Filo Chair by EOOS

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Wenn die Sonnenpferde reiten

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Das weltweit erfolgreiche Designstudio EOOS aus Wien präsentiert sich im MAK – und zeigt den Drehstuhl Filo, inzwischen ein Design-Klassiker bei Bene.

EOOS gilt als das international erfolgreichste Designstudio Österreichs. Seit 20 Jahren arbeiten die drei Studiogründer Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gruendl an Produkt- und Raumentwürfen. Ihr 1995 gegründetes Studio nannten sie bewusst EOOS, nach einem der Zugpferde des in Ovids poetischem Meisterwerk Metamorphosen am Firmament rasenden Sonnenwagens.

Als sich Bergmann (geb. 1963, Lienz/Osttirol), Bohmann (geb. 1968, Krieglach/Steiermark) und Gruendl (geb. 1967, Wien) im Jahr 1988 beim Studium an der heutigen Universität für angewandte Kunst Wien kennenlernten, lautete ihr erklärtes Ziel, nicht Starkarrieren wie etwa jener von Philippe Starck nachzueifern, sondern kreative Synergien gezielt als Trio zu nutzen. „Wie eine Rockband arbeiten“ wollten die drei Designer, deren  Interaktion zum Dynamo für ein erfolgreiches Langzeitprojekt wurde. EOOS steht für Design jenseits beliebiger Massenware oder modischen Luxusguts, für Objekte und Konzepte, angereichert mit genuinen Werten. KonsumentInnen werden als autarke Wesen verstanden, die ihre Umwelt auch im Zeitalter der Digitalen Moderne unbewusst nach archaischen Mustern nutzen.

Für EOOS ist die „Poetische Analyse“ das Originäre an ihrem Designansatz, worunter sie keine Ideologie verstehen, sondern ein Werkzeug für den Entwurf. „Rituale, intuitive Bilder und Geschichten dienen als Ausgangspunkt oder Referenz für unsere Arbeits- und Denkweise“, so EOOS. Der auf jeden Auftrag abgestimmte theoretisch-philosophische Diskurs ist ihnen im Designprozess ebenso wichtig wie der funktional-ergonomische, materialtechnologische und formalästhetische Feinschliff.

Unter dem Titel EOOS zeigt das MAK anlässlich des 20-jährigen Bestehens die erste große Werkschau des gleichnamigen österreichischen Designstudios und gibt Einblick in dessen poetisch-analytischen Entwurfsprozess. Im Jahr 2014 gestalteten EOOS das MAK DESIGN LABOR des renommierten Museums, das den Rahmen für den Ausstellungsparcours bietet. Hier wird den Besuchern die vielschichtige Entwurfspraxis von EOOS veranschaulicht und ihre konsequent reduzierte Designsprache zwischen Archaik und Hightech aufgezeigt. Skizzen, Fotografien, Funktionsmodelle und Prototypen legen beispielhaft den oftmals langwierigen Entwicklungsprozess offen. Man bekommt Einblick in die „Poetische Analyse“ von EOOS und in die verschiedenen Arbeitsschritte im Designprozess: das Überarbeiten, Modellieren,  Entwickeln von Techniken und Patenten oder das aktionistische Erfassen von Dingen.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung: EOOS transformiert – das ist ein langsames, mechanisch anmutendes Ballett von Möbeln. Ein Sofa oder eine Duschkabine bespielen den Raum als Akteure in Bewegung und veranschaulichen so die für EOOS essenzielle Auffassung von Design als transformierender Kraft, sowohl räumlich als auch in der Subjekt-Objekt-Beziehung.

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