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Woher kommen die Ideen

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Kreativität, Inspiration, Ideen… woher kommen die, fragt man sich oft. Ein aufmerksamer Blick in die Welt und ein ausreichendes Maß an Zeit sind notwendige Voraussetzungen. PARCS, das vom Londoner Designbüro PearsonLloyd neu entwickelte Möbel-Ensemble ist Anlass für uns, dieser Frage nachzugehen.

PARCS ist ein raumbildendes Möbel-Set, das frei gruppiert und zu vielfältigen Arbeitslandschaften variiert werden kann. Die Ensembles antworten dem Bedürfnis nach produktiver Kommunikation und informellem Austausch im Büro. So vielfältig die Nutzungsmöglichkeiten von PARCS sind, so vielfältig waren auch die Inspirationsquellen für den Designprozess – von traditionell westafrikanischen Versammlungsräumen über irische Gesteinsformationen bis zu klassischen Ohrensessel.

Die Elemente greifen archetypische Formen auf und bringen sie in Verbindung mit Anforderungen an moderne Arbeitsweisen.
 

Westafrika

Unsere Inspirationsreise beginnt in einer Region Westafrikas, in Mali. Das Volk der Dogon nutzt hier die Toguna als Versammlungsort für die Ältesten des Dorfes. Das Besondere daran ist, dass die Toguna sehr niedrig gebaut ist und nur eine Höhe von einem Meter aufweist. Der Effekt ist leicht nachvollziehbar: Wenn einer der Versammlungsteilnehmer sich im Streit erhebt, stößt er sich den Kopf an und ist gezwungen, sich wieder niederzusetzen. So werden Emotionen schnell reguliert – und man begibt sich wieder in eine angepasste Gesprächssituation zurück.

Die bauliche Struktur trägt auf diese Weise dazu bei, dass Diskussionen fair und demokratisch geführt werden. Wenn man sich überlegt, wie die Gestaltung des Raumes das Verhalten der Gesprächsteilnehmer zu beeinflussen vermag, ist die Verbindung zum Arbeitsplatz rasch hergestellt. Das Gefühl des Cocoonings macht die Toguna zu einem Raum, der ein konspiratives, gemeinschaftliches Element darstellt.
 

Nordirland und Rom

Während die Toguna ihren Ausgangspunkt also in Westafrika nahm, stammt die Idee für die zweite PARCS-Typologie, die Causeway, von einem anderen Kontinent: Europa.

Eines der zentralen Motive, die hinter Causeway stehen, ist der Giant Causeway in Nordirland. Es handelt sich dabei um eine natürliche Felsformation aus rund 40.000 prismaförmigen Basaltsäulen, die aneinander angrenzen und senkrecht aufragen. Da sie sich in Umfang und Höhe unterscheiden, ergeben sich unzählige Stufen, die man kreuz und quer hinauf- und hinabsteigen kann.

PearsonLloyd beobachteten, dass jeder Besucher hier einen anderen Platz zum Sitzen für sich findet. Manche hocken sich hin, manche lagern hier zum Faulenzen. Niemand nimmt je in der exakt gleichen Position seinen Platz ein wie ein anderer. Ziel bei der Entwicklung der Causeway-Möbelmodule war es, den Menschen genau diese Freiheit zu ermöglichen: ihnen alle ergonomischen Möglichkeiten offen zu halten.

Das zweite Motiv zur Inspiration war die Spanische Treppe in Rom. Sie ist eine der bekanntesten Freitreppen der Welt und zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Roms. So wundert es nicht, dass sie beliebter Treffpunkt für Touristen ist – ebenso wie für die Jugend Roms. Bei schönem Wetter herrscht auf und um die Spanische Treppe buntes Treiben. Für PearsonLloyd war besonders interessant zu sehen, dass es verschiedenen Menschengruppen auch bei dichter Belegung möglich ist, ihren eigenen Bereich zu schaffen. Selbst wenn andere Personen nur zwei oder drei Schritte entfernt sind, kann man im eigenen Umfeld unabhängig agieren und kommunizieren. Das war also eine Bestätigung dafür, solche offenen Zonen auch in einer Arbeitsplatzsituation zu nutzen – dort, wo unterschiedliche Gruppen anwesend sind – und zwar ohne Wände, aber dennoch mit geeigneter Funktionalität in einem angemessenen Raum.
 

Europa / USA 

Was bei der Toguna auch möglich ist, ist für die Wing-Serie ein ganz wesentlicher Aspekt: die Schaffung von Privatsphäre. Anregungen zu den "Wings" stammen allerdings aus einem ganz anderen kulturellen Umfeld. Sie orientieren sich an Möbeln, die im europäischen und nordamerikanischen Raum eine lange Tradition haben – den Ohrensesseln. Ebenso wie ihre Vorbilder reduzieren Wing Chair und Wing Sofa ablenkende visuelle und akustische Reize, betonen diese "Fähigkeiten" jedoch durch ihre Form – und bieten modernes Flair. Die Drehbarkeit ist ein zusätzlicher Schritt zur Ausgestaltung der Privatsphäre.

Im Laufe des Designprozesses wurde die Wing-Palette erweitert. Der Wing Chair war als einzelnes Sitzmöbel konzipiert für Tätigkeiten, die Konzentration und Privatsphäre verlangen. Tätigkeiten wie Telefongespräche führen, lesen oder fokussiert arbeiten. Mit dem Wing Sofa wuchs diese Typologie zu einer etwas größeren Kollektion an Möbeln an, die auch eine Reverenz an einen amerikanischen Klassiker bereit hält: den American Diner. Er bietet Platz für 4 oder 6 Personen – als Besprechungsort, den man in jedem Open Space einsetzen kann.

Media

Die Idea Wall hat ihren Ausgangspunkt in jüngster Zeit. Gedanklicher Grundbaustein ist die Erkenntnis, dass Medientechnik heute ein wesentlicher Bestandteil in jedem Büro ist. Aber wie kann sie in einer Form zugänglich gemacht werden, die den Anforderungen der neuen Arbeitswelt entspricht? Die Nutzung von Medientechnik sollte in einer angenehmen, lockeren Atmosphäre mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten möglich sein. Das Ergebnis des Reflexions- und Entwicklungsprozesses ist die Idea Wall als integraler Bestandteil von PARCS. Das freistehende Wandelement mit Screen kann erweitert werden durch eine Tischplatte, ein Dach mit Beleuchtung sowie Stauraumelemente. Und sie lässt sich ideal mit anderen PARCS-Möbeln in Verbindung setzen.

Getreu ihrem Namen ist die Idea Wall ein gemeinschaftlich nutzbarer Ort. Technologie ist von hoher Bedeutung für Videokonferenzen, Präsentationen oder Zusammenarbeit durch Bildschirm-basierende Tätigkeiten. Manche Bereiche sind auf diese speziellen Tätigkeiten zugeschnitten, während andere allgemeiner gehalten sind, etwa Sitzbereiche ähnlich dem Vorbild des Giants Causeway. Dies ist deshalb so gestaltet, um ein Zusammenkommen von Menschen auch unabhängig von ihrer Tätigkeit zu fördern.

Was Kombinationsmöglichkeiten und Nutzungen betrifft, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Somit sind nun all jene am Zug, die ihr Büro mit den Elementen der PARCS-Serie ausstatten. Mögen die Möbel auf die Büro-Mitarbeiter genauso inspirierend wirken wie ihre Ideen gebenden Vorbilder auf die Designer.


  

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