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Third Places. Arbeit an unterschiedlichen Orten.

New Working Environments Arbeitswelten Bürotrends

Patrick stellt seine Tasche auf den Nebensitz und holt seinen Laptop heraus. "Ich liebe Zugfahrten", denkt er bei sich, während er sich seine Unterlagen zurechtlegt. Früher fuhr er jeden Weg mit dem Pkw, aber seit letztem Jahr macht er Dienstreisen nur mehr per Bahn – das ist nicht nur entspannender sondern auch zeitsparender – denn im Zug lassen sich die Ergebnisse des Meetings perfekt zusammenschreiben, und kommt man zuhause an, ist das Protokoll schon fertig – das hat was!
 

Nicht nur Potatoes auf der Couch

Arbeit ausschließlich im Büro – das war einmal. Früher galt man nur dann als produktiv, wenn man am Schreibtisch saß. Und manche Unternehmen sind noch immer diesem Denken verhaftet. Doch diese Sichtweise spiegelt die Wirklichkeit nicht ausreichend wider, wie auch das Designduo PEarsonLloyd, Erfinder des Konzept-Möbels PARCS, konstatiert: "Es bedarf Aufgeklärtheit, Realitätssinn und Progressivität um zu erkennen, dass auch jemand, der auf einem Sofa sitzt, Mehrwert für das Unternehmen schafft." Dieser Mehrwert wird heutzutage an ganz unterschiedlichen Orten generiert – sowohl in besonderen Zonen im Büro als auch außerhalb des Büros. Denn Wissen bleibt nicht an der Türschwelle stehen, Wissen ist überall. Und so ist auch Wissensarbeit nicht an einen einzelnen Ort gebunden. Technische Möglichkeiten und persönliche Vorlieben bestimmen, wo gearbeitet wird – und natürlich auch der Chef, der eine freie Ortswahl zulassen bzw. fördern kann oder nur "Arbeit am Platz" als Arbeit anerkennt. Klar ist jedenfalls: Nicht jeder, der auf einer Couch sitzt, ist auch ein Couch-Potatoe, sondern eventuell ein wertvoller Mitarbeiter.


Abschalten will auch gelernt sein

Zum Thema "persönliche Vorlieben": Individualität und freie Entscheidung werden in unserer Gesellschaft groß geschrieben – was zuweilen aber auch eine Täuschung sein mag. Nicht immer ist eine freie Wahl wirklich frei, sondern im Hintergrund durch Zwänge bestimmt. Dies kann teilweise auch für die Arbeit außerhalb des Büros gelten. Für die einen ist es eine tolle Sache, im Zug, in Cafés oder im Park kreativ tätig sein zu können. Für die anderen ist die Arbeit außerhalb des Büros eine unangenehme Verpflichtung. Laut einer Untersuchung des Unternehmens Gensler, das im Bereich Office-Planung und Consulting tätig ist, sagen 52 Prozent der Wissensarbeiter, sie könnten nie wirklich von der Arbeit abschalten. Kein Wunder, dass viele von ihnen außerhalb des Büros auch E-Mails checken, Telefonate führen und am Laptop arbeiten – teilweise sogar im Urlaub. Dieses Den-Kopf-nie-freihaben-Können kann sich aber negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden niederschlagen. Da gilt es also, vorsichtig zu sein und wirklich völlig arbeitsfreie Zeiten einzuplanen.
 

Third Places als Orte der Kreativität

Kann man jedoch das richtige Maß wahren und hat Freude an der Arbeit, so können sogenannte Third Places ideale Arbeitsorte sein. Während First Place das Zuhause bezeichnet und Second Place das Büro, meint Third Places (nach Ray Oldenburg) alle übrigen öffentlichen oder halböffentlichen Orte – vom Bahnhof über Zug und Taxi bis zur Hotellobby, Starbucks, die Bibliothek oder den Park. Diese Orte stehen im Prinzip allen offen und ermöglichen ein lockeres gesellschaftliches Zusammentreffen sowie verschiedenste Arten der Nutzung, auch jene des Arbeitens. Man könnte sagen: Arbeit ist überall möglich – sowohl auf dem Weg von einem Ort zum anderen als auch an einem extra dafür gewählten Ort. Ja, Wissensarbeiter sind heute enorm mobil – geistig ebenso wie örtlich. Ständig bewegen sich ihre Gedanken um ihre diversen Projekte und Aufgaben. Oder sie befinden sich gerade an einer der vier Stationen des kreativen Prozesses, die da lauten: Discovery, Design, Discuss, Decide. Die Entdeckung oder Idee steht am Beginn. Dann kommt die Stufe des Entwerfens, Bearbeitens und Ausformulierens dieser Idee. Damit geht man in den Diskussionsprozess hinein, in dem andere Meinungen und Informationen eingeholt und eingearbeitet werden. Schließlich ist die Entscheidung zu treffen, ob und wie etwas umgesetzt wird. Third Places können hier inspirierend und motivierend sein – und zwar an jeder dieser vier Stationen. So kommen manchen Menschen die besten Ideen in der Natur, fernab vom hektischen Alltag. Manche bevorzugen die Atmosphäre einer Bibliothek, um ihre Pläne zu erweitern und zu Papier zu bringen. Und ein informelles Treffen mit Kollegen im Cafe kann nicht nur entspannend sein, sondern auch zu inspirierenden Gesprächen führen.
 

Räumliche Vielfalt

In Hinblick auf die Typologie der Knowledge-Worker – siehe unsere Beiträge "Research für innovative Produktkonzepte", "Invitation to an ongoing journey" und "Knowledge-Worker: The new Working-Class-Heroes" – nutzen vor allem der Gatherer und der Navigator Third Places. Sie sind häufig unterwegs und erledigen ihren Job "on the go". Aber auch die anderen Wissensarbeiter benötigen eine Arbeitsumgebung, die ihre kreative Arbeit ideal unterstützt. Unterschiedliche Raumqualitäten sind gefragt. Je nachdem, was gerade zu tun ist, wird der geeignetste Büro-Bereich gewählt. Schon Walt Disney war sich der Wichtigkeit der räumlichen Vielfalt bewusst. Alle am kreativen Prozess Beteiligten konnten verschiedene Räume nutzen: verspielte Atmosphäre fürs Träumen, solche mit Werkstatt-Charakter für die praktische Umsetzung, und klare, strikte Räume, in denen Kritik geübt wurde.

Auch durch die Art der Raumgliederung und -trennung kann die Arbeitsumgebung positiv gestaltet werden. Ein praktisches und übersichtliches Umfeld wirkt nun einmal motivierender als lauter strikt abgetrennte kleine Kämmerchen. Fühlen sich Mitarbeiter in Gesellschaft wohler, sind sie fröhlicher und engagierter, muss man sie nicht gleich ins nächste Café schicken, um gute Ergebnisse zu bekommen. Die transparente RF Flurwand von Bene hebt räumliche Grenzen optisch auf und ermöglicht einen weiteren Horizont. Ohne sichtbare Rahmen zwischen den Glasflächen vermittelt die von Johannes Scherr designte Wand ein hohes Maß an Offenheit. Man ist sozusagen unter Leuten – und das ganz ohne akustische Störungen. Damit leistet die RF Flurwand
einen wertvollen Beitrag zur Optimierung des Arbeitsumfeldes für die Wissensarbeit von heute.

 

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