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We proudly present: Schauraumdesign made by Bene

Bürowelten Arbeitswelten Bürotrends

Zeigen, was man hat; zeigen, was man kann. Schauräume und Concept-Stores sind spannende Kristallisationspunkte, die hautnah erlebbar machen, was hinter einer Marke steckt. Für Bene waren Schauräume immer Schauplätze im besten Sinn des Wortes: bespielt mit idealtypischen Büroszenarien – nah genug zum Anfassen, konkret genug zum besseren räumlichen Verstehen. Von Anfang an.

Der erste Bene Schauraum, eröffnet im Jahr 1951 in der Wiener Renngasse, war von Beginn an so etwas wie der Fuß in der Türe – die Türe zu potenziellen Kunden und zum europäischen Markt, zu den eigenen (Vertriebs-)Mitarbeitern, die neben dem Headoffice im niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs immer auch einen urbanen Bezugspunkt benötigten. Gezeigt wurden neue Gesamtkonzepte vom Raum, nicht nur Einzelmöbel.

Von hier aus eröffnete sich – rückblickend – die Bene Welt, mit all ihren raumgreifenden Ideen, Produkten und Visionen. Denn hier entstand aus der ersten Bene Geschäftsstelle der erste Bene "Schauplatz": im Jahr 1964, als Idee des kurz zuvor ins Unternehmen eingestiegenen Manfred Bene in Zusammenarbeit mit dem Wiener Architekten Bruno Echerer. Der hatte für Bene bereits im Produktdesign innovative Impulse gesetzt, unter anderem mit einem modernen Managementprogramm samt Sitzmöbel.
 

Kundennähe

Man wollte also zeigen, was man hat. Und zeigen, was man kann. Wollte Kontakt zum Kunden herstellen – und das mangels einer heimischen Händlerstruktur mit Hilfe eines Direktvertriebs mit eigenen, attraktiven Filialen zunächst in Wien, Linz, Salzburg, Graz und Klagenfurt.

"Wir haben damals wirklich futuristische Dinge umgesetzt!", so Manfred Bene im Gespräch. "In Graz haben wir im Jahr 1978 in einem Altstadt-Haus mit u-förmigem Grundriss ein Geschäftslokal gemietet und vom Hausbesitzer die Genehmigung erhalten den Hof auszubaggern, 2 oder 3 Stockwerke tief, und Stiegen nach unten hineingebaut. Damit hatten wir plötzlich einen Schauraum mit enormen Ausmaßen. Die Treppe, umgeben von einer riesigen Glaswand, war das zentrale raumbildende Element - eine sensationelle Architektur von Echerer für die damalige Zeit! Auch die Fassade war höchst attraktiv. Und genau das war die besondere Idee: relativ viel Geld in außergewöhnliche Geschäftsstellen zu investieren. Das war für unser Image und unsere Bekanntheit unglaublich wichtig. Alle Architekturmedien haben darüber berichtet."
 

Die Entdeckung der "Welt"

Bald darauf startete im Jahr 1977 die Zusammenarbeit von Manfred Bene mit Laurids Ortner. Was in den kommenden Jahren passierte, veränderte unser aller Büroverständnis und war eindeutig von Bene geprägt: ein unscheinbarer, bisher wenig beachteter Raum wurde ausgeleuchtet, analysiert, seine Potenziale erkannt und für alle Akteure in ein neues Licht gesetzt. Plötzlich wurde klar, dass Büro mehr ist als eine Ansammlung von Arbeitsplätzen, dass Büro Identität stiftet, motiviert, Unternehmenskultur sichtbar macht, unterschiedlichste Szenarien beherbergt und eine temporeiche Bühne moderner Diversität darstellt. Büro wurde endlich als das begriffen, was es eigentlich immer schon war, aber niemand beachtet hatte: als Lebensraum. Für Bene hieß die logische Konsequenz: Wer hier international Kompetenz aufbauen will, muss in gesamtheitlichen Dimensionen denken. Konkret: Die Herausforderung liegt im Raumkonzept, nicht im Einzelmöbel.
 

So real wie im echten Leben

Während Laurids Ortner echte Innovationen wie die 3. Arbeitsebene, das Kontaktsegment, den Mehrflächenarbeitsplatz oder die Einbeziehung der Wand in das neue Bene Portfolio einbrachte, stand auch die Produktpräsentation in den Geschäftsstellen vor neuen Anforderungen. Denn wenn das Konzept ebenso wichtig wird wie das einzelne Einrichtungselement, genügt die klassische Möbelausstellung nicht mehr.
Bene wollte deshalb von Anfang an seinen Mitarbeitern und Kunden zeigen, wie die ideale Bürowelt aussehen kann. Der Raum selbst wurde zum Ausstellungsstück, 1:1 inszeniert, mit Atmosphäre und allen Details vom Teppich bis zur Lampe, vom Schirmständer bis zum Blumentopf. Die Themen Flächenwirtschaftlichkeit, Ergonomie und Individualität ziehen sich durch wie ein roter Faden. Alles sorgfältig auf einander abgestimmt. Das Ganze als die Summe seiner Teile.
 

Viel zu erzählen

Diese Ideen machten in den 1980ern ein grundlegendes Revival aller Geschäftsstellen, beginnend mit Wien, notwendig. Neue Schauräume in den übrigen Landeshauptstädten folgten. Als einer der ersten Showrooms im Ausland eröffnete zeitgleich Bene Zürich.

Mit solcherart neu inszenierten "Showcases" zeigte Bene ein modernes, verändertes Selbstverständnis. Mithilfe der starken Achse Direktvertrieb - Eigenproduktion hatte man dem Kunden gegenüber alle Argumente in der Hand. Aus Verkaufsgesprächen wurden Beratungsgespräche. Der Schauraum war das beste Future-Lab. "Zuerst prägen wir den Raum, dann prägt der Raum uns", lautete die einprägsame Formel der Bene Welt.

Zugleich erntete Bene regelmäßig mit seinen Präsentationen auf der legendären Wiener Büromesse IFABO enorme Resonanz. Und der 1988 von Laurids Ortner neu gestaltete Produktionsstandort Waidhofen wurde mit seinem Bürotrakt zu einer eindrucksvollen Bühne angewandter Produktpräsentation, ausgezeichnet mit dem Bauherrenpreis noch im selben Jahr.

In den 1990ern angekommen, war Büro bei Bene endgültig zum "heißen Ort" geworden. Die Schauräume spielten eine tragende Rolle dabei: Die Visualisierung von unterschiedlichen Zonen und Bereichen, von Makro- und Mikro-Layout stellte die konzeptuelle Leistung von Büro und Präsentation in den Fokus. Dazu kam "Markentainment" als bestimmende inhaltliche Komponente.
 

Fast wie ein Generationenwechsel

Dann der Sprung ins neue Jahrtausend – und die Bürobranche musste sich in gewisser Weise neu orientieren: Seit Immobilien zunehmend ins Visier modernen Managements gerückt sind, ist die Sichtweise pragmatischer, die Beurteilung orientiert sich stärker an Kennzahlen. Wer heute in den Schauraum kommt – wenn er das überhaupt tut –, hat sich im Vorfeld bereits gut informiert, möglicherweise auch schon professionell beraten lassen. Sein Ziel ist bereits die konkrete Lösungsfindung für die gestellte Anforderung – und das auf hohem, vor allem kreativem Niveau. Um eine derart anspruchsvolle Klientel zufrieden zu stellen, sind traditionelle Präsentationskonzepte längst nicht mehr ausreichend. Zu kurz greift heute, nur ein Modell der Realität zu zeigen, auch wenn es 1:1 zu sehen ist. Was überzeugt, ist vielmehr was gelebt wird und im Alltag tatsächlich funktioniert – Living Office im Echtbetrieb. Nur das kommt authentisch und überzeugend.

Für den Zubau des neuen Büro- und Schulungstrakts in Waidhofen im Jahr 2008, vor allem aber im neuen Bene Schauraum in der Wiener Neutorgasse 2010 hat Sigrid Mayer, Architektin und bei Bene verantwortlich für ShowRoomDesign, genau dieses Konzept umgesetzt. Zwar gibt es nach wie vor den "klassischen" Schauraum, in dem die jüngsten Produktinnovationen wie RM Raummodul oder Parcs eine exemplarische Ausstellungsfläche finden. Der eigentliche "Showroom" aber sind die beiden Stockwerke darüber. Hier kann man auf einer Fläche von 1.700 m² die Idee vom Lebensraum Büro, wie sie Bene interpretiert, atmosphärisch miterleben, deren Funktionieren hinterfragen und in direkter Interaktion beurteilen.
 

Wir sind, was wir zeigen

Freilich bietet daneben auch die Produktpräsentation auf digitaler Ebene, im virtuellen Raum oder als 3D-Visualisierung, alle Möglichkeiten der Informations- und Kennzahlenbeschaffung. Die erklärte Absicht dahinter: ein komplexes Produkt transparent und verstehbar machen. Living Office for mature people.
Dennoch bleibt Authentizität für Manfred Bene das eigentliche Argument: "Nur das, was ich bin und von mir herzeige, versteht der Kunde auch. Das bedeutet, wir alle müssen so leben, wie wir es dem Kunden verkaufen. Und das nicht nur als Selbstzweck, sondern weil wir tatsächlich daran glauben. Sie können sich hier umschauen oder nach oben gehen, nach Düsseldorf oder Klagenfurt oder wohin auch immer: Wir leben immer in dieser Rolle, weil wir glauben, dass sie die richtige ist. Das heißt: Wir leben authentisch. Und wir sind, was wir kreieren. Das ist es, was Bene ausmacht."
 

Autor

Brigitte Schedl-Richter

Texterin, freie Journalistin, www.argezeit.at

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