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Wie wirklich ist die Wirklichkeit der Farbe?

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Die Welt, die uns unser Gehirn in farbiger Pracht präsentiert, ist in Wirklichkeit völlig farblos. Der Begriff Farbe gibt nur Sinn in Bezug auf einen lebenden Organismus mit Sinneszellen für Farben. Diese Sinneszellen haben sich je nach Spezies unterschiedlich entwickelt – so sehen nicht alle Lebewesen auf diesem Planeten die gleichen Gegenstände in den gleichen Farben. Und trotzdem - Farbe ist eine der wichtigsten Wahrnehmungen und bedeutet: Emotion, Information und Kommunikation.

Die Welt, die uns unser Gehirn in farbiger Pracht präsentiert, ist in Wirklichkeit völlig farblos. Der Begriff Farbe gibt nur Sinn in Bezug auf einen lebenden Organismus mit Sinneszellen für Farben. Diese Sinneszellen haben sich je nach Spezies unterschiedlich entwickelt – so sehen nicht alle Lebewesen auf diesem Planeten die gleichen Gegenstände in den gleichen Farben. Und trotzdem - Farbe ist eine der wichtigsten Wahrnehmungen und bedeutet: Emotion, Information und Kommunikation.

Der Farbsinn

Erst unser Gehirn lässt also eine farbige Welt entstehen. Farbe ist somit weniger eine physikalische Eigenschaft eines Gegenstandes, als eine Sinnesempfindung, wie auch der Geruch oder der Geschmack. Farbe entsteht erst, wenn Licht in einer bestimmten Wellenlänge auf die Netzhaut der Augen fällt und dort spezielle Sinneszellen zu einer Nervenregung veranlasst. Diese Regung wird dann zum Gehirn geleitet und dort in eine entsprechende Farbempfindung umgesetzt.
 

Wie Menschen Farben sehen

Der Mensch ist ein so genannter Trichromat. Das bedeutet, dass er drei unterschiedliche Arten von farbempfindlichen Rezeptoren – empfindlich für rotes, grünes und blaues Licht – zur Farbwahrnehmung besitzt und eine dementsprechend große Anzahl von Farben, etwa 10 Millionen, unterscheiden kann.

Aus Rot, Grün und Blau setzen sich alle für das menschliche Auge sichtbaren Farben zusammen. Für einen Säuger ist die menschliche Sehleistung außergewöhnlich gut, die meisten Säugetiere verfügen über ein eindeutig schlechteres Farbwahrnehmungsvermögen, da sie einen Teil des Farbsehens verlernt haben. Viele andere Tiere wie Reptilien und Vögel sind dem Menschen in dieser Hinsicht aber überlegen, unter ihnen sind zahlreiche Tetrachromaten anzutreffen.
 

Mono-, Di- , Tri- und Tetrachromat

Dass die Fähigkeit zum Farbsehen bei unterschiedlichen Lebewesen unterschiedlich ausgeprägt ist, hängt unter anderem damit zusammen, dass sich in der Evolutionsgeschichte das Sehen unabhängig von einander entwickelt hat – abgestimmt auf die jeweiligen Lebensbedingungen. Monochromaten wie viele Wale und Robben verfügen über nur einen Rezeptor, die meisten Säugetiere verfügen über zwei verschiedene Rezeptortypen (Dichromaten), der Mensch und einige Primaten über drei (Trichromaten), die Vögel sowie manche Reptilien und viele Fische über vier Rezeptoren (Tetrachromaten). Die meisten Wahrnehmungsapparate reagieren auf den Wellenlängenbereich des Lichtes, der für den Menschen sichtbar ist, einige jedoch auch auf den ultravioletten oder infraroten Bereich, den der Mensch nicht wahrnehmen kann.
 

Vögel sehen die Welt bunter

Vögel sehen die Welt in weit mehr Farben als der Mensch. Sie sind in der Lage, auch Licht im ultravioletten Teil des Spektrums wahrzunehmen. Dass Vögel UV-Licht sehen können, ist unter anderem bei der Partnersuche entscheidend. Viele Arten haben Reflexionsmuster in ihrem Gefieder, die nur im UV-Bereich sichtbar sind und dem menschlichen Auge verborgen bleiben.
 

UV-markierte Landeplätze für Bienen

Auch Bienen sehen die Welt anders. Sie können ebenfalls Licht aus dem ultravioletten Bereich des Spektrums wahrnehmen. Während dem Menschen viele Blüten unscheinbar vorkommen, weisen sie für Bienen eine deutliche Zeichnung auf. Diese UV-Muster sind für die Pollen- und Nektarsammler klare Signale und dienen ihnen zur Orientierung. Einige Blüten kennzeichnen etwa den optimalen Landeplatz.
 

Madame Tetrachromat

Da die Gene für den Rot- und Grün-Rezeptor auf dem X-Chromosom liegen, wird über das Vorkommen von Tetrachromasie auch beim Menschen spekuliert. Da Frauen über zwei X-Chromosomen verfügen, könnten sie am wahrscheinlichsten durch Mutationen einen zusätzlichen Farbrezeptor entwickeln. Würde aber ein vierter Farbrezeptor beim weiblichen Menschen eine Veränderung auch im Sehzentrum veranlassen, so dass er imstande wäre, das erweiterte Spektrum auch in Farbempfindungen umzusetzen und somit "sichtbar" zu machen? Insgesamt sind wenige vermutete Fälle mit vier Farbrezeptoren beim Menschen bekannt, von denen aber keiner offiziell bestätigt ist. Die Evolution ist noch nicht am Ende ihrer Entwicklung, also wer weiß, was wir noch so alles zu sehen bekommen….
 

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