gruppe zugeordnet werden und legt sich deshalb ein paar passende Statussymbole zu. Oder man ist diese Gruppe – was natürlich den wesentlich größeren Coolnessfaktor besitzt. Wozu tendiert also die eigene Persönlichkeit - echter Opinionleader und Trendsetter oder Mitläufer und Adabei? Zugegeben: die Alternative stellt sich nicht wirklich. Man ist zumeist das, was man ist. Verstellung funktioniert hier nicht.

Deshalb frage ich mich bei vielen meiner Kollegen, gehören die wirklich alle der originären "GiB-Fraktion" an (Google-iPhone-Biokost) oder haben sie sich in der Mittagspause nur an deren Tisch geschummelt? Haben Sie tatsächlich alle ihre Devices im Griff, ihre Docs in der Cloud und ihr Lieblingsradio auf Spotify? Oder dient ihnen ihr Tablet – wenn sie allein und unbeobachtet sind - doch eher als stabile Schreibunterlage?

Ich für mich jedenfalls habe beschlossen, ich mache da nicht mit. Ich reihe mich sicher nicht ein in die Community der Möchtegerns und Pockettaschenstatussymbolbesitzer. Ich esse Hummus, weil er mir schmeckt und tarne mein iPad mit einem grauen Filzsleeve, das übrigens perfekt in meine grüne Freitag-Tasche passt.


Anna Voltren

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